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Kranenburg/Groesbeek
Erinnerungen an Leisners Jungenlager

Kranenburg/Groesbeek: Erinnerungen an Leisners Jungenlager
Eine Informationstafel enthüllten (v.l.) Bürgermeister Mark Slinkman (Berg en Dal), Bürgermeister Günter Steins (Kranenburg) und Vizebürgermeister Josef Gietemann (Kleve). FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kranenburg/Groesbeek. Bei einer Feierstunde für den Märtyrer wurden im niederländischen Groesbeek Gedenktafeln enthüllt. Von Werner Stalder

"Endlich bekommt Karl Leisner die Aufmerksamkeit, die er in Groesbeek verdient hat. Es ist unvorstellbar, dass einer, der so wunderbar und positiv über Groesbeek geschrieben hat, nicht früher entsprechend beachtet wurde", sagte Theo Giesbers, dem eine großartige Karl-Leisner-Gedenkfeier in den Niederlanden zu verdanken ist. Giesbers konnte viele Gäste am ehemaligen Jungenlager, das vom 14. bis 25. August 1934 unter der Leitung von Karl Leisner in Groesbeek stattfand, begrüßen.

Mitorganisator Pfarrer Christoph Scholten aus Kranenburg erinnerte daran, dass vor 80 Jahren die Geheime Staatspolizei das Elternhaus von Leisner durchsuchte und das Tagebuch Nr. 13 beschlagnahmte, das den 50-seitigen Bericht über das Zeltlager in Groesbeek enthielt. "Karl wollte das Licht des Evangeliums im alltäglichen Leben zum Leuchten bringen; er wollte buchstäblich 'Flagge zeigen', sagte der Pfarrer. In diesem Sinne hisste Erik Weijers, Beigeordneter in Berg en Dal für Kultur, beim Birkenkreuz die Nachbildung einer Flagge, die Karl Leisner auf dem Zeltlagerplatz gehisst hatte. "Wenn die bunten Fahnen wehen", sang der grenzüberschreitende Cäcilienchor aus Wyler. Der Bischof von ´s Hertogenbosch, Msgr. Gerard de Korte, segnete das Kreuz und die Fahne. Durch den Bürgermeister von Berg en Dal, Mark Slinkman, Kleves Vizebürgermeister Josef Gietemann und Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins wurde eine Informationstafel über Leisner und das "Große Jungenlager" enthüllt. Pfarrer em. Hans-Karl Seeger, Autor der Lebenschronik Karl Leisners, konnte über viele Details des Lagers berichten. Pfarrer Jeroen Smith, Sprecher des IKLK in den Niederlanden, unterstrich das "bekenntnisfreudige Christentum" des Seligen. Nach einem Liedbeitrag des Chores aus Wyler ging ein Festmarsch zur Kirche St. Cosmas und Damianus, angeführt durch zwei historische Trommeln und ein Kreuzbanner. In diesem Gotteshaus, das die deutschen Jungen regelmäßig besuchten, wurde die erste Novenenkerze durch die Vizepräsidentin des IKLK, Monika Haas, entzündet. Nach einem Marienlied enthüllten Pfarrer Ernst Geerkens und Diakon Stephan Rintelen zwei kleine Gedenktafeln. Es folgte eine Ansprache von Bürgermeister Mark Slinkman, und Kaplan Rudo Franken, Groesbeek, sprach über das Glaubensleben von Leisner. Schließlich führte der Festmarsch zum Kloster Mariendaal. Dort wurde den Teilnehmern die Broschüre "Karl Leisner und seine Beziehung zu Kleve, Kranenburg und Groesbeek" überreicht. Durch Verwandte von Leisner, dem Vorsitzenden der "Vereniging Groesbeek Airborne Vrienden" und den Nachfahren der Eigentümer, die den Zeltlagerplatz zur Verfügung gestellt hatten, wurden Gedenktafeln enthüllt. Der Präsident des IKLK, Propst Johannes Mecking stellte seine Gedanken unter das Wort des Evangeliums, Gott und die Menschen zu lieben. Darin sei Leisner ein Vorbild. Nachdem zwei Grundschülern ein Leisner-Sachcomic überreicht wurde, stellte Bischof Gerard de Korte den Märtyrer in die Reihe der Glaubenszeugen Titus Brandsma und Edith Stein. Und dann schallte das "Lobe den Herren" durch die Kapelle, so wie vor 83 Jahren aus 31 Jungenherzen.

Quelle: RP
 
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