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Kalkar
Entwarnung nach Schäden an Kalkars Gerichtslinde

Kalkar: Entwarnung nach Schäden an Kalkars Gerichtslinde
Abgesperrt: Die beschädigte Gerichtslinde. FOTO: Stade
Kalkar. Sie soll bis zu 470 Jahre alt sein und hat schon manch widrige Zeiten überstanden - am Wochenende sah es dann aber so aus, als hätten Sturmböen schweren Schaden an der Gerichtslinde am Markt Kalkar angerichtet. Von Ludwig Krause

Ein großer Ast war herausgebrochen, mehrere kleine drohten ebenfalls zu brechen. Im Einsatz waren 14 Feuerwehrmänner aus Kalkar Mitte, die Äste mussten freigeschnitten und die Linde mit Zäunen gesichert werden. "Der Baumkontrolleur ist natürlich sofort herausgefahren, um den Schaden zu begutachten", sagt Frank Sundermann, Fachbereichsleiter Bauen, Planen und Umwelt in Kalkar. Dieser stellte zwar erhebliche Schäden am Baum fest, die unverzüglich behoben werden müssen, trotzdem konnte vorerst Entwarnung gegeben werden. "Die Gerichtslinde ist auch nach dem Sturm in ihrem Bestand gesichert", sagt Frank Sundermann. Noch am Montag wurden weitere Kronensicherungsschnitte durchgeführt, um den Baum zu entlasten. "Wir werden auch prüfen, ob wir die Sicherung durch die Zäune noch aufrecht erhalten müssen", sagt der Fachbereichsleiter.

Die Aufregung um die Gerichtslinde ist so groß, weil sie für die Bürger Kalkars viel mehr als "nur" ein Baum ist. 1545 ist sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt, unter ihr verhängten im Laufe der Geschichte Kalkars Richter und seine Schöffen Geldbußen, ließen Straftäter an den Pranger stellen und in den Kerker werfen. Zum Tode Verurteilte wurden gehängt, gerädert oder enthauptet. In Kalkars Stadtarchiv finden sich auch Dokumente, die den Zustand des Baumes als erbärmlich bezeichnen - so ein Foto von 1888. Stark gelitten hat der Baum auch im 2. Weltkrieg, als der historische Ortskern bombardiert wurde. In den 1970er Jahren wurden der Linde gar nur noch wenige Jahre gegeben, seitdem hat man aber durch nachhaltige Restaurierung große Erfolge erzielen können. Zuletzt soll sie etwa vier Metern im Umfang und 25 Meter in der Höhe gemessen haben.

Quelle: RP
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