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Kranenburg.
Großübung: Unfall am Tennisschläger

Kranenburg.: Großübung: Unfall am Tennisschläger
Gespenstische Szenerie: Gottseidank nur eine internationale Übung der Feuerwehren in Kranenburg. FOTO: Feuerwehr
Kranenburg.. Deutsche und niederländische Feuerwehreinheiten probten mit rund 100 Einsatzkräften stundenlang in Kranenburg Menschenrettung und technische Hilfeleistung. Es wurden zahlreiche lehrreiche Erkenntnisse gewonnen. Von Stephan Derks

Das Szenario ebenso gespenstisch wie lehrreich. Rund 100 deutsch-niederländische Einsatzkräfte probten kürzlich am Kranenburger Tennisschläger die internationale Zusammenarbeit in Sachen Menschenrettung und technischer Hilfeleistung. Dem Drehbuch nach hatte sich an der Bundesstraße 9 von Nijmegen nach Kleve ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Denn auf der Brücke des "Tennisschläger" hatte ein Lkw unerlaubt die Gegenrichtung gewählt und war hierbei mit einem entgegenkommenden Lkw kollidiert.

Bei dem Zusammenstoß war das Führerhaus eines Lkw samt Fahrer über das Brückengeländer auf die darunter verlaufende Fahrbahn gestürzt und hatte dort einen mit sechs Personen besetzten Kleinbus getroffen. Der Fahrer des auf der Brücke verbliebenen Lkw wurde eingeklemmt. Zudem waren unterhalb der Brücke drei weitere Pkw und ein Krankentransportwagen in dem schweren Unfall mit seiner erschreckenden Bilanz verwickelt: 16 Personen verletzt, zwei Personen getötet. Großalarm für die Feuerwehr der Gemeinde Kranenburg, die unterstützt von der Feuerwehr aus dem niederländischen Groesbeek und Ubbergen diese verheerende Lage "abzuarbeiten" hatte. Damit die Übung so realistisch wie möglich herüber kam, stellte die DLRG Goch 15 Verletztenmimen. "Die Kombination von technischer Hilfe zweier unterschiedlicher nationaler Systeme war hierbei ebenso der Schwerpunkt, wie die Rettung, Versorgung und Betreuung von Verletzten", erklärte Übungsleiter und Wehrführer der Gemeindefeuerwehr Kranenburg Norbert Jansen gegenüber unserer Redaktion, der die Arbeiten der Einsatzkräfte ebenso kritisch beobachtete, wie sein Kollege Michael Hohl von der Regionalen Brandweer Gelderland Zuid auf niederländischer Seite. So galt es aufgrund der Vielzahl der verunfallten Fahrzeuge und unterschiedlichen geografischen Ebenen ebenso verschiedene Einsatzabschnitte zu bilden, wie die exakte Abstimmung mit dem Rettungsdienst. Der MANV-Plan (Massenanzahl von Verletzten) wurde aktiviert. Und so dauerte weit über zwei Stunden, bis auch die letzte verletzte Person aus seiner misslichen Lage befreit worden und dem Rettungsdienst übergeben worden war.

Weiterer Beobachter der Szenerie: Kreisbrandmeister Paul-Heinz Böhmer, der ebenso wie Jansen und Michael Hohl allen Beteiligten für die Durchführung dieser sehr nah an der Realität heranreichenden Übung dankte. Damit verabschiedete sich Böhmer zudem aus diesem Kreis, da es wohl die letzte grenzüberschreitende Übung in seiner Heimatgemeinde in seiner zu Ende gehenden Amtszeit gewesen war.

Auch zog Jobs Dresen als Beobachter der Übung auf niederländischer Seite eine ebenso positive Bilanz zur Handlungsweise der eingesetzten Kräfte wie Hans-Gerd Vergeest, Löschzugführer aus Kranenburg. Kompliment auch an Andreas Thelosen, Christian Kellner, Thomas Reckinger und Paul van Oojen für die Umsetzung des sehr realistischen Drehbuchs sowie an die privaten Unterstützer dieser Übung, die ihre Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hatten.

Übrigens: Die nächste grenzüberschreitende Übung der Feuerwehr der Gemeinde Kranenburg findet im kommenden Jahr in den Niederlanden statt.

Quelle: RP
 
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