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Kleve
Gelungenes Dreikönigskonzert mit einem dynamischen Bach

Kleve. Das Dreikönigskonzert des Collegium Musicum Kleve ist fester Bestandteil des Kreis Klever Musiklebens: Jedes Jahr kann die Christus-König-Kirche die Masse der Zuhörer kaum fassen. Das spricht auch für den zu erwartenden Musikgenuss, dieses Jahr mit der Aufführung der Teile IV bis VI des Weihnachtsoratoriums: "Am Feste der Beschneidung Christi", "Am Sonntage nach Neujahr" und "Am Feste der Erscheinung Christi". Gerade diese Teile sind mehr als Ritual oder Brauch - sie sind eine musikalisch und theologisch zutiefst inspirierte Folge von Kantaten, die in ihrem Deutungsreichtum bis in die Gegenwart nichts von ihrem ursprünglichen Reiz eingebüßt haben und deshalb Publikumsmagnete sind. Von Barbara Mühlenhoff

Unter der Leitung von Johannes Feldmann musizierte das Collegium Musicum zusammen mit einem Chor aus Mitgliedern der Städtischen Singgemeinde sowie Freunden und mit den Solisten Nina Koufochristou (Sopran), Lina Hoffmann (Alt), Nedialko Peev (Tenor) und Ralf Rhiel (Bass).

Die akzentuierten, homogenen Tutti-Sätze, die Chöre und Choralstrophen erwiesen sich als Kleinodien des Abends. Bei Sopranistin Koufochristo gefielen die Leichtigkeit des Ausdrucks und der schlanke, grazile Ton, während Altistin Hoffmann mit ihrer tiefen, intensiven Strahlkraft und gerundetem Ton als herausragend zu erwähnen ist. Tenor Peev und Bass Rhiel überzeugten besonders in ihren tiefen Stimmlagen: Beide intonierten deklamatorisch stark und gestalteten ihre Arien innig und profund. Als Evangelist zeigte Peev in der lyrischen Komponente seine Stärke; lediglich Rhiels Bass-Arie "Erleucht auch meine finstre Sinnen" lief mit der Begleitung etwas auseinander. Der Chor deklamierte den Text meist vorbildlich klar und schnörkellos und bot einen hervorragenden Gesamtklang. Die Männerstimmen fielen bei Einzelpartien zu den Frauenstimmen zwar etwas ab, was dem Gesamteindruck aber keinerlei Abbruch tat. Die Gesangslinien wurden klar und differenziert gestaltet und die Zugabe "Ehre sei dir, Gott, gesungen" erklang als wahrer Jubelgesang. Mit der nötigen Spielfreude in den Tutti-Abschnitten und der grazilen Begleitung der Solisten in den Rezitativen und Arien zeichnete sich das Collegium Musicum durch gute Balance und Farbenreichtum aus. Die Begleitung der Solo-Arien mit meist reduziertem Instrumentarium unterstrich deren intensive Ausdruckskraft.

Zum Abschluss bestimmte festliches D-Dur die Kantate VI, deren Chöre von Trompeten überstrahlt wurden. Tempo und Dynamik von Johannes Feldmanns Aufführung waren klug durchdacht und angewandt, ohne über das Ziel hinauszuschießen - ein dynamischer Bach, klanglich und musikalisch als Abschluss der Weihnachtszeit gelungen.

Quelle: RP
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