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Kreis Kleve
Feldbetten ausverkauft - Kreis organisiert Betten im Baumarkt

Kreis Kleve: Feldbetten ausverkauft - Kreis organisiert Betten im Baumarkt
Willkommen im Kreis Kleve. Die ersten der 300 neuen Flüchtlinge sind am Sonntag eingetroffen. Hier warten sie auf ihre Registrierung. FOTO: Gottfried Evers
Kreis Kleve. Die erste Hälfte der 300 neuen Flüchtlinge ist im Kreis Kleve eingetroffen. Die Anfrage der Bezirksregierung kam früher als erwartet. Von Ludwig Krause

Es war ein Rennen gegen die Zeit. Eigentlich hatte sich der Kreis Kleve darauf vorbereitet, am Montag 300 neue Flüchtlinge aufzunehmen, wollte diese dann jeweils zur Hälfte auf die Sporthallen der Berufskollegs in Kleve und Geldern verteilen. "Dann aber kam die Anfrage der Bezirksregierung, ob wir die Flüchtlinge schon am Sonntagmittag aufnehmen können", sagt Kreissprecherin Ruth Keuken.

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller

Bis 17 Uhr am Sonntag, so signalisierte der Kreis der Bezirksregierung in Düsseldorf, könne man die Hallen für die Flüchtlinge vorbereitet haben. Kurz nach 18 Uhr trafen die ersten Flüchtlinge dann tatsächlich ein. "Wir haben schnell gehandelt. Alle zogen an einem Strang. Deshalb konnten wir bereits grünes Licht geben", sagt der am Sonntag frisch wiedergewählt Landrat Wolfgang Spreen.

Insgesamt 158 Flüchtlinge wurden mit Bussen von Dortmund aus nach Kleve gebracht. Da die Halle des BKK nur für 150 Menschen eingerichtet ist, wurden acht Flüchtlinge, eine Großfamilie wie Kreissprecherin Keuken sagt, bereits nach Geldern gebracht. Dort verbrachten sie die erste Nacht alleine in der Sporthalle; Die übrigen Asylsuchenden sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt eintreffen. "Wir stehen abrufbereit", sagt Ruth Keuken.

Fotos: Große Hilfsbereitschaft am Dortmunder Hauptbahnhof FOTO: dpa, mjh

Als die ersten Flüchtlinge in Kleve ankamen, standen Unterkunft, Verpflegung und Betreuung schon bereit. In der Vorbereitungszeit von nur wenigen Tagen musste dafür einiges improvisiert werden. "Feldbetten sind nicht mehr zu bekommen. Wir sind bei einem regionalen Baumarkt fündig geworden und konnten dort 300 Betten organisieren", sagt Ruth Keuken. Immerhin war es dem Kreis Kleve gelungen, im Gegensatz zur Notunterkunft der Stadt Kleve in der Sporthalle am Konrad-Adenauer-Gymnasium neue Verlegeböden zum Schutz der Hallenböden einzulegen. Auch Bettzeug, Hygieneartikel, Handtücher und Verpflegung hat man organisieren können. Ein Sicherheitsdienst ist engagiert, die Hausleitung hat man bereits an einen Dienstleister vergeben. "Mit fast allen Lieferanten und Dienstleistern arbeiten wir seit langem zusammen. Das verkürzt die Wege und Absprachen", sagt Landrat Wolfgang Spreen.

Die 158 ankommenden Flüchtlinge wurden zunächst medizinisch untersucht und erfasst. "Wir hatten keine Information darüber, wer genau zu uns kommt", sagt Ruth Keuken. Namenslisten hatte man von der Bezirksregierung keine erhalten. Daher könne man derzeit auch noch keine Angaben über die Herkunft der Flüchtlinge machen, sagt die Kreissprecherin. RP-Informationen zufolge soll es sich vor allem um Syrer, Afghanen und Pakistaner handeln. Wohlgemerkt: Die Erfassung der Flüchtlinge in der Notunterkunft hat noch nichts mit der Registrierung zu tun, mit der das Asylbewerberverfahren beginnt. Das wird von der Bundespolizei übernommen und erst in einigen Wochen stattfinden können - in der Regel in einer Erstaufnahmestelle.

Quelle: RP
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