| 00.00 Uhr

Kleve
Fall "Goldarmband" vor Entscheidung

Kleve. Ein 74-Jähriger klagt gegen das Krankenhaus, weil er nach einem Aufenthalt seinen Schmuck nicht zurückerhalten haben soll. Ein Gutachten schätzt den Wert des Armbands auf 6000 Euro, das Hospital will nur den Materialwert zahlen. Von Peter Janssen

Der Rechtsstreit ist immer noch nicht beendet: Mitte 2016 hatte Marcel Godschalk (74) die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft verklagt. Sein Vorwurf: Nach einem Krankenhausaufenthalt habe er sein Goldarmband nicht zurück erhalten, das er vor der Einlieferung ins Klever St.-Antonius-Hospital trug (die RP berichtete). Godschalk musste wegen eines Herzinfarkts in die Klinik. Unbestritten ist, dass er das wertvolle Schmuckstück an dem Tag der Aufnahme angelegt hatte. "Ich nehme es nie ab", sagt Godschalk.

Anwalt Karsten Herfort von der Kanzlei Arden & Voss, der den 74-Jährigen in diesem Verfahren vertritt, erklärt dazu: "Eine Ärztin hat ausgesagt, sie habe das Armband im OP vom Handgelenk meines Mandanten genommen." Was danach mit dem Schmuckstück geschah, ist immer noch nicht geklärt.

Aktuell konzentriert sich die Auseinandersetzung auf den Wert der Handkette. "Die Goldschmiedin, bei der das Schmuckstück seinerzeit gekauft wurde, sollte es begutachten", betont Anwalt Herfort.

Um keinen Zweifel über den Wert aufkommen zu lassen, bestellte das Gericht zusätzlich einen weiteren Sachverständigen, der die Wiederbeschaffungskosten auf 6000 Euro bezifferte.

Auf Nachfragen des Klinik-Anwalts wurde ein Ergänzungsgutachten eingeholt, nach dem der Materialwert etwa 1750 Euro beträgt und ein Goldschmied beim Ankauf allenfalls diesen Betrag bezahlen würde. Karsten Herfort dazu: "Es ist für meinen Mandanten völlig unerheblich, was irgendein Händler für den Goldgehalt zahlt. Es geht ihm allein darum, ein gleichwertiges und auch genau so aussehendes Stück wieder zu erhalten."

Seitdem die Auseinandersetzung läuft, musste Marcel Godschalk mehrere Schicksalsschläge hinnehmen. So verstarb seine Frau vor einigen Tagen. Außerdem mussten ihm nach dem Aufenthalt im St.-Antonius-Hospital noch vier Bypässe gelegt werden. Das Schmuckstück ist auch eine Erinnerung an seine Hochzeit. Statt Eheringen kauften sich das Paar jeweils als Andenken an die Vermählung ein Armband.

Neben der Ärztin wurden noch zwei Krankenschwestern zu dem Fall befragt. "Die haben jedoch verschiedene Versionen vorgetragen. Eine Zeugin sagte aus, sie habe das Schmuckstück in der Hand gehabt, es dann aber Frau Godschalk übergeben. Die andere wollte es in den Schrank im Krankenzimmer gelegt haben", sagt Karsten Herfort. Marcel Godschalk betont: "Hätte man meiner Frau die Kette ausgehändigt, so wäre es zwingend erforderlich gewesen, sie dafür unterschreiben zu lassen."

Aus Sicht des Klever Juristen ist der Fall entscheidungsreif: "Alle Fakten liegen auf dem Tisch." Der Anwalt rechnet mit einem Urteil in den nächsten zwei Monaten.

Nach wie vor will sich die Karl-Leisner-Trägergesellschaft zu dem Vorfall nicht äußern, da in der Sache ein juristisches Verfahren anhängig sei, so ein Sprecher.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kleve: Fall "Goldarmband" vor Entscheidung


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.