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Kleve
Freunde bieten eine kulturelle Heimat

Kleve. Inzwischen verwaltet der Freundeskreis der Klever Museen eine große Bürgersammlung, die mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen aufgebaut wurde und in den Museen vom Engagement der fast 1700 Mitglieder kündet. Von Matthias Grass

Kleves Kultur-Verein wächst weiter: Fast 1700 Mitglieder zählt der Freundeskreis Museum Kurhaus & Koekkoek-Haus Kleve inzwischen. Tendenz steigend. "Wir hoffen, bald das 1700. Mitglied begrüßen zu können", sagt Wilfried Röth. Der Direktor der Sparkasse Rhein-Maas hat die Nachfolge von Ulrike Sack angetreten und ist jetzt Vorsitzender nicht nur des größten Vereins in der Stadt Kleve, sondern steht damit auch einem kleinen "Unternehmen" voran, das mit seiner gesammelten Kunst, den Buchläden und dem Museumscafé eine erkleckliche Bilanzsumme aufweisen kann. Da sind Zahlenmenschen mit Sinn für die Kunst wie der Banker Röth gefragt.

Am kommenden Sonntag wird die neue Ausstellung im Museum Kurhaus ausschließlich mit Werken aus dem Besitz des Freundeskreises eröffnet: Denn Rose und Gustav Wörner gaben ihre Sammlung in die Hände des Vereins. Es war ihnen ein Anliegen, ihre Kunstschätze in Bürgerhand zu legen - denn der Klever Freundeskreis versammelt die Bürgerschaft der Stadt, die hinter dem Museum stehen, unter sein Logo. Die Bürger, die die beiden Klever Häuser Koekkoek und Kurhaus unterstützen: Finanziell und ideell und nicht zuletzt auch allein wegen ihrer großen Zahl auch politisch.

"Wir wollen unseren Mitgliedern auch in Zukunft eine kulturelle Heimat bieten", sagt Röth. Diese kulturelle Heimat sind zum einen die beiden Häuser und ihr Flair - die Salons im Haus Koekkoek und die klösterliche Stille in den Wandelgängen und Sälen des Kurhauses. Das ist die Organisation der Feste im Sommer und zu Weihnachten, das sind die Fahrten und nicht zuletzt die Treffen bei der Eröffnung einer Ausstellung. Ein wichtiger Teil dieser kulturellen Heimat für die Mitglieder des Freundeskreises sind aber auch die Kunstwerke, die die Freunde für Kleve gewinnen konnten, indem sie einen Ankauf finanziell unterstützen, und die Werke, die als Schenkung oder Erbe an die Freunde fielen. "Das bindet an die Museen, das schafft eine Identifikation - und wir wollen, dass das so bleibt", sagt der neue Vorsitzende des Freundeskreises.

Es gebe Erwartungen, dass mit den Beiträgen auch sichtbare Zeichen gesetzt werden - beispielsweise als Anlauf für die Museen oder auch im öffentlichen Raum, wie beim Eisernen Mann - bleibende, sichtbare Werte. Was beim Klever Museum mit dem Freundeskreis bislang Tradition war: "Es war von Beginn an die Idee, die Museen und den Freundeskreis so stark zu machen, dass man nicht so einfach über ihre Köpfe hinweg entscheiden kann", sagt Guido de Werd, Museumsdirektor a.D., der den Verein Ende der 80er Jahre ins Leben rief.

Wenn Mitglieder des Freundeskreises ins Klever Museum gehen, sollen sie stolz sein dürfen, wenn sie sich in der Beschriftung der Werke an der Wand wiederfinden. "Dann sieht jeder, dass sein Beitrag Teil für dieses oder jenes Werk war", sagt Röth. Werke wiederum, die das Museum stärker machen. Und die Bürgersammlung wertvoller.

Schon aufgrund ihrer Satzung dürfen die Museumsfreunde ihre Mittel nicht dafür verwenden, den laufenden Museumsbetrieb zu unterstützen oder dafür, allein Kataloge zu finanzieren, konstatiert Wilfried Röth mit Blick auf die Arbeit des Vereins.

Eine Ausnahme stellt sicher der Katalog zur Ausstellung Wörner dar, für den man dann auch gerne tiefer in die Tasche greife: "Das tun wir auch für die Sammler Rose und Gustav Wörner, die ihren Kunstschatz in unsere Obhut gegeben haben", sagt Röth. Was wiederum den Mitgliedern zeigt, dass man sie in ihrer Gesamtheit als Freundeskreis sehr zu schätzen weiß.

Röth sieht für die Zukunft des Freundeskreises Museum Kurhaus & Koekkoek-Haus Kleve deshalb eine weitere wichtige Aufgabe darin, diese Kontakte zu Sammlern zu vertiefen. "Wir müssen netzwerken", ist das Credo des neuen Vorsitzenden.

Quelle: RP
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