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Kalkar/Kranenburg
Goldener Ochsenorden für Hawerkamp

Kalkar/Kranenburg: Goldener Ochsenorden für Hawerkamp
Stephan Weber gratuliert dem mit Ochsenorden geschmückten Wilhelm Hawerkamp im Kreise von KKG-Karnevalisten und Familie. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kalkar/Kranenburg. Kalkarer Karnevalsgesellschaft (KKG) hat gestern dem Kranenburger Vorsitzenden des Freundeskreises humanitäre Hilfe in Indien und Ghana die hohe Auszeichnung verliehen. Wilhelm Hawerkamp dankte seinen Mitstreitern. Von Monika Hartjes

Am 9. Juli 2004 wurde Wilhelm Hawerkamp, Vorsitzender des Freundeskreises humanitäre Hilfe in Indien und Ghana, das Bundesverdienstkreuz verliehen. Kann man diese Auszeichnung noch toppen? "Die KKG kann das", sagte Stephan Weber, Senatspräsident der Kalkarer Karnevalsgesellschaft. "Denn sie verleiht heute nichts Geringeres als den 'Goldenen Ochsenorden'." Der wird seit 1967 unter dem Leitspruch "Ein Herz hat nur, wer ein Herz für andere hat" für ehrenamtliches Engagement verliehen. "Die christliche Nächstenliebe und die humanitäre Hilfe vor Ort sind die Kerngedanken des jahrzehntelangen Handels von Wilhelm Hawerkamp." Damit sei er ein würdiger Träger des "Goldenen Ochsenordens", so Weber.

Gestern wurde dem Kranenburger der Orden in einem Festakt im Ratssaal des Kalkarer Rathauses überreicht. Stephan Weber hielt die Laudatio und ging zurück in das Jahr 1990, als Hawerkamp, Lehrer am Berufskolleg Kleve, Urlaub in Indien machte. Er schaute nicht weg, als er das Elend der Bevölkerung sah. Hawerkamp freundete sich mit einem Arzt an, der in den Slums arbeitete, und organisierte nach der Reise Spenden im Kollegen- und Freundeskreis. "Die Wellen der Hilfsbereitschaft wurden immer größer und mit der Errichtung eines Krankenhauses wurde ein erster Höhepunkt erreicht", erzählte Weber. Neben der Verbesserung der medizinischen Situation lag dem Kranenburger auch die schulische Bildung am Herzen: Unterricht für arme Kinder, Alphabetisierungsmaßnahmen für Frauen und Schneiderinnen-Kurse.

Sein Kontakt zu Ghana entsteht 1994, als er den jungen Isaac kennen lernt, den er 1998 adoptiert. Heute lebt Isaac mit seiner Familie in Oldenburg. Im Süden von Ghana ist inzwischen der "Wilhelm Educational Complex" entstanden, der insbesondere armen Kindern einen Schulbesuch ermöglicht.

Die Kalkarer Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz unterstrich den Wert der Auszeichnung. "Der Ochsenorden ist eine traditionsreiche Auszeichnung, eine, die zählt am Niederrhein. Wir alle wissen um den Wert der ehrenamtlichen Arbeit für unsere Gesellschaft." Diese Arbeit ließe sich nicht in Dollar berechnen. Sie sei Ausdruck von Haltung und Charakter. Ehrenamtler handeln einfach und sie tun es mit dem ganzen Herzen. So wie Wilhelm Hawerkamp. "Er hat nicht nur Zeit und Geld, er hat sich sozusagen selbst investiert, seinen Kopf und sein Herz", so Dr. Schulz. Landrat Wolfgang Spreen gratulierte im Namen der Menschen aus dem Kreis Kleve und wünschte weiterhin viel Erfolg. Er überreichte eine Spende, ebenso wie der Kranenburger Bürgermeister Günther Steins, der sehr stolz war, dass mit Hawerkamp bereits der vierte Ochsenordensträger aus seiner Gemeinde komme.

Hawerkamp freute sich über die Würdigung und die vielen wunderbaren Worte. "Ich bin stolz darauf, aber ohne meine Mitstreiter wäre das Ganze nicht möglich gewesen", sagte er und bedankte sich auch auf indisch, während sein Sohn Isaac "Danke" in der ghanischen Sprache sagte. "Wir machen weiter, denn steter Tropfen höhlt den Stein", versprach der neue Ordensträger. "Und wir bedanken uns für jeden Tropfen und auch für Regen."

Quelle: RP
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