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Niederrhein
Erfolgreiche Geschäftsfrauen unter sich

Niederrhein: Erfolgreiche Geschäftsfrauen unter sich
Die Vereinsmitglieder: Nina Kiesow, Susanne Eschke, Inge Schierk, Gabriele Coché-Schuer, Hendrina Walraven und Barbara Baratie (von links). Jüngstes Mitglied ist die Fotografin Marjolein Hoppe, die nicht auf dem Bild ist. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Niederrhein. Das Unternehmerinnen-Forum Niederrhein feiert sein zehnjähriges Bestehen. 116 Mitglieder, Jahr für Jahr werden es mehr. Breites Branchenspektrum, aber ähnliche Erwartungen: Es geht um Kontakte und um Erfahrungsaustausch. Von Anja Settnik

Sie wissen, dass mancher die Stirn in Falten legt und sich leicht genervt fragt: "Brauchen wir so etwas noch? Einen rein weiblichen Unternehmerinnen-Verein?" Gabriele Coché-Schüer als Vorsitzende und Barbara Baratie als Geschäftsführerin des Unternehmerinnen-Forum Niederrhein sind davon überzeugt und fühlen sich bestätigt durch den Zulauf ihres "Clubs". "Wir haben 116 Mitglieder aus den Kreises Kleve und Wesel und in diesem Jahr schon 16 Zugänge", erklärt Barbara Baratie. Das Forum feiert sein zehnjähriges Bestehen. Wie bei jedem der pro Jahr vier Treffen wird es einen Fachvortrag geben, dazu aber auch ein Dinner, Live-Musik und ganz viel Raum für persönliche Begegnungen.

Denn das "Netzwerken", die Kontaktpflege, ist für die Unternehmerinnen der wichtigste Grund, zu einander zu kommen. Wobei die meisten von ihnen keinesfalls nur in Frauen-Zirkeln umher kreisen. "Ich bin auch Mitglied in einem gemischten Verband, das schließt sich nicht aus. Aber ich muss sagen, die Offenheit von Frauen gefällt mir besonders gut. Wir sprechen auf Augenhöhe und teilen persönliche Erfahrungen, nicht selten entstehen sogar gute Freundschaften", sagt Susanne Eschke, Geschäftsführerin einer Firma für Medienberatung in Wesel.

"Als IT-Fachfrau weiß sie, was man machen muss, um bei einer Google-Anfrage sein Unternehmen ganz oben zu platzieren", sagt Barbara Baratie, selbst als Unternehmensberaterin tätig. Sehr interessiert gucken sich die Damen beim Redaktionsbesuch Hendrina Walravens Kleid an. Das hat die Inhaberin eines Klever Ateliers für Maßkleidung selbst entworfen und geschneidert. Dabei ist Walraven nicht erst in dieser Branche "selbstständig" geworden. "Als ich dem Forum beitrat, war ich noch Prokuristin eines Sachverständigenbüros." Dieses zweite Standbein hat sie auch behalten, irgendwann aber beschlossen, die Begeisterung für Mode zum Beruf zu machen. "Das ist fast immer der richtige Weg", weiß Eschke. "Wer eine echte Leidenschaft für ein Thema hat, wird damit auch erfolgreich sein", hat sie festgestellt.

Erfahrung ist auch so ein Stichwort: Einig Mitglieder haben sie in reichem Maße - etwa Inge Schierk, seit 40 Jahren Inhaberin einer Druckerei in Wesel. Etwa 20 Mitarbeiter ernährt das Unternehmen; noch kürzlich hat die mutige Chefin eine Millioneninvestition gestemmt. "Sich dazu zu überwinden, ist nicht einfach, aber manchmal nötig", weiß sie. Solche und andere Erkenntnisse gibt sie gerne an junge Leute weiter, etwa an das jüngste Mitglied des Forums, die 29-jährige Fotografin Marjolein Hoppe.

Sie hat in den Niederlanden Fotografie studiert und sich vor kurzem selbstständig gemacht. "Ich bin froh, in der Gruppe Ansprechpartnerinnen zu haben, die auf meine Fragen Antworten haben, weil sie fast alles schon selbst erlebt haben." Und umgekehrt, versichern die anderen Frauen, tue es gut, mit frischen jungen Leuten und deren Ideen konfrontiert zu werden. Zwischen Tradition und Moderne agiert auch Nina Kiesow, Geschäftsführerin eines alteingesessenen Klever Ledergeschäfts. Dass ihre Schwiegereltern Vertrauen in die nächste Generation gesetzt haben, findet sie sehr anerkennenswert. Und ist bereit, das Geschäft in die Zukunft zu führen. Klar, dass die Frauen auch beieinander einkaufen oder sich Aufträge geben. Zu haben sind Taschen, Kostüme, aber auch Rechtsbeistand, medizinische Leistungen oder Berater-Tipps.

Quelle: RP
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