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Kleve
Ferienbeginn lässt die Stadt überlaufen

Kleve: Ferienbeginn lässt die Stadt überlaufen
Verkaufsoffener Sonntag? Nein, Schnäppchenmarkt. Die Klever haben die City am ersten Wochenende der Ferien zu Tausenden gestürmt. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Mit einem Schnäppchenmarkt haben Händler die Klever Bürger am ersten Samstag der Sommerferien in die Innenstadt gelockt. Schon zum zweiten Mal ging das Konzept auf: Straßenstände mit reduzierter Ware statt Sommerschlussverkauf. Von Ludwig Krause

So einen Anblick sind die Klever Händler gewohnt: Von verkaufsoffenen Sonntagen, wenn Radiosender ein Festival mit Stars der internationalen Musikszene veranstalten oder nur noch drei Tage bis Heiligabend bleiben. Dass, wie am Wochenende geschehen, an einem gewöhnlichen Samstag Zehntausende durch die Innenstadt schlendern, ist wohl durch zwei Umstände zu erklären: Zunächst war das Wetter am ersten Woche der Sommerferien entgegen mancher Vorhersage perfekt für einen Ausflug geeignet. Wichtiger war dann aber wohl, dass Händler die Kunden mit einem Versprechen in die Fußgängerzone gelockt haben: Schnäppchen, Schnäppchen, Schnäppchen.

Als der Bund im Jahr 2010 den offiziellen Sommerschlussverkauf abgeschafft hat, fiel auch der Sturm auf die Geschäfte weg. Keine plattgedrückten Nasen an den Schaufenstern der Geschäfte mehr, keine Verfolgungsjagden zwischen den Einkaufsregalen. Seitdem versuchen findige Händler, dagegen zu halten. Das Klever City Netzwerk konnte bereits bei der Premiere des Schnäppchenmarktes einen derart großen Erfolg feiern, dass in diesem Jahr gleich die zweite Ausgabe folgte. Die üblichen Rabattaktionen seien für die Verbraucher zu undurchsichtig geworden, wie das City Netzwerk meint. Daher habe man die Idee aufgegriffen, ein gemeinsames "Shopping- und Sale-Event" in Kleve einzuführen. Das Konzept ist relativ simpel: Kunden sollen die Möglichkeit bekommen, an Ständern und Ständen vor den Geschäften Schnäppchen zu ergattern. Aktionsware und starke Rabatte von den Klever Einzelhändlern, allerdings auf diesen einen Tag begrenzt.

Auch wenn sich den Besuchern die Fußgängerzone hinunter nun wirklich nicht der Anblick eines Marktes geboten hat, dafür waren es doch zu wenige Stände - die Versuchung, das große Schnäppchen zu schlagen, trieb scheinbar doch alle in die die Stadt. Die meisten Geschäfte warben dann auch tatsächlich mit kräftigen Prozenten. In wieweit die auch wirklich nur für einen Tag gelten, sei dahingestellt.

"Die Stadt ist voll, wir sind sehr zufrieden", sagte Händlerin Nina Kiesow vom gleichnamigen Lederwaren-Fachgeschäft. Bei Kiesow stand die Chefin noch selbst am Marktstand. "Wir verkaufen Einzelteile aus den Kollektionen, vom Koffer bis zu den Sommertaschen", sagte sie. Besonders die großen Reisekoffer fanden reißenden Absatz. "Für die Leute, die nächste Woche in den Urlaub fliegen und beim Packen gemerkt haben, dass es der alte Koffer nicht mehr tut", meinte Kiesow. Beliebig wiederholen lässt sich so eine Veranstaltung aber nicht - das wissen auch die Händler. "Der Markt soll einmal im Jahr etwas Besonderes sein, rechtzeitig zu Beginn der Sommerferien. Dann ist auch genug", sagt Nina Kiesow.

Dass auch in diesem Jahr wieder das Wetter mitspielte, wird von den Organisatoren in Kleve mittlerweile fast schon vorausgesetzt. Irgendwie ist es zur Tradition geworden, dass Klever Stadtfeste immun gegen schlechtes Wetter zu sein scheinen. "Wie auch immer wir das schaffen. Es scheint zu funktionieren", sagt Nina Kiesow und lacht.

Das nächste Stadtfest mit verkaufsoffenen Sonntag findet am 27. September statt. Dann unter dem Motto: Erlesenes Kleve. Der Büchermarkt entlang der Herzogstraße gehört zu den beliebtesten Ausgaben des Klever Stadtfests. Danach folgen noch zwei verkaufsoffene Sonntage in diesem Jahr: Am 29. November und am 27. Dezember.

Quelle: RP
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