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Kleve
Gottes Licht im neuen Glanz

Kleve. Die Arbeiten an den drei wertvollen Chorfenstern des Materborner Gotteshauses sind abgeschlossen. Sie zeigen das Leben von Joachim und Anna. 115.000 Euro kostete die Renovierung, davon übernahm der Förderverein 80.000 Euro. Von Werner Stalder

KLEVE-MATERBORN Die drei Chorfenster in der Pfarrkirche St. Anna in Materborn sind nach drei Jahren jetzt vollendet. Sie zeigen die Lebensgeschichte der heiligen Anna und ihres Bräutigams, des heiligen Joachim, ihre Hochzeit, die Geburt Mariens und die Darstellung Mariens im Tempel. "Diese Fenster waren, gerade im unteren Bereich, mit der Zeit unvollständig und sind mit Hilfe des Förderkreises vervollständigt worden", sagte Pfarrer Christoph Grosch. Die Fenster sind aus der Glasmalerwerkstatt Wilhelm Derix in Goch um 1882 entstanden und sind nun von dem Klever Glaskünstler Wilfried Grootens, der auch schon ein Rundfenster für das Gotteshaus schuf, vervollständigt worden. Die Entwürfe stammen von der Glasmalerin Irene Glasmacher, die als Mitarbeiterin des Förderkreises diese ehrenamtlich erstellt hat. Wilhelm Ost, ehemaliger Vorsitzender des Förderkreises, erläuterte, dass bei den Bildfenstern teilweise ganz neue Köpfe zu sehen seien. Der Glaskünstler Grootens habe diese und andere Details neu gestaltet und wieder eingesetzt. Jetzt sind die Darstellungen in ihrer Vollständigkeit viel besser erkennbar. Daneben wurden auch die linken Seitenfenster erneuert. Dafür wurden Teile aus den rechten Seitenfenstern ausgebaut. Diese waren blind geworden, nachdem man 1910 den Kirchturm dort aufbaute. Auch entschied man sich, die hinteren Gitter nicht mehr zu erneuern. Die Kirche sollte abgerissen werden, es gab Steinwürfe, und man glaubte, die Fenster würden keinem Zweck mehr zugeführt. Dann kam die Entscheidung, die Kirche doch nicht abzureißen, sondern den Chorraum als Leichenhalle zu nutzen. Deshalb wurden 1966 die Gitter eingesetzt. "Jetzt machen die Lichtverhältnisse sehr schön deutlich, dass die Gitter entfernt wurden", sagte Wilhelm Ost. Irene Glasmacher war innerlich sehr glücklich, als sie gefragt wurde, Entwürfe für den unteren Teil der Fenster zu erstellen. Es habe sie schon immer die für sie unmögliche Darstellung gestört. "Es ist eine lange Zeit, bis man zu den einfachsten Ausführungen kommt", sagte sie, "die Figürlichkeit sollte nicht gestört werden." Deshalb habe sie sich für eine Art Säulen entschieden, die die Fenster tragen. Wilhelm Ost ergänzte, dass ursprünglich die Unterteile so wie die oberen Teile gestaltet waren: "Da stand in allen sechs Fensterteilen jeweils in der Mitte des unteren Fensterabschlusses ein Kelch, aus dem drei Lilien erwuchsen."

Die Gesamtkosten der jetzt durchgeführten Maßnahme beliefen sich auf rund 115.000 Euro. Davon wurden 80.000 Euro vom Förderverein getragen. Die restlichen 35.000 Euro kamen vom Bistum Münster. Pfarrer Christoph Grosch zeigte sich besonders froh darüber, den Zyklus der Anna-Fenster in Materborn zu haben. Es gebe nicht sehr viele Kirchenfenster mit der Darstellung des Lebens von Anna und Joachim. "Joachim und Anna sind keine biblischen Gestalten, nur erwähnt in einem Apokryphen-Evangelium nach Jakobus um 150 nach Christus", führte Pfarrer Grosch aus. Manches aus ihrem Leben werde auf den Fenstern der St.-Anna-Kirche dargestellt.

Quelle: RP
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