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Kreis Kleve
"Freundliche Verkäufer sind gefragt"

Kreis Kleve: "Freundliche Verkäufer sind gefragt"
Anke Lodewyks-Wagner und Rainer Schapfeld machen mit bei "Regional einkaufen". FOTO: Markus van Offern
Kreis Kleve. Auch in Emmerich und Rees beteiligen sich Händler an der Aktion "Regional einkaufen" des Einzelhandelsverbandes. Anke Lodewyks-Wagner und Rainer Schapfeld betonen: "Wo Leben im Ort ist, kommen auch die Kunden". Von Monika Hartjes

Es gibt viele Punkte, mit denen der Einzelhandel gegenüber dem Interneteinkauf punkten kann, da sind sich Anke Lodewyks-Wagner, Geschäftsführerin vom Schuhhaus Lodewyks in Emmerich, und Rainer Schapfeld, Geschäftsführer von zwei Rewe-Lebensmittelgeschäften in Rees und Haldern, einig. Gerne beteiligen sich die beiden Geschäftsleute an der Aktion "Regional einkaufen", die vom Einzelhandelsverband in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve initiiert wurde.

"Mit dem Internet hat sich das Kaufverhalten verändert", erklärt Anke Lodewyks-Wagner, die in der vierten Generation das Familienunternehmen leitet. "Aber durch unseren Service und die gute Beratungsqualität konnten wir unsere Stammkunden halten. Und auch jüngere Kunden sind zurückgekommen, sie wissen Qualität, Service und Beratung zu schätzen." Auch in die beiden Rewe-Supermärkte von Rainer Schapfeld kommen viele Stammkunden. "Sie wissen, wo alles steht, freuen sich über bekannte Gesichter beim Verkaufspersonal, weil wir einheimisches Personal beschäftigen, und über das persönliche Gespräch", hat Schapfeld festgestellt. "Der Einzelhandel bietet soziale Komponenten, die das Internet nicht hat. Hilfsbereite und freundliche Verkäufer sind nicht nur bei Senioren gefragt."

Der Tenor müsse heißen: Kauft da, wo ihr wohnt. "Der ganze Ort lebt davon, wenn der Einzelhandel läuft. Nicht nur die Geschäfte, sondern auch die Gastronomie", sagt Schapfeld, der seit 15 Jahren den Markt am Westring hat und 1998 den Lebensmittelmarkt in Haldern von seinen Eltern übernahm - in der dritten Generation. Lebensmittel über das Internet einzukaufen, das stecke noch in den Kinderschuhen. "Die Konkurrenz merken wir noch nicht stark. Aber da werden wir mit den Rewe-Partnern reagieren müssen. Da wird seit zwei/drei Jahren ein Konzept ausgearbeitet, beispielsweise, was den Internetverkauf von kühlpflichtigen Waren anbelangt", so der Reeser Geschäftsmann. Ein Service wie die Hauslieferung werde wohl auch mittelfristig kommen. Man könne das Internet nicht ignorieren, der Meinung ist auch Anke Lodewyks-Wagner. Sie wisse, dass der Kunde sich oft dort informiert. "Aber wenn es um die gute Passform geht, dann kommen sie gerne ins Geschäft. Wir schauen uns den Fuß ganz genau an und beraten, ob der gewünschte Schuh auch zum Fuß passt."

Wichtig sei der Appell an die Politik, den Einzelhandel vor Ort nicht zu vernachlässigen. "Wir sind nicht nur Gewerbesteuerzahler, sondern auch Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb", sagt Schapfeld. Da soll die Politik Fingerspitzengefühl beweisen und mittelfristig denken unter Einbeziehung des Handels, wenn es um die Planung der Zukunft geht. "Wenn genügend Geschäfte aus allen Bereichen da sind, profitieren nicht nur die Kunden, sondern auch die Geschäftsleute", so Schapfeld. Die Politik müsse auf Händler zugehen, nicht abwarten, bis sich neue melden. "Wo Leben im Ort ist, kommen auch die Kunden."

Gut finde sie beispielsweise auch Aktionen der Politik wie das freie Parken für zwei Stunden auf dem Neumarkt. "Vielleicht sollte man einen ganzen Tag pro Woche kostenloses Parken in der Innenstadt anbieten", so eine Idee von Lodewyks-Wagner, die sich gerne an Aktionen vor Ort wie verkaufsoffene Sonntage beteiligt. Auch bei Rewe finden immer mal wieder Aktionen mit Kindergärten und Schulen statt, Schüler dürfen Praktika absolvieren. Den Einzelhandel erhalten heiße auch, das Handwerk zu erhalten. "Wir haben alles von der Pike auf gelernt und geben unser Wissen noch weiter", sagt Schapfeld, der auch ausbildet. Im Internet ist Ausbildung nicht möglich.

Quelle: RP
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