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Rp-Serie: Unsere Seelsorger (40): Frans Van Den Broek
Gottes Geist kennt keine Grenzen

Kleve. Der niederländische Geistliche Frans van den Broek war 16 Jahre Pfarrer von St. Jodokus Keppeln. Nachdem er einige Jahre in der Diaspora wirkte, wollte er wieder zurück in seine Heimat und landete im Queekendorf. Von Werner Stalder

UEDEM-KEPPELN Maria Baaden (62), langjährige Pfarrsekretärin und Küsterin, erinnert sich an eine besondere Begebenheit im Leben des Pfarrers Frans van den Broek, der von 1983 bis 1996 und danach noch bis 1999 als Emeritus Pastor von St. Jodokus in Keppeln war: "Als ihm die Pfarrstelle in Keppeln angeboten wurde, schwang sich der Pfarrer in seinen PKW und fuhr in Richtung Niederrhein, um seine zukünftige Gemeinde, ohne dass jemand ihn kannte, zu besichtigen. Mit Fotos von Kirche, Pfarrhaus, Leuten und Gegend, schon mit Umbauplänen im Kopf, fuhr er in Richtung Holland zurück. Später, als der Dechant ihn einlud, ihm die neue Gemeinde zu zeigen, wurde er stutzig, und es verschlug ihm die Sprache. Bei seiner bekannten Schnelligkeit hatte er nicht genau hingehört und hatte bei seiner Alleinbesichtigungsreise die Fotos von einer Nachbargemeinde gemacht, aber die Zusage für Keppeln gegeben."

Der Geistliche wurde 1923 als neuntes Kind von zwölf Kindern in Helmond/Niederlande geboren. Nach zehn Jahren Schulbesuch begann er ein Theologiestudium, wie es sein zehn Jahre älterer Bruder auch gemacht hatte. Am 30. Mai 1953 empfing er in der Sint-Jans-Kathedrale in ´s-Hertogenbosch die Priesterweihe und feierte in seiner Heimatpfarrei St. Lambertus Helmond im Beisein seines Vaters und seiner Geschwister das Primizamt. Seine Mutter starb schon früh, als er 13 Jahre war und konnte nicht mehr miterleben, dass zwei ihrer Söhne zum Priester geweiht wurden.

Die erste Kaplanstelle war in Vught. Dann war er Kaplan in Eersel (1954-1959), Eindhoven (1959-1963) und Tilburg (1963-1964). Oft spielte er mit dem Gedanken, als Seelsorger in der Diaspora zu arbeiten. Durch sein fantastisches Deutsch kam er 1964 nach Braunschweig. 1965 wurde in Bad Grund im Harz eine Pastorenstelle frei, und so wurde er nach nur einem halben Jahr als Kaplan in Braunschweig vom damaligen Bischof von Hildesheim zum Pastor von Bad Grund ernannt. Dort blieb er zehn Jahre. Er hatte auf 200 Quadratkilometern acht Pfarren mit etwa sieben Prozent Katholiken zu betreuen.

Bei den Gottesdiensten in der Hauptpfarrei waren mehr Kurgäste als Gemeindemitglieder. Um eine Stunde Kommunionunterricht zu erteilen, musste er 150 Kilometer jeweils hin und zurück fahren, um die Kinder zusammen zu holen. Schließlich packte ihn das Heimweh nach Holland, und er ließ sich nach Boven Leewen versetzen, wo er von 1975 bis 1983 Pastor war. Als der damalige Pfarrer in Keppeln, Klemens Weilke, aus gesundheitlichen Gründen seine Pfarrstelle in Keppeln aufgeben musste, kam Frans van den Broek in das Dorf mit etwa 1300 Katholiken.

Hier durfte die Gemeinde mit ihm einige Feste feiern: seinen 60. und 70. Geburtstag und das Jubeljahr 500 Jahre St. Jodokus Keppeln. Den Eröffnungsgottesdienst feierte er mit seinen beiden Vorgängern Pastor Johannes Meyer und Pastor Klemens Weilke, die beide 18 Jahre in Keppeln blieben. Im Sommer 1985 konnte Pfarrer van den Broek den Jodokus-Brunnen einweihen, ebenso wie die neuen Fenster in der Kirche ein.

"Die Idee, die Motive der Fenster aus dem Hungertuch des Mittelalters zu nehmen, stammte einzig und allein von Pastor van den Broek", sagt Maria Baaden. Der Künstler habe diese Idee in fantastischer Weise verwirklicht. Der Pastor war dabei, als 1994 die Kirche einen neuen Turmhelm bekam, und auch die Aufstockung des St.-Jodokus-Kindergartens hat er intensiv begleitet.

Quelle: RP
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