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Kleve
Geschichte auf leisen Sohlen

Das Klever Schuhmuseum in Bildern
Das Klever Schuhmuseum in Bildern FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Ein wichtiges Stück Klever Geschichte zum Leben erweckt – zum Start mit ganz viel Jugend: Am Wochenende wurde auf dem Hoffmann-Gelände das Schuhmuseum eröffnet. Kleine Künstler kamen groß raus. Von Katrin Haas

Das Spuckmänneken wurde entführt, nun fordern die Erpresser hohes Lösegeld. Die Forderung: Das Klever Schuh-Museum soll im Haushalt 2011 der Stadt Kleve auftauchen. Ein Glück, dass das Spuckmänneken nur eine Kopie ist, und die Erpresser der Vorstand des Vereins "Kleefse Schüsterkes". Der Verein stellte seine Lösegeldforderung, zur Erleichterung des Bürgermeisters Theo Brauer, auch nur mit einem Augenzwinkern.

Bei der Eröffnung des Klever Schuh-Museums war dem Vorsitzenden Theo Knips die Freude über das gelungene Fest anzumerken. Die Erinnerung an die Schuhindustrie wach halten, dass war schon vor einigen Jahren eine Idee von Klever Bürgern. Doch diese scheiterte damals an Kritikern, vor allem aber an der nötigen finanziellen Unterstützung und an passenden Räumlichkeiten.

Das konnte der Verein "Kleefse Schüsterkes" jetzt ändern. Dank der mietfreien Räume in einem ehemaligen Gebäude der Hoffmann-Schuhfabrik und den Spenden der Mitglieder konnte die Vision der Klever umgesetzt werden. Auf zwei Etagen erinnern Leisten, Ledersorten und Nähmaschinen an den bedeutenden Wirtschaftszweig in der Schwanenstadt.

Die passenden Lieder

Die Singgemeinschaft der Hoffmann-Werke brachte die Besucher der Eröffnungsfeier mit Schusterliedern ans Schunkeln, die Zwergschüsterkes des St.-Martin Kindergartens Griethausen begeisterten mit ihren Gesangskünsten zu "Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh". Der Bürgermeister führte die Gäste in seiner Ansprache auf eine Reise in die Vergangenheit. Er erinnerte an die goldenen Zeiten der Schuhindustrie, als sie noch der größten Arbeitgeber in der Stadt war. Brauer vergaß aber auch nicht die weniger fröhlichen Erinnerungen, beispielsweise die Schließung der Elefanten-Werke im Jahr 2004. Dank dem Motto "Die Liebe überwindet alles" – auch diverse Skeptiker – könne jetzt das Schuhmuseum seine Pforten öffnen.

Auch die SPD-Bundestagsabgeordneteund Bundesschatzmeisterin Dr. Barbara Hendricks schwelgte in Kindheitserinnerungen. Sie sei selbst an den Forschungen der Hoffmann Schuhfabrik beteiligt gewesen: Als Kind habe man auch ihre Füße vermessen. Aus den Messungen entwickelte die Schuhfabrik dann auch für Kinder den linken und rechten Schuh, eine Innovation in der Branche. Nach rund einem Jahr, die das Sammeln, Planen und Einrichten gekostet haben, können Klever Bürger jetzt im Museum die Schuhindustrie wieder aufleben lassen.

Schluffenschuster

Vom alten Schluffenschuster bis zur Fertigung durch Maschinen, im Schuhmuseum lässt sich die Entwicklung des Schuhwerks und besonderns die Bedeutung für die Stadt Kleve verfolgen und nacherleben.

Quelle: RP
 
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