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Kleve
Gruppenerlebnis Blutspende

Kleve. Zum 1. April beginnen das Deutsche Rote Kreuz und der KreisSportBund Kleve ihre Kooperation. Mehr Blutspender sollen durch die Zusammenarbeit gewonnen werden. In Kleve gibt es jährlich 150 Spendetermine. Von Guido Schwartges

KREIS  KLEVE Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) versorgt von Ratingen-Breitscheid aus rund 170 Krankenhäuser und Arztpraxen im Jahr. Zum Einzugsgebiet gehört dabei auch der Kreis Kleve. Rund 17 000 Blutspenden werden hier in jedem Jahr beim DRK gemacht. Eigentlich eine positive Bilanz, wie Thomas Herzfeld, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Blutspendedienstes, feststellt – 2005 wurden im Kreisgebiet lediglich 14 000 Spenden abgegeben. Dennoch: "Es gibt effektiv zu wenig Blut".

Neue Wege

Künstliches Blut werde auch in den nächsten 20 Jahren nicht als Alternative zur Verfügung stehen, betont Herzfeld. Deshalb geht der Blutspendedienst neue Wege, um Spender – ab 18 Jahren, keine Altersbegrenzung mehr nach oben – zu gewinnen. Neuester Weg, den sie dafür gehen, ist die Kooperation mit dem KreisSportBund Kleve (KSB). Gestern haben DRK und KSB die zum 1. April beginnende Zusammenarbeit im neuen Kompetenzzentrum in Goch vorgestellt.

"Blutspenden ist ein Gruppenerlebnis", weiß der Öffentlichkeitsarbeiter vom DRK und erklärt auch gleich, warum das Deutsche Rote Kreuz auf die Kooperation mit dem KSB kam. "Es ist sehr wichtig, dass wir gemeinsam ein Angebot machen, wie wir Hilfe leisten können", sagt Lutz Stermann, Vorsitzender des KreisSportBundes. Der KSB profitiere schließlich auch doppelt durch die Arbeit des DRK. Einerseits hat der Sportbund Erste Hilfe-Seminare im Angebot, andererseits profitierten viele ältere Mitglieder nach Gelenkerneuerungen auch von den Blutkonserven.

Angedacht ist im Rahmen der Kooperation eine Vernetzung der Internetseiten von KSB und Blutspendedienst. Im Sport-Kalender sollen die Blutspendetermine – immerhin 150 gibt es davon pro Jahr im Kreis Kleve – aufgelistet und auch die Übungsleiter im regelmäßigen Newsletter auf diese hingewiesen werden.

Preis ausloben

"Wir könnten uns zudem vorstellen, einen Preis auszuloben, beispielsweise für die Mannschaft mit den meisten Spendern", meinte Stermann. Und außerdem besteht die Möglichkeit von Vergünstigungen bei Angeboten des KSB.

Blutspenden sollte man ganz locker sehen, betont Herzfeld. Die Freiwilligkeit sei dabei ganz wichtig. Aber es lohne sich wirklich. Nicht wegen der Verpflegung, die die DRK-Helfer wie Jörn Pooch nach dem Spenden anbieten, sondern weil Blutspenden Leben retten kann – nicht nur für Unfallopfer. "Rund 30 Prozent der Blutkonserven gehen in die Krebstherapie", erklärt Herzfeld. Die Zahl der benötigten Konserven wird in den kommenden Jahren wachsen, während die Blutspenden weniger werden.

Quelle: RP
 
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