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Niederrhein
Firma Lemken weltweit gut im Rennen

Niederrhein. Der Umsatz geht zwar um 4,7 Prozent auf 327 Millionen Euro zurück. Doch der Agrarspezialist schneidet deutlich besser ab als der Gesamtmarkt. Russland-Boykott und Einkommenskrise der Landwirte drücken auf die Bilanz. Von Bernfried Paus

"Der Himmel auf Erden" hat die Industriedesignerin ins makellose Blau über dem Acker geschrieben. Die Postkarte, ein Geschenk zur feierlichen Eröffnung des Entwicklungswerkes, zeigte Gesellschafterin Nicola Lemken, ehe sie die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr des Alpener Agrarspezialisten präsentierte. Himmlisch sind sie nicht, können es auf einem schwierigen Markt auch nicht sein. Aber sie sind gut. Trotz Umsatzrückgangs von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr herrscht weitgehend Zufriedenheit in der Zentrale an der Weseler Straße. Mit einem Nettoerlös von 327 Mio. Euro hat das weltweit agierende Unternehmen deutlich besser abgeschnitten als die Branche, die global im Schnitt zehn Prozent eingebüßt hat.

Bei einem gestiegenen Exportanteil von 73 Prozent schlagen politische Hemmnisse in der Bilanz durch. Vor allem der "für Europa sehr schädliche" Boykott gegen Russland schlage negativ zu Buche. Geschäftsführer Anthony van der Ley bezifferte den Verlust für Lemken auf bis zu 20 Millionen Euro. "Es wird Zeit, den Boykott zu beenden. Der Schaden ist zu groß."

Auch die Einkommenskrise Landwirte drücke das Ergebnis des renommierten Herstellers von Ackerbaugeräten. Die niedrigen Erlöse für Milch, Schweinefleisch und Getreide schwächten die Kaufkraft der Landwirte - in Deutschland - hier ging der Umsatz auf 90 Mio. Euro zurück -, mehr noch im benachbarten Frankreich, dem größten Auslandsmarkt, so van der Ley.

Der betonte, dass die Internationalität (Präsenz in 25 Ländern) der Pluspunkt für das familiengeführte Unternehmen sei. So habe das Wachstum in China, Nordamerika und Kanada die Verluste in Russland nahezu kompensiert. Auch das Osteuropa-Geschäft boomt. Vor allem die Ukraine schreibe erstaunlich erfreuliche Zahlen, so Nicola Lemken. Schon jetzt habe der Auftragsbestand hier bereits 80 Prozent des Vorjahresvolumens erreicht. Auch in Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien laufe es recht gut.

Trotz des schwierigen Marktumfeldes wuchs - gegen übliche Mechanismen - die Zahl der Mitarbeiter um 30 auf 1307 weltweit, 264 im Ausland. Auch in Alpen arbeiten mehr Menschen als noch 2014. 33 Millionen Euro hat Lemken im abgelaufenen Jahr investiert: Zuletzt wurde am Hauptsitz das neue Entwicklungswerk feierlich in Betrieb genommen. Eine neue Produktionshalle für Einzelteile wird gerade endmontiert, und die moderne "AgroFarm" für Schulungen und Trainings auf dem Acker auf der Bönninghardt ist im Juni startklar.

Große Kraft verwendet das Unternehmen in sein Service-Projekt "Fit for future", um den im Dreiecksverhältnis Produzent, Händler, Landwirt nachhaltige Akzente zu setzen - zum Nutzen aller. "Es geht nur gemeinsam", formuliert van der Ley das unternehmerische Credo.

Quelle: RP
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