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Wirtschaftsförderung Kreis Kleve Und Rp Präsentieren Serie "bauen & Wohnen" (10)
Gute Anbindung zahlt sich aus

Kleve. Die Gemeinde Weeze ist ein Beispiel für eine Kommune, der der Strukturwandel gelungen ist. Auch Uedem hat sich positiv entwickelt. Beide Gemeinden profitieren davon, dass sie verkehrsgünstig gelegen sind. Von Sebastian Latzel

KREIS KLEVE Die jüngste Studie der Bertelsmann-Stiftung hatte viele Kommunen in Alarmstimmung versetzt. Nach diesen Zahlen soll NRW bis 2030 rund 500 000 Einwohner verlieren. Vor allem ländliche Gebiete gehören demnach zu den Verlierern, ein Ausbluten kleiner Gemeinden wird prognostiziert.

In Weeze dagegen war der Bericht eher ein Anlass zum Strahlen. Denn die Studie sagt der Gemeinde einen echten Boom voraus: Die Einwohnerzahl soll bis 2030 um sage und schreibe 11,5 Prozent steigen.

Auch wenn das nur eine Prognose ist, zeigt die aktuelle Entwicklung in der Kommune, dass Weeze offenbar attraktiv ist. Die Gemeinde ist ein Beispiel dafür, dass der Strukturwandel nach dem Abzug der Engländer gelungen ist.

Die Baugebiete in der Gemeinde erfreuen sich steter Nachfrage. Am Hoogeweg sind rund 100 Grundstücke innerhalb weniger Jahre verkauft worden. Wegen dieses Baubooms wird seit Anfang April der zweite Bauabschnitt des Baugebietes Grafscherweg erschlossen. Auf einer Fläche von knapp 20.000 Quadratmetern werden mit einem Gesamtaufwand von rund 1,4 Millionen Euro 30 Wohnbaugrundstücke mit entsprechenden Erschließungsanlagen, Grünflächen und einer Lärmschutzwand zur B9 entstehen. Das Baugebiet wird über die Gocher Straße direkt an die B9 angebunden und ist daher verkehrstechnisch gut zu erreichen.

Die Baustraßen sollen im Juli fertig sein, damit Interessenten mit dem Bau ihres Einfamilienhauses ab Mitte des Jahres beginnen können. Auch hier ist die Nachfrage groß: Bereits mit Beginn der Baumaßnahme waren sieben Grundstücke verkauft. Im Bereich des Grafscherweges wurde bereits mit dem Bau von Einfamilienhäusern begonnen.

Dass Weeze so gefragt ist, hat aus Sicht von Bürgermeister Ulrich Francken eine ganze Reihe von Gründen. Einmal ist die Kommune durch Autobahn und Bahnstrecke gut zu erreichen. Durch den Niersexpress gibt es eine schnelle Verbindung in die Nachbarkommunen und bis nach Düsseldorf. In Weeze wohnen und auswärts arbeiten ist damit kein Problem. Auch weiterführende Schulen sind per Bahn zu erreichen.

"Die Menschen registrieren auch, dass Weeze sich entwickelt und im Bereich der Ortskernentwicklung in den vergangenen Jahren eine Menge passiert ist", erläutert Francken. Die Kommune biete ein attraktives Umfeld, es gebe viele Angebote für Familien mit Kindern. Eine Rolle spiele sicher auch der Preis. Die Baugrundstücke am Grafscherweg werden in der Größe von 400 und 600 Quadratmetern je nach Lage für 115 bis 124 Euro pro Quadratmeter angeboten, einschließlich der Erschließungs- und Vermessungskosten. Um die Nachfrage auch künftig befriedigen zu können, sind bereits zwei weitere Areale ins Auge gefasst worden. In der Nähe des Bahnhofs soll ein Baugebiet zusammen mit der Wohnungsgenossenschaft GWS entwickelt werden. Die Planungen dazu sollen in Kürze in Angriff genommen werden. Weiter im Focus ist der Bereich "Philipsen-Wiesen". "Auch das wollen wir konkret angehen. Denn die Vermarktung der Baugebiete läuft sehr gut und wir brauchen sicher ein bis zwei Jahre Vorlaufzeit, um dann rechtzeitig wieder neue Bauflächen zur Verfügung zu stellen", sagt Francken.

Gut entwickelt hat sich aus der Sicht von Bürgermeister Rainer Weber auch die Nachbarkommune Uedem. In den letzten zehn Jahren gelang es, die Zahl der Arbeitsplätze in der Gemeinde um 500 zu steigern. Mehr als 2 300 Jobs werden inzwischen in Uedem angeboten. Das sei vor allem eine Folge des konsequenten Ausbaus der Gewerbegebiete. An der Molkereistraße sind in den vergangenen gut vier Jahren sechs Hektar neu vermarktet worden. Und Bedarf ist offenbar weiterhin vorhanden. "Die Flächen werden von Interessenten sehr nachgefragt", berichtet Weber. Das liege vor allem daran, dass das Gebiet sehr günstig liege. Der Autobahnanschluss ist in direkter Nähe - für viele ein wichtiger Punkt, sich in Uedem niederzulassen.

Um diese Nachfrage zu decken, ist die Gemeinde gerade dabei, eine Erweiterung des Gewerbegebiets zu entwickeln. Die Fläche schließt sich im südlichen Teil an und ist vier Hektar groß. Bis Ende des Jahres sollen entsprechende Stichwege gebaut sein und die Vermarktung beginnen. Weber ist sicher, dass die Resonanz gut sein wird. "Wir sind hier sehr gut unterwegs", sagt der Bürgermeister, daher gibt es sogar bereits die Überlegung, das Gewerbegebiet noch einmal um weitere drei Hektar zu erweitern. Für Weber ist da auch der Ausbau der B67n nicht ganz unwichtig. "Dann würden wir eine direkte Verbindung zwischen den Autobahnen 57 und 3 bekommen", sagt er.

Profitieren würde auch die Nachbarkommune Weeze: durch eine bessere Anbindung des Flughafens an die rechte Rheinseite.

Quelle: RP
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