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Kleve-Rindern
Erlebnispfad durch die Kolke

Kleve-Rindern. Fünf neue Informationstafeln stellen die Flora und Fauna des Schutzgebietes vor. Vom Drususdeich aus wird zu einem Spaziergang eingeladen, auch für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Von Marc Cattelaens

Volkhard Wille, der Vorstandsvorsitzende der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein, kam gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. Für ihn bilden die Rinderner Kolke "die schönste Ecke Kleves, ein Kleinod, eine wirklich malerische Landschaft", sagte Wille bei der Einweihung des "Naturerlebnispfads".

Der Lehrpfad ist ein Bestandteil des Projekts "Naturerleben inklusive", das von der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein durchgeführt und vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) finanziert wird. Er führt vom Drususdeich aus entlang der Rindernschen Kolke. Fünf reich bebilderte Tafeln stellen die tierischen Bewohner und typische Bäume dieses geschützten Lebensraums vor. So erfahren Spaziergänger beispielsweise, dass in den Schilflzonen der Gewässer Teichrohrsänger, Rohrammer und Teichralle brüten. Oder dass die vielfältigen Hecken Arten wie Klapper- und Dorngrasmücke sowie Gelbspötter und Gartenrotschwanz einen Brutraum geben. Mit etwas Glück, so ist auf einem Schild zu lesen, können Spaziergänger auch zwei Säugetiere beobachten, nämlich Dachs und Biber, die beide nachtaktiv sind.

Der Naturlehrpfad trägt den Zusatz "integrativ", weil er auch von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen genutzt werden kann: Die Tafeln befinden sich in einer für Rollstuhlfahrer gut lesbaren Höhe direkt am asphaltierten Drususdeich.

Die Klever Bürgermeisterin Sonja Northing dankte bei der Eröffnung des Naturlehrpfads dem LVR für dessen Finanzierung. "Die Tafeln geben einen guten Einblick in die Natur und das Tierreich hier an den Rindernschen Kolken", sagte Northing. Für sie seien die Kolke wie ein "Auge Gottes", böten Ruhe und Ausgleich im oft stressigen Alltag.

Prof. Leo Peters, der stellvertretende LVR-Vorsitzende, sprach von einem "Leuchtturmprojekt, das ihn mit Stolz" erfülle. Die niederrheinische Kulturlandschaft sei rund um Rindern besonders intensiv ausgeprägt und verfüge mit dem Drususdeich über einen "historischen Weg". Besonders freue es ihn, dass der Pfad barrierefrei sei und die Darstellungen auf den Infotafeln "in leichter Sprache" und Blindenschrift gehalten seien. Und er dankte dem Heimatverein Kleve-Rindern Arenacum dafür, dass er bei der Umsetzung des Projekts geholfen hatte. Dessen Vorsitzende Josef Gietemann war ebenfalls anwesend und erinnerte daran, dass sich der Heimatverein lange Jahre dafür eingesetzt habe, dass die Kulturlandschaft Rindernsche Kolke erhalten bleibt. "Sonst würde an dieser Stelle heute die B9 vorbeiführen", sagte Gietemann.

Der Naturerlebnispfad stellt den Abschluss des Projekts "Naturerleben inklusive" dar, das in Kooperation mit weiteren Biologischen Stationen im Rheinland durchgeführt wurde. Die Nabu-Naturschutzstation Niederrhein schaffte im Rahmen des Projekts unter anderem Amphibien- und Reptilienmodelle sowie Gipsabdrücke heimischer Brutvögel an, um besonders Menschen mit Sehbeeinträchtigungen die Tierwelt am Niederrhein näher zu bringen. Außerdem wurden inklusive Arbeitseinsätze in den Schutzgebieten, teilweise gemeinsam mit dem Theodor-Brauer-Haus, durchgeführt. Exkursionen durch die Schutzgebiete waren ebenfalls Bestandteile des nun beendeten Projekts.

Quelle: RP
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