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Kreis Kleve
Gemeinsame Führungen in Schloss Moyland und Kurhaus

Kreis Kleve. Bald können die beiden überregional bedeutenden Museen Moyland und Kurhaus ihren 20. Geburtstag feiern. Doch erst jetzt gibt es konkrete Überlegungen zu einer Kooperation. Die unterschwellige Konkurrenz der ersten Jahre scheint endlich überwunden: Gestern stellten Kleves Museumsdirektor Prof. Harald Kunde und seine Mannschaft das pädagogische Programm fürs erste Halbjahr 2016 und die geplanten Führungen in dieser Zeit vor. Von Matthias Grass

Endlich gibt es Führungen, die beide Häuser zu einem Wochenenderlebnis werden lassen: ein halber Tag Beuys in Moyland, ein halber in Kleve und dazwischen ein gemeinsames Mittagsessen. Gerd Borkelmann, der lange Jahre durchs Kurhaus führte und jetzt auch Führungen in Moyland anbietet, hatte in beiden Museen Gäste, die vom anderen nichts wussten. "In der Regel waren die Besucher sofort neugierig auf das jeweils andere Haus und fragten nach Kooperationen", sagt Borkelmann. Jetzt sind sie da: Borkelmann, Brigitte Alex und Alexandra Eerenstein kennen beide Häuser. Borkelmanns Führung heißt "Am Originalschauplatz: Ein Tag mit Joseph Beuys am Niederrhein". Bei zehn Personen kostet sie 17 Euro plus Eintritte plus Essen. Das Essen kann dann sowohl im Klever Café Moritz als auch im Moyländer Café organisiert werden.

Für Moylands Museumsdirektorin Dr. Bettina Paust ist die Kooperation der Häuser ein wichtiger Bestandteil für die Zukunft der Museen am Niederrhein. "Wir geben auch Leihgaben zur nächsten Beuys-Ausstellung in Kleve. Wir müssen alle federführend daran arbeiten, dass die Kooperation endlich auf den Weg kommt. Das ist der erste Schritt zu einer Kooperation, die wichtig ist - auch über die Region hinaus", sagt sie. Kombipakete könnten künftig mehr Besucher an den Niederrhein locken. Auch in Kleve arbeitet man daran, näher zusammen zu rücken. So haben sich die Mitarbeiter der Museen getroffen und ausgetauscht. "Wir versuchen, die örtliche Nähe auch in eine geistige Nähe umzuwandeln", sagt Kunde.

Kombi-Pakete plant man beim Team der Museumsführer auch in anderen Bereichen: So ist eine Mittelalterführung in Planung, die sowohl die Schätze der Schnitzer in Kleve als auch die Altäre in der Kalkarer St.-Nicolai-Kirche miteinander verzahnt.

Alexandra Eerenstein lädt außerdem zu einer spannenden Kunstbetrachtung ein: Es geht dabei um ein Kunstwerk, das sie vorstellt. Vielleicht ist das sogar das Lieblingsexemplar der Gruppe. Doch das ist nur der eine Teil der Führung: "Anschließend wollen wir uns ins Café setzen, bei einem leckeren Gebäck und einer Tasse Kaffee oder Tee das Ganze sacken lassen und dann noch einmal ungezwungen darüber unsere Gedanken austauschen", sagt Eerenstein.

Alexandra Eerenstein gibt auch die "Krabbelgruppe" unter den museumspädagogischen Angeboten, die an diesem Wochenende starten. Die sind für kreative Kindergartenkinder gedacht und bei jungen Eltern sehr gefragt. So wie die anderen Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die gestern in der jetzt neuen Wunderkammer vorgestellt wurden (Bericht folgt).

Quelle: RP
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