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Kranenburg-Nütterden
Gelebte Solidarität in Nütterden

Kranenburg-Nütterden: Gelebte Solidarität in Nütterden
Zahlreiche Kinder und Eltern nahmen an dem Dank-Gottesdienst und Erntedankfest in der St.-Georg-Grundschule teil. FOTO: Klaus Dieter Stade
Kranenburg-Nütterden. Die Sankt-Georg-Grundschule pflegt seit 30 Jahren eine Patenschaft mit argentinischen Landschulen. Auch im Jubiläumsjahr lud sie zum traditionellen Erntedankbasar zugunsten der Schulen im Bistum Anatuya/Nordargentinien. Von Maria van de Sand

Erst kürzlich brach sie wieder an - die Zeit der Erntedankfeste. Zeit zum Danksagen, Zeit für Reflexion, Zeit zum Feiern. Auch im Kranenburger Ortsteil Nütterden fanden sich Kinder und zahlreiche Eltern zu Gottesdienst und Erntedankbasar in der Sankt-Georg-Grundschule ein. Eine Sache war in diesem Jahr allerdings besonders beim Erntedankfest der Schule: Sie feierte die 30-jährige Patenschaft mit Landschulen im Bistum Anatuya / Nordargentinien.

Zum Festakt brachten Elisabeth und Werner Stalder, Beauftragte der Aktion Anatuya, erstmals einen Film mit, der vor Ort in Argentinien gedreht wurde. Kinder, Eltern, Lehrkräfte und Priester bedankten sich mit der Präsentation für die jahrelange Verbundenheit und Unterstützung vom Niederrhein. Die beiden Schulen, die aktuell durch das Projekt betreut werden, liegen in einem der bedürftigsten Gebiete des Landes. Das Videogrußwort aus Anatuya erklärte die Situation: Dort im Norden Argentiniens herrschen gänzlich andere Lebensumstände als hier in Deutschland. So gebe es kein Trinkwasser. Weder zum Wäschewaschen noch zur Bewässerung von Feldern stünde das zum Leben notwendige Gut zur Verfügung, heißt es in der Videobotschaft. Wege seien oft unbefahrbar. Kein Telefon, keine Internetverbindung. Oftmals ernährten sich die Menschen in den Dörfern lediglich von Mate-Tee und einer Art Fladen aus Weizenmehl, Tierfett und Wasser, berichtet der Film. Den Nahrungsbedarf eines Kindes kann das nicht decken.

Dank der Unterstützung durch die Aktion Anatuya hat sich die Situation in den letzten Jahrzehnten verbessert. "Zunächst standen Lernmittel, die Ausstattung einer Schule mit rund 40 Schülern und des zugehörigen Speiseraumes sowie die Schulspeisung im Mittelpunkt der Hilfe", erklärt Werner Stalder. "Seit 2011 gehen die Spenden an zwei kleine Landschulen in der Gemeinde Boquerón im Bistum Anatuya mit jeweils 16 Schülern. Dort werden die Mittel vornehmlich für die Kinderspeisung eingesetzt", so Stalder weiter. Mütter sorgten in den Schulen für ein tägliches Mittagessen.

Verbesserungen in dieser Form -dank Stipendien können heute in der Region einige Schüler auch an weiterführenden Schulen studieren- sind nur möglich, wenn derartige Initiativen tatkräftige Unterstützung erhalten, wie im Falle der Sankt-Georg-Grundschule. "Die Erlöse aus dem Erntedankbasar fließen zu 100 Prozent in das Projekt", hält Rektor Paul-Heinz Böhmer fest. Im Anschluss an Gottesdienst und Festakt lud er die Anwesenden dazu ein, gegen eine Geldspende nach eigenem Ermessen beim Erntedankbasar der Schule einzukaufen. Er hoffte darauf, dass die Tische am Ende des Tages leer geräumt seien, so Böhmer, und wünschte allen Schülern und Eltern zum Abschluss seiner Rede erholsame und schöne Herbstferien.

Quelle: RP
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