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Kleve/Kranenburg
Genossen für Energie in Grenzgemeinde

Kleve/Kranenburg: Genossen für Energie in Grenzgemeinde
Marc Wiederuh ist Prokurist bei der Klever Volksbank. FOTO: Stade Klaus-Dieter
Kleve/Kranenburg. RP-Serie: Die Genossenschaften im Kleverland - heute die Energiegenossenschaft in Kranenburg. Jedes Mitglied der Vereinigung bezahlt mindestens 500 Euro als Einlage ein und hat ein Stimmrecht in den Versammlungen. Von Matthias Grass

Sie haben sich mit der "Energiegenossenschaft Kranenburg eG" hehre Ziele gesetzt: Die 54 Mitglieder wollen ihr Scherflein zur Energieeffizienz beitragen. Sie wollen den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region fördern und, schließlich unten auf lokaler Ebene vor Ort angekommen, wollen sie eine Wertschöpfung für die Mitglieder erreichen. Es geht ihnen um regenerative Energien. Auch um Innovationen. Schaffen wollen sie das mit ihren Einlagen in der Genossenschaft, in die jeder mit einem Anteil von mindestens 500 Euro beteiligt ist.

"Jeder, der diese Mindesteinlage tätigt, hat eine Stimme in der Mitgliederversammlung", sagt Marc Wiederuh. Der Volksbank-Prokurist ist Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft, neben ihm im Aufsichtsrat sind Andreas Jünemann als sein Stellvertreter und Andreas Meyer. Im Vorstand arbeiten Stefan Blome und Hans Kocks. Bis jetzt haben die Energie-Genossen in Photovoltaik-Anlagen auf der Christophorus-Schule in Kranenburg und den dortigen Bauhof investiert und sind an Windkraftanlagen Nimwegen-Betuwe beteiligt. Sollte der Projektentwickler Abo-Wind die Genehmigung für Windkraftwerke am Kartenspielerweg bekommen, möchte man sich dort beteiligen.

Die Solar-Anlage auf dem Dach des Bauhofes in der Gemeinde Kranenburg. FOTO: Klaus Dieter Stade

"Die Energiegenossenschaft bietet die Möglichkeit, dass solche Großprojekte auch für den Bürger vor Ort möglich sind, dass man gemeinsam die Investition stemmt, die sonst nur ein vielleicht auch noch fremder Investor tätigen würde. So bleibt die Wertschöpfung bei den Bürgern vor Ort", erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende. Sollte man die Möglichkeit bekommen, dieses Projekt zu realisieren, würde die Genossenschaft sofort wieder Mitglieder werben. Die bekommen im Gegenzug das Mitspracherecht und die Dividende, die in der Regel über den gegenwärtigen Zinssatz liegt.

"Die Lage dort ist aber noch unklar, so dass wir auch weitere Dächer für Photovoltaikanlagen suchen werden", sagt Wiederuh. Das müssten Dächer sein, die nach Süden ausgerichtet sind, die die entsprechende Dachneigung haben und nicht verschattet sind. Denn nach einer Dividende im ersten Jahr wurden im vergangenen Jahr keine Gelder ausgeschüttet. Man will das Eigenkapital stärken. "Die Anlagen arbeiten profitabel - aber wir müssen auch an die Nebenkosten im Blick haben", erklärt der Volksbanker. Denn auf Dauer reicht eine schwarze Null eben nicht, da muss irgendwann ein Gewinn abfallen.

So sucht man neben der möglichen Beteiligung an den Windkraftwerken am Kartenspielerweg weiter nach anderen Lösungen. "Wir haben auch schon über Elektromobilität nachgedacht", sagt Wiederuh. Beispielsweise könnte die Genossenschaft ein Elektroauto kaufen und wieder verleasen. "Wir denken darüber nach", sagt Wiederuh. Auf jeden Fall soll die Genossenschaft breiter aufgestellt werden. Was das Einwerben von Kapital - also weitere Mitglieder mit weiteren Einlagen - anbetrifft, sieht der Aufsichtsrat keine Probleme. "Wenn ein Projekt da ist - sei es Windkraft oder weitere Dächer für Photovoltaik - ist das nicht so schwer", sagt er. Mit Blick auf die die Genossenschaft in Kranenburg ist er optimistisch: Im kommenden Jahr soll es wohl wieder eine Dividende geben.

"Auch das ist der Vorteil des Genossenschaftsprinzips: Wir sind nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet wie eine AG", erklärt er. Deshalb eignen sich Genossenschaften auch, um neue Techniken oder Denkmodelle, wie das Verleasen von E-Mobilen - auf den Markt zu bringen, sagt er.

Quelle: RP
 
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