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Kreis Kleve
"GreenLive" nimmt Frauen in den Fokus

Kreis Kleve: "GreenLive" nimmt Frauen in den Fokus
Die Messe kommt in Fahrt: Die Organisatoren von "Green Live" im Wunderland Kalkar. FOTO: Gottfried Evers
Kreis Kleve. Wenn es um Landwirtschaft geht, sind längst nicht mehr nur Männer mögliche Adressaten. Immer mehr Frauen sind im Agrobusiness beschäftigt oder sollten dort ihre Chance ergreifen, raten Insider. Fachmesse vom 5. bis 7. Dezember. Von Anja Settnik

Ein erstaunlich großer Tisch war nötig, um alle Teilnehmer am Pressegespräch zur Kalkarer Agrarmesse "GreenLive 2016" aufzunehmen. Außerdem verblüffend: Frauen waren dabei deutlich in der Überzahl. Was der Außenstehende eher nicht annimmt, wenn es um Landwirtschaft und Berufe der grünen Branche geht. Doch das ist eben zu kurz gedacht, war zu erfahren: Nicht nur arbeiten Frauen in fast allen landwirtschaftlichen Betrieben an der Seite ihres Mannes aktiv auf dem Hof mit, sehr viele sind auch eigenständig im Agrobusiness tätig. Die beruflichen Chancen von Frauen in den grünen Berufen sind bei der diesjährigen "GreenLive" in den Kalkarer Messehallen ein Schwerpunkt.

Georg Remy als Organisator der Fachmesse gab einen kleinen Überblick über die Entwicklung der "GreenLive", die 2011 noch in den alten Hallen ihren Anfang nahm und mit dem Neubau der "Hanse-Halle" 2012 erheblich wachsen konnte. "Von 6500 Gästen im Jahr 2010 haben wir es bis 2015 auf 21 .000 Besucher gebracht", berichtete er. Mit einer ähnlichen Größenordnung werde auch in diesem Jahr gerechnet.

Von Montag, 5. Dezember, bis Mittwoch, 7. Dezember, jeweils 13 Uhr bis 22 Uhr, wollen rund 200 Aussteller die Leistungsfähigkeit der Branche repräsentieren.

Auf der Messe trifft man sich nicht nur oder schließt Kontakte, sie hilft auch, Marktanteile auszubauen und Geschäfte abzuschließen, hat Remy erfahren. Immerhin ist der Kreis Kleve in Sachen Landwirtschaft führend im ohnehin starken Agrarland Nordrhein-Westfalen. Es kommen also viele Fachleute zusammen, die sich mit Kühen, Schweinen, Rüben und Getreide, aber ebenso mit dem Gartenbau, der Logistik und Dienstleistung rund um die grüne Branche, mit Maschinen und Vermarktung auskennen.

"Etwa 100.000 Einladungskarten sind in NRW unterwegs", freut sich Georg Remy, denn nicht nur die Messe selbst, sondern auch die Aussteller schreiben potenzielle Geschäftspartner an. Ob Landtechnik, Molkereien, Saatgutproduzent oder Besamungsstation: Höchst unterschiedliche Adressaten dürften auf der GreenLive passende Gesprächspartner finden. Zumal die Stimmung in der Landwirtschaft wieder besser wird, stellte Dr. Franz-Josef Stork als Leiter von Haus Riswick und der Landwirtschaftskammer Kleve fest. Ganz vorsichtig stimmt ihm da sogar Kreislandwirt Johannes Peters zu: Schweinefleisch- und Milchpreise, seit Jahren auf Talfahrt, wurden angehoben, allerdings sei der Gewinn noch nicht in den Geldbörsen der Bauern angekommen. "Mal sehen, wie viel davon sich der Lebensmitteleinzelhandel in die Tasche steckt."

In den schlechten Jahren haben nur sehr wenige Betriebe aufgegeben, stellt Stork erleichtert fest. Viele junge Leute sähen ihre Zukunft auch weiterhin in der konventionellen oder Bio-Landwirtschaft. Auch die Klever Hochschule vermerkt großes Interesse an ihren einschlägigen Studienfächern wie etwa "Life Science".

Studenten aus mehr als 100 Ländern, aber eben auch viele junge Leute vom Niederrhein zeigten durch ein Studium (etwa der Biowissenschaften) in Kleve, dass ihnen die Region wichtig ist.

Und dann die Frauen: Katharina Küpper-Schreiber vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein hatte Vertreterinnen der Kreis Klever Wirtschaftsförderung, vom Verein Agrobusiness, der Regionalagentur und vom Bundesmodellprojekt "Perspektive Wiedereinstieg" bei sich.

Gemeinsam mit der IHK wollen sie ihre Angebote an einem gemeinsamen Stand vorstellen. Ob Aus- oder Weiterbildung, Wiedereinstieg, Gründung oder Karriereplanung - auf fast alle Fragen dürfte es bei den Agrobusiness-Experten Antworten geben.

Mehr Infos und Videos unter www.greenlive-kalkar.de.

Quelle: RP
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