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Kleve
Gesicht zeigen gegen Fremdenhass

Kleve. Wahlen standen im Mittelpunkt der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Kleve / Zahl junger Pfarrer nimmt ab.

Die Ökumenische Visite sowie Wahlen standen im Mittelpunkt der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Kleve. Gewählt wurden in der Kirchengemeinde Uedem die Mitglieder der Fachausschüsse.

155 Menschen engagieren sich für Themen wie Diakonie, Frauenfragen, Öffentlichkeitsarbeit oder die Partnerschaft mit dem indonesischen Kirchenkreis Silindung. Der Kirchenkreis besetzt vier Delegierten-Plätze auf der Landessynode. Damit beauftragt sind nun Superintendent Hans-Joachim Wefers (qua Amt), Pfarrer Hartmut Pleines (Geldern), Friedrich Graf zu Eulenburg und Hertefeld (Weeze) und Brigitte Messerschmidt (Xanten).

Die Ökumenische Visite der Landeskirche war ein Hauptthema. 17 kirchenleitende Menschen aus der weltweiten Ökumene begutachteten 2015 das Wirken der rheinischen Kirche stichpunktartig. "Die Visite gehört zu den schönsten und wertvollsten Dingen, die ich in meiner bisherigen Arbeit für die Landeskirche erlebt habe", so Landeskirchenrätin Christine Busch. Sie führte in ihrem Bericht aus, dass neben einer hohen Professionalität kirchlichen Handelns an manchen Stellen ein Fehlen des "typisch Evangelischen" stehe. Etwa diakonisches Handeln würde theologisch zu wenig begründet. Die Unschärfe im Pfarrbild sorgte für Diskussion in einer der sechs Arbeitsgruppen in Uedem: Es ist für Pfarrer nicht einfach, zwischen dem klassischen Seelsorger und dem "Gemeindemanager" einen Weg zu finden, der die meisten in der Gemeinde zufriedenstellt.

Absehbar gehen mehr Pfarrer in den Ruhestand, als dass junge Theologen nachkommen. Das wird die verschiedenen Leitungsebenen der Kirche zu neuen Definitionen der beruflichen Arbeit bringen.

Die ebenfalls im Abschlussbericht bescheinigte "Pfarrerzentrierung" der Kirche könnte einer noch mehr ehrenamtlich getragenen Struktur (Priestertum aller Gläubigen) weichen.

Vom und über den Glauben zu reden (Sprachfähigkeit), sei zurzeit jedoch noch etwas, womit sich auch gläubige Menschen schwer tun, hieß es in einer anderen Gruppe. Andacht und Gebet, das würde lieber dem Pfarrer überlassen.

Die Synode schloss sich der landeskirchlichen Mitmachaktion "Wir sind Mitmenschen" an. Diese zeigt Gesicht(er) gegen Fremdenhass. In Uedem einigten sich die Synodalen mehrheitlich auf den Bibelvers aus Mt. 10,39: "Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf". Beteiligen können sich darüber hinaus weitere Einzelpersonen und Gruppen, die sich mit einem Foto und einem Standpunkt deutlich gegen Fremdenfeindlichkeit positionieren. Mehr dazu auf www.wirsindmitmenschen.de

Mit 1,5 Wochenstunden wurde eine Stelle neu geschaffen, welche die Gleichstellung von Männern und Frauen im Kirchenkreis, etwa bei der Besetzung von Gremien, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, im Blick behalten soll. Die nächste Kreissynode findet am 11./12. November in der Ev. Stiftung Kleve statt. Dann stehen die Wahlen zum Kreissynodalvorstand, Berichte der Gemeinden sowie Haushaltsberatungen im Mittelpunkt.

Quelle: RP
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