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Kalkar
Fast 4500 Besucher bei Kalkar Genießen

Kalkar. Auf dem Markt in Kalkar wurde drei Tage lang gegessen, getrunken und gefeiert. Die Organisatoren sind sehr zufrieden mit dem Fest und wollen in 2016 noch mehr Händler für das Event gewinnen. Von Nicole Scharfetter

8.30 Uhr - über Kalkar hängen tiefschwarze Wolken. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Unwetterwarnung herausgegeben. Han Groot Obbink schaut besorgt auf seine Wetter-App. 9 Uhr - es schüttet wie aus Kübeln, der Geschäftsführer vom Wunderland Kalkar wird langsam nervös. "Wir müssen doch alles wieder klar Schiff machen", sagt Groot Obbink. Zumindest verspricht die App Besserung, und pünktlich zur Eröffnung des letzten "Kalkar Genießen"-Tags um 11 Uhr scheint die Sonne.

Elfriede und Karl-Heinz Kisters haben das Wetter ebenfalls beobachtet. Weil sie sich fest vorgenommen hatten, auf dem Markt in Kalkar zu brunchen. Vorbei an ein paar Pfützen sitzen die beiden, kurz nachdem der erste Kaffee durch die Maschine gelaufen ist, dann auch an einem Tisch, der mit kleinen Blumentöpfchen hübsch dekoriert ist. Und sollte es entgegen aller Wetter-Apps und Vorhersagen doch wieder regnen, hätten es die Kisters auch nicht weit bis nach Hause. Um genau zu sein, nur einmal über die Straße. Durst und vor allem Hunger hat das Ehepaar aus Kalkar mitgebracht, deswegen kundschaftet es gleich mal die Zelte aus. Brötchen, Croissants, Spiegeleier und Würstchen - für jeden Frühstücker ist etwas dabei. "Kalkar Genießen ist wirklich toll organisiert", sagt Elfriede Kisters, die zuerst von einem Rosinenstuten abbeißt. Zum Glück gebe es das Fest, "wir hatten auch Zeiten, in denen hier nichts los war", sagt ihr Mann. Dabei sei Kalkar doch eine so schöne Stadt mit ihrem Marktplatz und der Kirche.

Zum vierten Mal ist der Kalkarer Markt jetzt in eine kleine Pavillon-Stadt verwandelt worden, mit gemütlichen Lounge-Ecken auf der einen Seite und hippen Stehtischen auf der anderen. Das Team rund um Han Groot Obbink hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert. "Wir haben mit sechs Ständen angefangen, damals nur an einem Abend", erinnert er sich. Zum Teil seien damals die Händler schon nach zwei Stunden ausverkauft gewesen, weil der Ansturm so groß war. Im zweiten Jahr kam der Samstag dazu, vergangenes Jahr führten die Organisatoren den Sonntagsbrunch ein. "Und weil die Resonanz so gut war, wollten wir das wieder anbieten", sagt Groot Obbink. Kalkar Genießen kann und will immer noch ein bisschen mehr, deswegen sind in diesem Jahr Einzelhändler wie Bäcker und Metzger ins Boot geholt worden. Aus der reinen Gastro-Veranstaltung ist eine große Party geworden, mit Konzerten, Versteigerungen und Shoppen.

Vom verkaufsoffenen Sonntag wusste Franziska Mädle aus Moers noch gar nichts, als sie mit einem Sektchen mit ihrem Begleiter Michael Gerwers auf den schönen Morgen anstößt. "Das schauen wir uns natürlich auch an", sagt Mädle. Erstmal wird aber ausgiebig gefrühstückt, dann ins Mittagessen übergegangen. "Wir fangen ja gerade erst an", sagt Gerwers. Besonders begeistert sind die beiden vom Preis: 12,50 Euro für Essen und Getränke, "das gibt es sonst nirgends", sagt Franziska Mädle. Deswegen haben sie sich auch ins Auto gesetzt und sind aus Moers gekommen.

Für das nächste Jahr will Han Groot Obbink noch ein paar Kalkarer Händler mehr gewinnen. Damit auch wirklich alle Zelte beim Brunch gefüllt sind. Joachim Reffeling von der gleichnamigen Bäckerei zum Beispiel ist ganz begeistert von seiner Premiere und verspricht, auch 2016 wiederzukommen. Er gehört zu jenen Hartgesottenen, die gleich den ganzen Kalkar Genießen-Marathon mitgemacht haben. Am Freitag und am Samstag hat er Pfannkuchen gebacken, beim Brunch gestern für die Brötchen und Croissants gesorgt und nachmittags auch noch Kuchen beigesteuert. "So viel Wohlfühlfaktor wie hier gibt es anderswo kaum", sagt der Bäcker. Für ihn sei Kalkar gastronomisch unschlagbar. "Deswegen wollte auch er zeigen, was er kann. Denn: "Bäcker können mehr als Brot und Brötchen", sagt Reffeling. Das Kochen allerdings überlässt er anderen - jenen, die es gelernt haben.

Han Groot Obbink kann sich Joachim Reffeling nur anschließen. Er ist sehr zufrieden mit der vierten Ausgabe von Kalkar Genießen. Fast 4500 Menschen sind verteilt auf das gesamte Wochenende gekommen, haben gegessen, getrunken, gefeiert bis tief in die Nacht. Und sogar 3000 Euro sind auf dem Fest für einen guten Zweck zusammengekommen. Bei einer Bilderversteigerung. "Das Geld soll an Nepal gehen", sagt Groot Obbink, an die Opfer des schweren Erdbebens.

Quelle: RP
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