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Kleve
Gegen Windkraft im Wald: "Wir haben unseren Beitrag geleistet"

Kleve. Thomas Velten kämpft gegen die Ausweisung von Vorrangzonen im Reichswald / 50 Anlagen sind aktuell beim Kreis Kleve beantragt. Von Peter Janssen

Thomas Velten (63) ist Grüner der ersten Stunde. Nicht, weil man das damals sein musste, um dazuzugehören, sondern aus Überzeugung. Er zählt zu einer Generation, deren Aufgaben es unter anderem war, die Atomkraft zu besiegen. Dem Ziel kommt man, zumindest in Deutschland, immer näher. Auf Wind und Sonne setzt auch der Klever. Jedoch nicht um jeden Preis. Und den ist er in einem Fall direkt vor der Haustüre nicht bereit zu zahlen. Wenn es um das Thema "Windkraftanlagen im Reichswald" geht werden bei Velten alte Kämpfermentalitäten neu entfacht. Dem Klever geht es darum, den Bau von Vorrangzonen im heimischen Forst zu verhindern. Egal, ob diese auf Klever und Kranenburger Gebiet stehen sollen. Der 63-Jährige erklärt: "Zur Debatte um die Windräder im Reichswald macht es Sinn, diese in den Gesamtzusammenhang der Landesplanung zu stellen." Hintergrund ist, dass die Landesregierung in Düsseldorf sich vor einigen Jahren das Ziel gesetzt hat, den Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2020 auf 15 Prozent zu steigern. Der 63-Jährige sagt dazu: "Für alle fünf Regierungsbezirke in NRW wurden Vorgaben gemacht, um dieses Vorhaben zu erreichen." So wurde damals festgelegt, dass 2020 im gesamten Regierungsbezirk Düsseldorf 1,7 Terawattstunden aus Windenergie erzeugt werden sollen. Thomas Velten weiß durch eine Information aus dem Kreishaus, dass allein die im Kreis Kleve bereits genehmigten Windkraftanlagen 0,5 Terawattstunden Strom produzieren. Dies bedeutet: Aktuell stammt knapp ein Drittel der Windenergie, die der gesamte Regierungsbezirk erzeugen soll, aus dem Kreis. "Und hinzu kommt, dass immer fleißig neue Anlagen beantragt werden", ärgert er sich. Der Bündnisgrüne betont, dass die Stadt Goch seit einiger Zeit ihren Strombedarf komplett aus regenerativen Energien gewinnt. Uedem und Weeze werden dies in Kürze ebenfalls können, so Velten.

Was er zu bedenken gibt, ist, dass im Kreishaus satte 50 Neuanträge für Anlagen auf dem Tisch liegen. Der dann von diesen Windrädern produzierte Strom würde die alternative Energiegewinnung aus Windkraft im Kreisgebiet noch weiter steigen lassen.

Für den Grünen steht fest, dass der Kreis Kleve sein Soll übererfüllt hat und keine neuen Vorrangzonen im Forst ausgewiesen werden dürfen. "Wir haben unseren Beitrag geleistet und müssen die sensiblen Waldlandschaften erhalten. Es macht keinen Sinn, hier Wälder abzuholzen, während an anderer Stelle umweltverträglichere Standorte unbebaut bleiben", sagt Velten. Damit hat er zumindest bei den Gegnern des Projekts "Windkraftanlagen im Reichswald" neue Freunde gewonnen. Nicht nur dort wird es Stimmen geben, die da lauten: Auch die Grünen haben da dazugelernt.

Quelle: RP
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