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Kleve-Kellen
Ende der Dauer-Baustelle in Kellen naht

Kleve-Kellen: Ende der Dauer-Baustelle in Kellen naht
Noch wird an der Briener Straße gebaut. Noch weisen Schilder den Weg zu Ersatzstraßen. Doch schon bald, so kündigt es zumindest Willibrord Janßen vom Klever Tiefbauamt an, soll der Verkehr wieder unbehindert rollen. FOTO: Gottfried Evers
Kleve-Kellen. Der Neubau der Briener Straße dauert bereits viereineinhalb Monate länger als ursprünglich geplant. Der Leiter des Tiefbauamtes nennt dafür Gründe. Dennoch üben Anlieger heftige Kritik an der Organisation und Durchführung. Von Dieter Dormann

Noch prägen rot-weiße Absperrungen und zahlreiche Hinweisschilder zu den Ersatzstraßen, die eine Zufahrt zu den anliegenden Geschäften und Gewerbetreibenden möglich machen, das Bild an der Briener Straße in Kleve-Kellen. Bereits seit dem Frühjahr 2014 wird die Straße durch das Gewerbegebiet, auf der laut Angaben der Stadtverwaltung Tag für Tag 10 000 Fahrzeuge unterwegs sind, samt der dazugehörenden Versorgungsleitungen erneuert. Gemäß erster Bauplanung wollte die Stadt im März 2015 alles vollendet haben, später nannte die Verwaltung als Termin Ende Juni 2015. Nun ist es Mitte August.

Gebaut wird an der Briener Straße immer noch. "Aber nicht mehr lange", versichert der Leiter des Klever Tiefbauamtes Willibrord Janßen, der für die Erneuerung der Straße verantwortlich ist. Der 62-Jährige ist zuversichtlich, dass in wenigen Tagen der Verkehr wieder ohne Absperrungen oder Ersatzstraßen fließen kann.

Die Tatsache, dass sich die Bauarbeiten um mindestens viereinhalb beziehungsweise eineinhalb Monate verlängert haben, kann der Chef des Klever Tiefbauamtes nicht leugnen. Aber Willibrord Janßen glaubt, gute Gründe dafür nennen zu können. Grundsätzlich gilt nach Ansicht des Tiefbauamtsleiters, der in seiner inzwischen jahrzehntelanger Tätigkeit in der Schwanenstadt schon zahlreiche große Straßenbaumaßnahmen geplant und geleitet hat: "Wenn man in den Boden geht, können immer Schwierigkeiten auftreten, die man nicht vorhersehen und einplanen kann."

So sei es auch an der Brienerstraße gewesen. Dort lagen den Arbeiter nicht nur bis zu fünf Kubikmeter schwere Betonfundamente unter der Straße im Weg, die nur mit eigens dafür eingesetzten Baggern beseitigt werden konnten. Hinzukamen Leitungen, die in keinen Plänen verzeichnet waren und deren Funktion niemand kannte. Es sei schon ein Risiko gewesen, diese schließlich einfach durchzuschneiden, meint Willibrord Janßen. Aber eine andere Möglichkeit habe es letztlich nicht gegeben. Zudem verliefen unter der Straße zahlreiche querende Leitungen. Erheblich erschwert worden ist nach Einschätzung des Klever Tiefbauamtsleiters die Erneuerung der Straße auch durch die Thyssen-Hochdruck-Gasleitung, für die Thyssen zuständig sei. "Da ist die Zusammenarbeit sicherlich nicht optimal abgestimmt worden", sagt Willibrord Janßen.

All diese Fakten, die die Baumaßnahme erschwert hätten, ohne das die Stadt dafür die Verantwortung getragen habe, sind nach Einschätzung des Leiters des Tiefbauamtes stets den Anliegern - wenn sie interessiert gewesen seien und an Info-Veranstaltungen teilgenommen hätten - stets vermittelt worden. Dass dennoch einige massive Kritik in der Öffentlichkeit geäußert hätten, kann Willibrord Janßen nicht verstehen. Der 62-Jährige sagt aber auch: "Die Briener Straße war sicher eine der unangenehmsten und schwierigsten Baustellen, die ich in meiner Laufbahn hatte." Und noch etwas steht für den Tiefbauamtsleiter fest: "Wenn Kanal- oder Versorgungsleitungen bei einer Baustelle im Spiel sind, werde ich in Zukunft keine festen Abschlusstermine mehr nennen."

Das gilt jetzt schon für die Briener Straße. Auch wenn Willibrord Janßen verspricht, dass alle Leitungen verlegt seien und nun nur noch die eigentliche Straße gemacht werden müsse - und das gehe schnell.

Einen Trost hat Willibrord Janßen für alle Anlieger der Briener Straße: "Die haben jetzt eine neue Straße und die nächsten 60 Jahre Ruhe." Für den Leiter des Tiefbauamtes hingegen steht schon im kommenden Jahr die nächste "schwere" Baustelle in einem Klever Gewerbegebiet auf dem Programm: die Flutstraße. "Das kann auch nicht so einfach werden", meint Willibrord Janßen. Niemand hätte gerne eine Baustelle vor der Haustür, aber Gewerbetreibende schon gar nicht. Und an der Flutstraße gibt es einige.

Auch in Bezug auf die Briener Straße kann der Stadt Kleve noch Ärger drohen. Immerhin hat Udo Tjarden, dem das dortige XOX-Gelände gehört, beim Verwaltungsgericht eine Klage eingereicht. Er ist der Ansicht, die Briener Straße sei nur saniert worden. Die Stadt will die Anlieger aber eine Neuerstellung bezahlen lassen. Das wäre für Tjaden und die anderen Grundeigentümer um einiges teurer. Doch bis zu einem Urteil können Jahre vergehen - Willibrord Janßen dürfte dann schon im Ruhestand sein.

Quelle: RP
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