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Kalkar
Flüchtlinge - Alternativen zur Turnhalle gesucht

Kalkar: Flüchtlinge - Alternativen zur Turnhalle gesucht
Das Kalkarer Schulzentrum aus der Vogelperspektive. FOTO: evers
Kalkar. In den letzten Amtstagen des abgewählten Bürgermeister Gerhard Fonck hatten die Fraktionsvorsitzenden noch eine Dringlichkeitsentscheidung auf den Weg gemacht, für die zumindest Klaus-Dieter Leusch (CDU), wie er jetzt einräumte, von seiner Fraktion "Prügel bezogen" habe: Die Politiker hatten sich damit einverstanden erklärt, ab dem 16. Februar die Flüchtlinge, die derzeit in der Sporthalle des Wisseler Freizeitzentrums untergebracht sind, in die Dreifachturnhalle des Schulzentrums umzuquartieren.

Begründung: Die Campingsaison beginne im zeitigen Frühjahr, und vorher müsse die Halle in Wissel ja wieder in Ordnung gebracht werden. Ob es aber passend ist, dafür den Schülern und Vereinssportlern ihre Sportstätte wegzunehmen?

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Die CDU ist (jetzt) der Ansicht, ein Ausweichquartier müsse gefunden werden - etwa das Gebäude der ehemaligen Milchwerke Wöhrmann. Andreas Stechling als Fachbereichsleiter Soziales verlas, was die Bezirksregierung davon hält, die Entscheidung zu vertagen: "Jede andere Unterkunft wäre deutlich teurer", was mit dem Grundsatz der sparsamen Haushaltsführung nicht vereinbar sei. Und er erinnerte daran, dass das Land die Kosten für eine Notunterkunft komplett erstatte, während die Stadt für zugewiesene Flüchtlinge zum großen Teil selbst aufkommen müsse, was abgesehen von fehlendem Wohnraum kaum mehr länger zu schaffen sei.

Marco van de Löcht (SPD), selbst im Vereinssport aktiv, fand es dennoch richtig, sich nach Kräften um eine andere Lösung zu bemühen. Jürgen Wenten (FBK) findet, die Flüchtlinge sollten ruhig länger in Wissel bleiben, statt Schüler und Sportler heimatlos zu machen. Willibald Kunisch (Grüne) hieb noch einmal in Richtung CDU mit der Bemerkung, Leusch habe wochenlang Zeit gehabt, seine Fraktion zu informieren. Warum jetzt der Antrag, wo doch eindeutig sei, dass die Entscheidung für die Dreifachturnhalle gut überlegt worden sei?

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Schulz fiel zum Schluss sogar ihrem Forums-Fraktionschef Lutz Kühnen ins Wort und beendete die Debatte. Ihr Beschlussvorschlag: "Sofort" soll die Verwaltung Alternativvorschläge zusammenstellen und in der Ratssitzung am 19. November präsentieren. Dann solle pro oder contra Dreifachturnhalle entschieden werden, weil Schulen und Vereine planen müssten.

(nik)
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