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Kleve
Flüchtlings-Hilfe muss ihr Lager räumen

Kleve: Flüchtlings-Hilfe muss ihr Lager räumen
Saskia Kratz und Sascha Mülder suchen dringend eine neue Halle, um die Spenden lagern zu können. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Die Ehrenamtlichen der Gruppe "Kleve hilft" suchen eine Halle. Bis Samstag müssen sie das Lager an der Karl-Kister-Straße verlassen, und sie wissen nicht wohin mit 20 Tonnen Kleider- und Sachspenden für Flüchtlinge und Bedürftige. Von Marc Cattelaens

Saskia Kratz und ihre 15 Mitstreiter von der Gruppe "Kleve hilft" stehen vor einem riesigen Berg an Spenden für Flüchtlinge. In der Halle an der Karl-Kister-Straße türmen sich etwa 20 Tonnen an Kleidern, Bettwäsche, Handtüchern, Spielzeug und Hygieneartikeln. Der Eigentümer, Jan Groen, hatte der Initiative die 750 Quadratmeter große Halle sechs Monate lang kostenlos zur Verfügung gestellt. "Dies war uns eine sehr große Hilfe. Allerdings hat der Eigentümer nun Anfragen von Firmen erhalten, die für die Nutzung der Halle zahlen würden. Deswegen müssen wir das Lager nun verlassen; dafür haben wir auch Verständnis. Bis kommenden Samstag haben wir Zeit, ein neues Lager zu finden", sagt Kratz.

"Kleve hilft" ist eine Initiative von Bürgern, die sich im Sommer 2015 gegründet hatte, um sich sich für die Flüchtlinge in der Schwanenstadt einzusetzen. Das Team sammelt Spenden jeglicher Art, sortiert sie und lagert sie ein, um sie dann an die Flüchtlinge in Kleve zu geben. Zurzeit unterhält die Stadt jedoch keine Flüchtlings-Notunterkünfte, diejenigen in der Turnhalle des Konrad-Adenauer-Schulzentrums und am Berufskolleg wurden aufgelöst. "Die Stadt hatte zwar angekündigt, dass sie uns finanziell unterstützt und für ein Lager zahlt, jedoch hat man uns klar gemacht, dass das schwierig wird, wenn es keine Notunterkünfte mehr gibt", sagt Kratz.

Jetzt ist "Kleve hilft" also auf der Suche nach einer neuen Halle, die die Ehrenamtler kostenlos nutzen können. "Sie sollte trocken sein, und eine Größe von 300 Quadratmetern wäre schön. Wir freuen uns über jedes Angebot", erläutert Kratz. Wer über eine entsprechende Halle verfügt und die Initiative unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 0162 7661479 (Saskia Kratz) oder 0176 78172891 (Sascha Mülder) sowie E-Mail info@kleve-hilft.de melden.

Einfach aufgeben und die Gruppe "Kleve hilft" auflösen sei keine Alternative, betont Kratz. "So schnell können wir die ganzen Spenden nirgendwo loswerden", sagt die Ehrenamtlerin. Die Initiative habe schon vor zwei Monaten versucht, das Lager zu halbieren, bis nach Duisburg telefoniert, um Abnehmer für die Spenden zu finden - vergeblich. "Die meisten karitativen Einrichtungen lagern nicht ein, sondern sammeln Spenden nur, wenn sie konkret benötigt werden", sagt Kratz. Außerdem versorge "Kleve hilft" nicht nur die Notunterkünfte in Kleve, sondern auch Flüchtlinge, die bereits eine feste Bleibe haben, sowie bedürftige Menschen, die sich aus eigenen Mitteln nicht helfen können. "Kleve hilft" habe nach wie vor seine Berechtigung. "Wir sind das letzte große Lager im Kreis Kleve, das noch über eine große Menge Spenden verfügt. Auch andere Hilfsorganisationen aller Art greifen mittlerweile auf unser Lager zu, um im Kreis Kleve zu helfen. Wir fühlen uns verpflichtet, die bereits gespendeten Gegenstände, wie versprochen, weiterhin an bedürftige Menschen im gesamten Kreis Kleve zu verteilen und würden uns freuen, wenn wir auch in Zukunft weiterhin Spenden annehmen und verteilen können", sagt Kratz.

Hinzu kommt: Das Gebäudemanagement der Stadt habe "Kleve hilft" aufgefordert, überschüssige Spenden aus den aufgelösten Flüchtlingsunterkünften zurückzunehmen, so Kratz. "Wenn wir keine neue Halle finden, müssen wir diese und die übrigen Spenden zur Verwertung bringen", sagt Kratz. Dann würden die Spenden der Klever wohl in die Ukraine gebracht.

Quelle: RP
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