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Bedburg-Hau
Feuer zerstört Lager von Erkis Plast

Halle von Erkis Plast brennt komplett nieder
Halle von Erkis Plast brennt komplett nieder FOTO: Feuerwehr Bedburg-Hau
Bedburg-Hau. Großbrand am Wochenende in Bedburg-Hau: Aus unbekannten Gründen fing die Halle des Kunststoffbetriebes Feuer. Die Einsatzkräfte waren fast 18 Stunden im Einsatz und rissen am Ende einen Teil ab. Schaden: minimum 300.000 Euro. Von Julia Lörcks

Ismet Erkis kann es nicht fassen. Für ihn bleibt das Feuer, das am späten Freitagabend in seinem Bürogebäude und in seiner Lagerstätte im Gewerbegebiet Bedburger Weide, ausgebrochen ist, immer noch ein Rätsel. "Es befinden sich gar keine Maschinen im Gebäude", sagt er. Lediglich ein Radlader hätte in der Halle gestanden, dazu etwa 200 Tonnen Kunststoffgranulat, das die Firma Erkis Plast aus Bedburg-Hau entweder veredelt oder weiterverkauft. Nun liegt fast der ganze Komplex zwischen Isonell und Reifen Hoenselaar, etwa 700 Quadratmeter groß, am Boden. In Schutt und Asche.

Doch von Anfang an: Der Alarm ging am Freitag um kurz vor 22.30 Uhr bei der Leitstelle ein. Zu diesem Zeitpunkt brannte der rückwärtige Teil der Halle. Wenige Minuten später griff das Feuer auf das gesamte Gebäude über. Meterhohe Flammen schlugen aus dem Dach, die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. "Es gab sogar einige Notrufe von der Rheinbrücke in Emmerich, die einen Großbrand in Warbeyen melden wollten", berichtet Michael Hendricks, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr. Doch tatsächlich brannte es im Bedburg-Hauer Gewerbegebiet, das zum Ortsteil Qualburg gehört.

Der Alarm ging am Freitag um kurz vor 22.30 Uhr bei der Leitstelle ein. Zu diesem Zeitpunkt brannte der rückwärtige Teil der Halle. Wenige Minuten später griff das Feuer auf das gesamte Gebäude über. Meterhohe Flammen schlugen aus dem Dach, die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. FOTO: Feuerwehr Bedburg-hau

Ismet Erkis erreichte die Nachricht vom Brand am Telefon von einem Freund. Er selbst befand sich zu diesem Zeitpunkt mit seinem Sohn in Hamm, bei einer Olympiavorbereitung eines befreundeten Tischtennisspielers. "Ich habe mich sofort ins Auto gesetzt, aber als ich ankam, stand die ganze Halle schon in Flammen", berichtet Erkis am Tag danach. Sein erster Gedanke am Ort des Geschehens: "Hoffentlich bleibt das Büro stehen."

Die Freiwillige Feuerwehr Bedburg-Hau war unterdessen mit allem angerückt, was sie zu bieten hat - sieben Einheiten und 100 Einsatzkräfte. Unterstützung bekam sie von den Kollegen aus Kalkar. Zudem waren Spezialfahrzeuge des Kreises Kleve, das Ordnungsamt der Gemeinde Bedburg-Hau sowie die Untere Wasserbehörde und das RWE vor Ort. Probleme bei der Anfahrt gab es laut Hendricks keine. Schließlich ist die nahegelegene B 57 seit Wochen eine Großbaustelle.

Die enorme Hitze und die Nähe der anliegenden Betriebe machte der Wehr zu schaffen. FOTO: Evers

Was den Einsatzkräften viel mehr zu schaffen machte, war die Enge und Nähe zu den anliegenden Betrieben. "Aufgrund der enormen Hitze haben wir eine Riegelstellung eingerichtet, um den angrenzenden Reifenhandel und den Dekorationsgroßhandel vor den Flammen zu schützen", sagt Hendricks. Nach Polizeiangaben wurden diese beiden Betriebe nur leicht in Mitleidenschaft gezogen.

Die Bevölkerung aus Hasselt und Schneppenbaum wurde noch in der Nacht gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Wie sich später herausstellte, bestand aber zu keiner Zeit eine Gefahr für Bürger und Umwelt. Das haben die Messungen der ABC-Erkunder des Kreises sowie der Einsatzkräfte aus Kalkar im Umkreis von fünf Kilometern ergeben. Schließlich wurde die Warnung am frühen Samstagmorgen wieder aufgehoben.

Da die Glutnester immer wieder anfingen zu brennen, riss am Samstagnachmittag ein Bagger die Halle auf. FOTO: Feuerwehr

Nach etwa drei Stunden hatte auch die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Und zwar mit ganz viel Schaum, Wasser und Technik. Beendet war der Einsatz, der zu den größten der Freiwilligen Feuerwehr Bedburg-Hau gehört, zu dieser Zeit aber noch lange nicht. So waren am Samstag immer noch 15 Feuerwehrmänner im Dienst. Sie löschten bis 16 Uhr die immer wieder aufflammenden Brandherde ab. Auch die Stadtwerke Kleve waren im Einsatz und stellten die Gas- und Wasserleitungen ab. So sorgte eine beschädigte Gasleitung immer wieder für kleine Brände in der Halle. Eine Fachfirma demontierte zudem die noch vorhandene Photovoltaikanlage, damit davon keine weitere Gefahr ausgehen konnte. Diese hatte bereits Lichtbögen geschlagen.

Doch damit nicht genug: Da die Glutnester immer wieder anfingen zu brennen, rissen die Einsatzkräfte am Nachmittag mit Hilfe eines Baggers die dahingeschmolzene Halle auf. "Um das Feuer zu ersticken, haben wir anschließend einen Schaumteppich ausgelegt", sagt Stefan Veldmeijer, der zusammen mit Klaus Elsmann den Einsatz leitete. Insgesamt wurden übrigens mehr als 3000 Liter Schaummittel eingesetzt. Die Produktion des Unternehmens ist von alledem zum Glück nicht betroffen. Sie befindet sich nämlich etwa 200 Meter Luftlinie entfernt vom Brandort.

Die Ursache des Feuers steht bisweilen noch nicht fest. So waren zwar in der Nacht Einsatzkräfte der Polizei vor Ort. Doch durch die enorme Hitze konnten sie nicht viel machen. Am Samstag wurden die Ermittlungen fortgeführt. "Sie dauern aber immer noch an", wie ein Sprecher der Leitstelle erklärt. Frühestens zum Wochenanfang könne man mehr dazu sagen. Auch zum Schadensumfang.

Diesen beziffert Erkis auf mindestens 300.000 Euro. Das ist zumindest der Wert der nackten Halle. Dazu kommt das Material, das sich in der Halle befand. "Dazu bräuchten wir die Unterlagen aus dem Büro. Doch das dürfen wir derzeit noch nicht betreten", sagt Erkis. Es besteht Einsturzgefahr.

Und obwohl Erkis in der Nacht so viel verloren hat, zeigte er sich überaus dankbar. "Er war die ganze Zeit mit seiner Familie da und hat die Einsatzkräfte mit Essen versorgt. Dafür möchten wir uns bedanken", sagt Hendricks.

Quelle: RP
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