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Kalkar-Niedermörmter
Ex-Kalkarer spielt Hauptrolle "Luther"

Kalkar-Niedermörmter: Ex-Kalkarer spielt Hauptrolle "Luther"
Proben im Urlaub in Kalkar-Niedermörmter: Frank Winkels. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar-Niedermörmter. Der Schauspieler Frank Winkels kommt gebürtig aus Kalkar und spielt am 31. Oktober die Hauptrolle des Martin Luthers. Mit einem Chor aus 2 500 Sängern wird das Pop-Oratorium in der Westfalenhalle Dortmund aufgeführt. Von Lea Ebbers

Luther nagelt mit lauten Hammerschlägen, die durch ganz Europa hallen, die 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Das war am 31. Oktober 1517. Deshalb veranstaltet die Stiftung "Creative Kirche" aus Witten am 31. Oktober das Pop-Oratorium "Luther" in der Dortmunder Westfalenhalle. Luther wird von dem aus Kalkar stammenden Frank Winkels gespielt. Der Mime vom Niederrhein hat pechschwarze Locken und tiefblaue Augen.

Die Aufführung greift die wichtigsten Lebensabschnitte des Urhebers der Reformation noch einmal auf. Mit einem Chor aus fast 2 500 Sängern wird "Luther" nicht nur in der Dortmunder Westfalenhalle aufgeführt, sondern auch in neun anderen Großstädten. "Sänger aus ganz Deutschland haben noch die Möglichkeit, sich für den Chor anzumelden und bei einer Aufführung mitzuwirken", sagt Winkels, der vor dem großen Auftritt noch mal seine Eltern in Niedermörmter besucht und sich in seiner Heimat erholt.

Der ruhige Niederrhein ist ein guter Ort, um sich auf eine solche Hauptrolle vorzubereiten. Natürlich steht die Geschichte Luthers und seiner Taten im Vordergrund, aber Winkels verbindet mit seiner Rolle noch andere Dinge. "Ich setze mich mit großen Emotionen auseinander und frage mich natürlich auch, warum Luther diesen Weg gewählt hat und wie er sich dabei fühlte", erklärt der Schauspieler. Er sei außerdem sehr neugierig und gespannt auf die Aufführung. "Eine Halle, die mehr als 15 000 Personen fasst, ist auch für mich eine neue Herausforderung. Aber ich freue mich darauf."

Der große Chor muss genügend Platz haben. Für jeden Aufführungsort bildet sich ein Projektchor, der das Pop-Oratorium "Luther" in einem Projektzeitraum von sechs Monaten im eigenen Chor und bei gemeinsamen Proben einstudiert. Mitmachen kann jeder, ob im eigenen Chor oder als Einzelsänger ohne Chorzugehörigkeit. Für Mitwirkende, die sich nicht im eigenen Chor vorbereiten können, wird eine zusätzliche Probe je Aufführungsort angeboten. Das Bühnenstück besteht aus 20 neu komponierten Liedern sowie traditionellen Chorälen.

Oft hört man die These, es sei schwer erfolgreich zu sein, wenn man aus einem unbekannten kleinen Dorf komme. Aber Frank Winkels hat den "Sprung" geschafft. Bereits in zahlreichen Musicals und Aufführungen bekam er die Hauptrolle. In "Mamma Mia" spielte er Sam und Harry, in "Disney´s: Die Schöne und das Biest" war er das Biest und in "Harry und Sally" hatte er die Rolle von Harry.

Auf die Frage, welches sein Lieblingsstück sei, antwortet er: "Am meisten Spaß gemacht hat mir die Rolle als Shrek in 'Shrek - das Musical'. Es war hart, stundenlang in dem Kostüm zu stecken. Ich habe mich gefühlt wie in einer Sauna, aus der ich nicht raus komme". Anfangs sei ihm sogar schwarz vor Augen geworden. Aber die harte Arbeit habe sich ausgezahlt.

Ohne Zweifel: Frank Winkels ist sehr erfolgreich auf seinem Gebiet. Und das dürfte nicht nur an der seltenen Kombination aus seinen schwarzen Locken und den blauen Augen liegen. Winkels hat sein Hobby zum Beruf gemacht. "Schon in meiner Kindheit und Jugend hat mich das Schauspiel und der Gesang fasziniert", sagt der 40-Jährige. Ursprünglich war geplant, dass er den Betrieb seines Vaters übernimmt. Also hat er in Kleve erst einmal eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht.

Der Niederrheiner hat aber schnell gemerkt, dass ihm dieser Beruf nicht wirklich Spaß macht. "Ich habe mich dann einfach mal für die Aufnahmeprüfung bei der 'Stage School Hamburg' beworben und habe die auch direkt bestanden", sagt Frank Winkels. Dort hat er Gesang, Schauspiel und Theater gelernt.

Der 40-Jährige ist viel unterwegs und muss für die verschiedenen Theaterstücke oft weite Strecken zurück legen. Auch für "Luther" muss er in neun verschiedene Städte fahren - für ihn kein Problem sagt er: "Ich reise sehr gerne, das ist für diesen Beruf natürlich eine gute Grundvoraussetzung."

luther-oratorium.de

Quelle: RP
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