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Kranenburg
Erweiterung der Frischearena sorgt für Ärger

Kranenburg: Erweiterung der Frischearena sorgt für Ärger
Links von der Umgehungsstraße soll die Frischearena auf der Wiese wachsen. Der Teil auf der rechten Seite wurde 2009 eröffnet. FOTO: Peter Graupner
Kranenburg. Der Edeka-Händler Brüggemeier sieht sich im Verfahren für die Erweiterung der Frischearena in Kranenburg benachteiligt. Die SPD bewertet die Auswahl eines Vollsortimenters auch als unfair. Von Peter Janssen

Der Kevelaerer Denis Brüggemeier fühlt sich von der Kranenburger Verwaltung und Teilen der Politik unfair behandelt. Brüggemeier führt sechs Edeka-Märkte im Kreis Kleve. In der Kranenburger Frischearena will er ein weiteres Geschäft eröffnen. "Wir hatten keine Chance, unser Konzept der Politik vorzustellen und sind im Wettbewerb klar benachteiligt worden", sagt der Unternehmer.

Dass es überhaupt Möglichkeiten für Neueröffnungen im Einkaufszentrum gibt, liegt an der geplanten Erweiterung. Seit 2009 besteht die Arena. Es sind kaufwillige Niederländer, die hier für den enormen Umsatz sorgen. Auf der anderen Straßenseite "Am großen Haag" sollen auf einem Gelände von knapp 15.000 Quadratmetern 6130 Quadratmeter Verkaufsfläche und 200 Stellplätze gebaut werden. Um den Mieterbesatz kümmert sich die Landmarken AG. Die Bewerber stehen hier Schlange. Der Projektentwickler bietet die Planung und Entwicklung von Einkaufszentren an. Unter anderem soll auf der neuen Fläche ein Vollsortimenter angesiedelt werden. So will der Rewe-Markt Rumpcza, der seit Jahren fester Bestandteil des Kranenburger Einzelhandels ist, sich dort vergrößern. Im März hatte die Landmarken AG mitgeteilt, dass man nach einem Gespräch mit Verwaltung und Politik in konkrete Mietvertragsverhandlungen mit Rewe einsteige.

Denis Brüggemeier erklärt, dass Bürgermeister Günter Steins nach einem ersten Gespräch den Kontakt zu der Landmarken AG hergestellt habe. "Bei der zweiten Unterhaltung, an der auch Wirtschaftsförderer Andreas Hermsen beteiligt war, schien man von unseren Plänen begeistert zu sein. Anschließend wurden zwei Termine mit der Edeka Rhein-Ruhr kurzfristig abgesagt", sagt Brüggemeier. Er betont, die Landmarken AG habe ihm sogar bescheinigt, das beste Angebot abgegeben zu haben.

"Wir wollten unser Konzept auch den Fraktionen vorstellen, doch Herr Steins empfahl, dies nicht persönlich zu tun", sagt der Kaufmann. Nachdem sich nichts tat, habe man die Fraktionen direkt angeschrieben. Lediglich die SPD reagierte und lud zur Präsentation ein. Der Edeka-Händler ist davon überzeugt, dass man Rewe aufgrund der langjährigen Verbundenheit bevorzugt.

Steins kann die Kritik Brüggemeiers nicht nachvollziehen. "Aus wirtschaftlichen Gründen ist es wohl sinnvoll, nur einen Vollsortimenter in der Arena zu etablieren. Wir haben Landmarken beauftragt, ein Konzept zu erstellen. Erst wenn das fertig ist, wird es dem Rat vorgestellt und dann darüber abgestimmt", sagt Steins.

Die Vertragsverhandlungen mit Rewe laufen seit vier Monaten. Dies bestätigte Thomas Binsfeld, Mitglied der Geschäftsführung bei Landmarken. Man habe ein transparentes Verfahren durchgeführt, in dem alle Unternehmen unter den selben Voraussetzungen ein Angebot hätten abgeben können. Die Gemeinde sei ständig über den Stand unterrichtet worden. "Wir haben die Ergebnisse besprochen und uns darauf geeinigt, wie es weiterlaufen soll", sagt Binsfeld. Steins betont in dem Zusammenhang, dass man dem Projektentwickler nicht dauernd in die Beine grätschen wolle und sich erst dann für oder gegen ein Unternehmen entscheide, wenn ein ganzheitliches Konzept auf dem Tisch liege. Welche Variante der Projektentwickler präsentiere, bliebe ihm überlassen.

Das sieht die Kranenburger SPD anders. "Landmarken wollte wissen, wie es weitergehen soll. In einer Fraktionsvorsitzendenrunde ist dann festgelegt worden, nur noch mit Rewe zu verhandeln", sagt SPD-Chef Jürgen Franken. Problem dabei ist: So eine Runde hat überhaupt keine Entscheidungskompetenz. "Wir haben dann den Vorschlag gemacht, dass sich beide Unternehmen im Planungs- und Umweltausschuss vorstellen sollen. Das hat der Rat abgelehnt. Für mich war im Vorhinein klar, dass Rewe den Zuschlag erhalten soll." CDU-Fraktionschef Joachim Janßen sieht das anders: "Wir haben im Rat die Entscheidung getroffen, mit Rewe zu verhandeln. Letztendlich ist es die Sache des Projektentwicklers, und für den lag die Priorität bei Rewe."

Die SPD kann nicht nachvollziehen, warum bei dem Projekt ein derartiges Tempo an den Tag gelegt wird. "Der Flächennutzungsplan ist noch nicht einmal geändert. Wir haben genug Zeit, uns intensiv mit allen Varianten zu beschäftigen", so Franken. Seiner Meinung nach sei genau für diese Vorgehensweise der Ausdruck "Kölscher Klüngel" entstanden.

Quelle: RP
 
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