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Kleve
Garten hinter Kurhaus sanieren

Kleve: Garten hinter Kurhaus sanieren
Drs. Guido de Werd erinnerte an die Gartenarchitekten Wörner. FOTO: eve
Kleve. De Werd erinnerte an die Garten- und Landschaftsarchitekten Wörner. Von Matthias Grass

Die Stadt war heruntergekommen. Vom alten Glanz der Herzöge war nicht mehr viel übrig, die Pest hatte gewütet, die Söldnertruppen hatten während des 30-jährigen Krieges die Bürgerschaft geplündert. Es war kein schönes Bild, das Kleve seinem neuen Statthalter Moritz von Nassau-Siegen bieten konnte, als er nach Ende des Krieges die Stadt um die Burg tief im Westen fein machen sollte. Der Kurfürst im fernen Cölln in Brandenburg wollte eine ansehnliche Residenz haben, über die er die niederländische Elite in den Osten seines Landes locken wollte. Moritz dachte großräumig, baute Stadt und Schloss rigoros um, schuf Alleen von Parks.

In den 1950er Jahren waren diese Parks heruntergekommen, kaum mehr zu erkennen. Nach einem Wechsel an der Spitze der Stadt und beim Amt für Denkmalschutz gab's endlich eine Lobby für diese Parks. Die Grundlage für die Erfolgsgeschichte des Barockparks mit europäischer Bedeutung in Kleve war gelegt: Gustav und Rose Wörner sanierten die Parks aufs Vortrefflichste. Keiner kennt sich so gut in diesen Zeiten aus, wie der Gründungsdirektor des Museums Kurhaus Kleve, Drs. Guido de Werd, keiner kann die vergangene Zeit so lebendig werden lassen in seinen Erinnerungen, wie der langjährige Leiter der Klever Museen. Er weiß vom alten Opel seiner Vorgängers Friedrich Gorissen, mit dem Garten-Modelle nach Holland chauffiert wurden, er erinnert sich an die 12.000 Exemplare des Heimatkalenders, in dem ein farbiges Beiblatt über diese Parks erschien, und er war hautnah dabei, als nach einer Sitzung diverse Leute in der Kneipe um die Ecke auf der Herzogstraße bis in die frühen Morgenstunden versackten und die Grundlage für das legten, was jetzt die zwei Klever Museen Kurhaus und Koekkoek gebührend feiern: Die Freundschaft und innige Verbundenheit der Garten- und Landschaftsarchitekten Gustav und Rose Wörner mit Kleve, die dem Freundeskreis letztlich ihre große Kunstsammlung vermachten.

Mit de Werd wurde jetzt im Resonanzraum Kunst im Klever Kurhaus die Zeit wieder wach, lebte auf vor den Besuchern der kurzfristig angesetzten Runde mit Kurhaus-Direktor Prof. Harald Kunde. Der brauchte dieses Mal nur wenige Stichworte, um den Abend zu moderieren. Zumal sich de Werd nicht verleiten, ließ, "den Dessert vor dem Hauptgericht zu servieren" und klar machte, dass die Geschichte der Sammlung noch folgen sollte.

Hier war Gustav Wörner die treibende Kraft. Er kaufte vor allem im Kunsthandel und in Galerien, sagte de Werd. Das Sammeln und die Garten- und Landschaftsarchitektur war die Passion der beiden. "Zum Essen gingen wir dagegen vom Haus Koekkoek auf die andere Straßenseite zu Manni Rohde", erzählt der Museumsmann. Er konnte Teile der Sammlung schon im Haus Koekkoek zeigen - ohne den Namen der Sammler nennen zu dürfen, denn Wörner wollten inkognito bleiben. Sie sammelten fürs Private, für sich, und blieben bescheiden.

De Werd mahnte abschließend, man sollte den Wörners zum Dank den Hang hinter der Museumsgalerie wieder sanieren. Denn die angelegte Pracht war nach der Museumseröffnung bei einer Durchforstungsmaßnahme schnöde zerstört worden. Die Pläne mit den richtigen Pflanzen seien ja noch da.

Quelle: RP
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