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Kleve
Geometrische Formen verleihen Rhythmus

Kleve. "From here to there": Gerd Borkelmann zeigt am Sonntag 25 Bilder aus den vergangenen zehn Schaffensjahren Von Markus Balser

Wenn von Gerd Borkelmann die Rede ist, gerät Werner Steinecke vom Emmericher Kunstverein ins Schwärmen: "Er ist einer der wenigen Künstler vom Niederrhein, die sich immer weiterentwickeln und auch international Geltung haben." Ab Sonntag können sich Besucher des Hauses im Park davon selbst ein Bild machen. Dann nämlich wird eine Ausstellung mit gut 25 Werken Borkelmanns aus den vergangenen zehn Jahren in der kleinen Galerie im Emmericher Rheinpark eröffnet.

Der Titel "From here to there" mag eine Anspielung auf den Wirkungskreis Borkelmanns sein. Der 59-jährige Klever, geboren in Kevelaer, hat einen Galeristen in Chicago an der Hand, der es ihm ermöglicht, Bilder in den USA auszustellen - und auch an den Mann zu bringen.

Wer einen Borkelmann kauft oder betrachtet, hat in der Regel ein ab-straktes Werk vor sich. Eines, aus dem sich vielleicht ein stark gerasteter Stadtplan erkennen ließe, oder ein anderes, auf dem sich möglicherweise ein Harlekin tummeln könnte. Doch Borkelmann sind solche Interpretationsversuche einerlei. "Jeder mag in meinen Bildern sehen, was er sehen möchte. Mir geht es darum, mit Formen ein Bild zu gestalten."

Seine Bilder sind oft Zufallsprodukte, für die sich der Künstler jedoch einiges einfallen lässt. Er arbeitet vorwiegend mit Grautönen, Weiß und Schwarz. Nur hier und da gibt es farbige Kontrapunkte, doch auch die sind meist gedämpft, fast ins Schwarze gehend. Im Mittelpunkt der Borkelmann'schen Bilderwelt steht die Komposition, das Füllen des Blattes oder der Leinwand. Oft sind es streng geometrische Formen - Rechtecke, Kreise, Kreissegmente -, die aneinandergefügt sind und dem Bild einen besonderen Rhythmus verleihen. Auch deshalb spricht Borkelmann selbst vom "Klang" seiner Bilder. Klänge, die sich weiterentwickeln sollen - ein Prozess, wie die Arbeit am Werk selbst. "Das ist Malerei. Sonst ist es Illustration."

Gerd Borkelmann verwendet vorwiegend wasserlösliche Farben, aber auch Öl, Bleistift und Kugelschreiber. Da er oft unterwegs arbeitet und schnell trocknende Materialien benötigt, kam auch Tipp-Ex dazu. Die weiße Korrekturflüssigkeit setzt er gekonnt ein, um die Strukturen seiner Bilder zu übermalen oder ganze Flächen damit zu füllen. So erzielt er einen Effekt, der seinen Bildern etwas Besonderes verleiht. Vielschichtigkeit, im wahrsten Sinne des Wortes.

Vernissage: Eröffnung am Sonntag, 23. Oktober, 14 Uhr, Haus im Park, Rheinpark, Emmerich. Öffnungszeiten: sonn- und feiertags 11 bis 17 Uhr, samstags 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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