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Kalkar
Geld vom Land für die Innenstadt?

Kalkar: Geld vom Land für die Innenstadt?
So schön der Marktplatz in Kalkar auch ist: Fußgänger klagen häufig über seine unkomfortable Pflasterung. FOTO: Evers
Kalkar. Die Entscheidung wird für Mitte des Jahres erwartet, ein Prioritätenkatalog liegt schon vor. Von Anja Settnik

Die Stärke dieser Kleinstadt ist zugleich (fast) ihre Schwäche: So schön er ist, der Kalkarer Marktplatz, Fußgänger klagen häufig über seine unkomfortable Pflasterung. Und dann die Sträßchen in der Innenstadt - nahezu pittoresk, aber wenn sich dort zwei Fahrzeuge begegnen, wird's eng. Das mittelalterliche Kalkar hat einen der bekanntesten Ortskerne in der Region, doch wer in der Stadt lebt oder regelmäßig dorthin muss, der kennt auch die Probleme. Verbesserungen der verkehrlichen Infrastruktur und in die Optik kosten Geld, das Kalkar nicht hat. Deshalb hoffen die Verantwortlichen auf Mittel aus dem integrierten Handlungskonzept.

Frank Sundermann, Fachbereichsleiter für Bauen und Planen, gibt es offen zu: "In Kalkar ist Vieles in die Jahre gekommen. Die Anforderungen an eine moderne Innenstadt sind heute andere als noch vor 30 Jahren, als unser Zentrum zuletzt saniert wurde. Denken Sie nur an den Straßenverkehr, der stark zugenommen hat. Aber auch die ästhetischen Vorstellungen sind heute andere." Als der Rat der Stadt Mitte 2016 beschloss, einem Fachbüro die Vorbereitung für die Teilnahme zu übergeben, war damit nicht etwa klar, dass Kalkar gleich im ersten Anlauf berücksichtigt würde. Manche Kommune hat auch mehrere Anläufe gestartet. "Unser Vorteil ist vermutlich, dass es in unserem Fall um Mittel für den städtebaulichen Denkmalschutz geht." Und geschlossene denkmalwürdige Ensembles wie in Kalkar gibt es nicht ganz so viele. Eine Bestandsaufnahme markierte den Start, eine Lenkungsgruppe aus Politikern, Verwaltung und Einzelhandel stand am Beginn des mehrstufigen Prozesses, eine zweifache Bürgerbeteiligung gehört dazu, demnächst wollen sich Vertreter der Bezirksregierung vor Ort umsehen. Wenn die Mittelzusage kommt, bedeutet das eine Förderung der Projekte von 60 Prozent, den Rest muss die Stadt selbst tragen. Schon in den 2018-er Haushalt sind 100.000 Euro an Planungskosten eingestellt. Insgesamt rechnet die Stadt mit rund zwei Millionen Euro, die sie beitragen muss, wenn alle Pläne umgesetzt werden.

"Das Gesamtkonzept wird sich über fünf Jahre erstrecken, 26 Maßnahmen sind beantragt", erklärt Sundermann. Ein barrierearmer Gehweg quer über den Marktplatz wird dazu gehören (eng abgestimmt mit dem Denkmalschutz), Straßenarbeiten, die zum Beispiel Setzungen in der Oberfläche ausgleichen, statt Bürgersteigen sollen einige schmale Sträßchen im historischen Ortskern demnächst ebenerdig sein. Ein gemeinsamer Verkehrsraum für Fußgänger und sonstigen Verkehr reduziere auch die Geschwindigkeit. Die Graben- und Wallzone soll besser angebunden werden. Einbahnstraßen sind laut Stadtbaurat nur bedingt möglich, zum Beispiel nicht an der Altkalkarer Straße; zwischen Fachmarktzentrum und Marktplatz pendelt ein Großteil des Verkehrs, der in die Stadt oder "raus" will.

Klar ist auch, dass einige Holzbrücken zu ersetzen oder zu sanieren sind - "da müssen wir in jedem Fall ran, notfalls auch ohne Förderung." Ein fünfter Arm am Kreisverkehr an der B 57, der die Xantener Straße anbinden könnte, ist ebenfalls eine vorgesehene Maßnahme. Der "Platz der Begegnung" könnte verbessert werden. Ein neues Beleuchtungskonzept - zeitgemäß, nicht historisierend - findet der Stadtplaner wichtig. Kleinere Verbesserungsvorschläge der Bürger sollen durch einen Verfügungsfonds möglich werden. Ganz wichtig: Dies alles zu koordinieren könne die personell dünn besetzte Stadtverwaltung nicht leisten. Es müsse ein Quartiersmanager eingestellt werden.

Quelle: RP
 
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