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Kalkar-Appeldorn
Grundschule Appeldorn auf der Kippe

Kalkar-Appeldorn: Grundschule Appeldorn auf der Kippe
Die Grundschule in Appeldorn ist sanierungsbedürftig und leidet unter Schülermangel. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar-Appeldorn. "Nicht schlauer als vorher" waren viele Eltern nach der Informationsveranstaltung zur Zukunft der Appeldorner Grundschule. Nichts sei entschieden, versicherten Verwaltungssprecher, aber die Sanierung wäre sehr teuer. Von Monika Hartjes

Enttäuschung machte sich am Ende der Versammlung breit. "Ich gehe jetzt hier raus und weiß nicht mehr als vorher", sagte die Mutter eines Grundschülers. Wie geht es mit der Heinrich-Eger-Grundschule Appeldorn weiter? Das war die wichtigste Frage bei der Info-Versammlung, zu der die Schulpflegschaft eingeladen hatte. Bürgermeisterin Britta Schulz, Andreas Stechling vom Fachbereich "Bürgerdienste", Kämmerer Stefan Jaspers und Gerda Biecker, zuständig für Liegenschaften, standen Rede und Antwort.

In seiner Rede zum Haushalt hatte der Kämmerer die desolate Finanzlage der Stadt angesprochen und auch, dass man sich eventuell von einigen Gebäuden trennen müsse. Unter anderem erwähnte er die Appeldorner Schule. Das brachte den Stein ins Rollen - das Informationsbedürfnis von Eltern und Lehrern ist groß.

Rund 100 Stühle waren in der Turnhalle aufgestellt, doch das reichte bei weitem nicht - es kamen etwa doppelt so viele. Sie habe doch vor der Wahl versprochen, alle Grundschulstandorte zu halten, warf ein Vater der Bürgermeisterin vor. "Hätte ich die Finanzlage gekannt, hätte ich es nicht versprochen", sagte Britta Schulz. "Aber bisher ist noch nichts entschieden, es gibt noch keine Pläne zur Schließung. Und nicht ich entscheide, sondern der Rat."

Kämmerer Jaspers nannte für die Schule in Appeldorn einen Sanierungsbedarf von rund 500.000 Euro, in Wissel von nur 200.000. Da die Schülerzahlen für die Grundschule Wissel besser seien, und sie somit zukunftssicherer aufgestellt sei, mache es Sinn, dort zu investieren. Gerda Biecker zählte auf, wie sich die Kosten für Appeldorn zusammensetzen: 206.000 Euro für neue Fenster, 110.000 für ein Wärmeverbundsystem, 57.000 für die Dachsanierung, 36.000 für neue Bodenbeläge, 30.000 für Licht, 26.000 für neue Heizkörper und 13.000 für die Sanierung der Lehrer-WCs. Einige Eltern bemängelten, dass die Summe zu hoch gerechnet würden.

Stechling zeigte die Entwicklung der Schülerzahlen auf. Aus Appeldorn kämen derzeit 14 Schüler, in 16/17 würden es 17 Schüler sein, in 17/18 rechne man mit 15 Schülern. Nicht jedes Kind würde aber von den Eltern in Appeldorn angemeldet, manche gingen nach Wissel.

Auch die Schüler aus der Umgebung - Niedermörmter, Hönnepel, Kehrum - könnten nach dem Wegfall der Schulbezirksgrenzen andere Schulen besuchen und täten das auch teilweise. "Trotzdem haben wir die von der Bezirksregierung vorgeschriebene Zahl von 92, die zum Erhalt einer Grundschule notwendig ist, nicht unterschritten und werden es in den nächsten Jahren auch nicht tun", meinte ein Vater. "Diese Zahl ist also nicht relevant für die Schließung." Man müsse weiter in die Zukunft denken, meinte die Bürgermeisterin.

Ob denn die Flüchtlingskinder die Zahlen ändern? 13 Kinder besuchen zurzeit die Grundschule, aber keines in Appeldorn, gab Stechling an. Man kämpfe für alle Grundschulen, schließlich seien diese wichtig als Grundlage für die weiterführenden Schulen. Neben der Schullandschaft mache man sich Gedanken, ob man im Bereich Freizeit und Vereine sparen und Turnhallen oder Sportanlagen schließen müsse. "Da fangen Sie mit den Einsparungen bei unseren Kindern an", warf eine Mutter der Bürgermeisterin vor.

"Wir reden nur über das, was nicht geht. Mir fehlt die Kreativität und die Ideen, wie man den Standort erhalten könnte oder wie die Stadt Einnahmen erhöhen kann", meinte ein Vater. "Haben wir überhaupt noch eine Chance?" Noch sei nichts entschieden, hieß es erneut. "Wir sind heute hier, weil wir Ihre Sorgen und Nöte ernst nehmen", sagte Stechling. Man könne als Eltern Einfluss nehmen, indem man mit den Ratsmitgliedern spreche und die Ratssitzungen besuche. Der Kämmerer warnte: "Kommen wir in die Haushaltssicherung, dann haben wir überhaupt keinen Einfluss mehr. Dann wird uns das Heft des Handels aus der Hand genommen."

Quelle: RP
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