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Kalkar
Gymnasium Kalkar fördert Hochbegabte

Kalkar: Gymnasium Kalkar fördert Hochbegabte
Yvonne Kamer hat sich intensiv in Sachen Begabungsförderung weitergebildet. Für die Kinder ist ihre Unterstützung sehr wichtig. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar. Wenn Fünftklässler sich ihr eigenes Mathebuch schreiben oder Teenager sich freiwillig mit den Sieben Weltwundern beschäftigen, dann könnten sie Teilnehmer am Projekt "Lupe" sein. Schule vom Bildungsministerium ausgezeichnet. Von Anja Settnik

Was heutzutage alles vom Stundenplan abgedeckt sein muss, darüber staunen viele Menschen. Die thematische Vielfalt, die Platz in den Köpfen der Kinder blockiert, ist riesig. Dennoch haben einige Schüler mit dem, was ihnen die Lehrer anbieten, noch nicht genug. Sie brauchen mehr, um sich in der Schule wohlzufühlen: andere Themen, größere Herausforderungen. Kira aus der achten Klasse zum Beispiel arbeitet derzeit an den "Sieben Weltwundern der Antike und der Neuzeit". Sie tut das im Rahmen des "Lupe"-Projekts am Kalkarer Jan-Joest-Gymnasium. Für ihre Arbeit mit besonders begabten Schülern ist die Schule gerade im Düsseldorfer Schulministerium ausgezeichnet worden.

Vor 120 Gästen aus Wissenschaft, Stiftungen, Politik und Schule gehörte bei der Feierstunde in Essen das Gymnasium Kalkar zu den Schulen, die für ihre individuelle Förderung von Hochbegabten geehrt wurden. Wobei, wie Schulleiterin Susanne Janßen betont, Schüler mit besonderen Interessen und Talenten nicht unbedingt im klassischen (getesteten) Sinn "hochbegabt" sein müssen; manche haben auch eher einseitig auffallende Fähigkeiten. Das Mathe-Genie ist zum Beispiel nicht selten Schreib-Verweigerer. Seit 2012 ist das Jan-Joest-Gymnasium dem Netzwerk, das 2010 in Kooperation mit der Karg-Stiftung ins Leben gerufen wurde, angeschlossen. Das Ziel: durch Vernetzung mit anderen Schulen die eigene Arbeit in diesem Bereich voranzutreiben. Ministerin Löhrmann persönlich hat Direktorin Janßen die Urkunde überreicht.

Neben der Schulleiterin ist noch eine andere Lehrerin für den Themenkreis besonders wichtig: Yvonne Kamer, Erprobungsstufenkoordinatorin und Beauftragte für Begabungsförderung. Sie zeigt der RP beim Schulbesuch das Selbstlernzentrum namens "Lernoase". Dort können Schüler mit Hilfe von Büchern und modernen Medien in Freistunden an verschiedensten Themen arbeiten. Ordentlich an Tischen und Stühlen oder auch mal gemütlich auf einer Matratze lümmelnd. Das Projekt "Lupe" geht noch weiter: Dabei werden besonders begabte Schüler einzeln oder in Kleingruppen von Lehrern "gecoacht". "Daraus haben sich schon spannende Dinge entwickelt, zum Beispiel ein selbst geschriebenes Mathebuch von Fünftklässlern, die mit ihrem Arbeitsbuch schon lange vor den Mitschülern fertig waren. Lukas etwa lernt Geschichte und Erdkunde anhand von Asterix-Comics, Bram widmet sich dem Thema Golf, das er auch selbst spielt." Durch die Begleitung der Lehrer lernen die Schüler auch Methoden kennen, wie man sich ein Thema erschließen kann, berichtet Susanne Janßen. Ihre Kollegen zeigen großen persönlichen Einsatz: Für das Projekt treffen sie sich mit den Schülern nachmittags; keine Unterrichtsstunde fällt dafür aus.

Es wird nicht nur geforscht, sondern auch präsentiert: Am Ende des Halbjahrs gestalten die Teilnehmer Ausstellungen, halten Vorträge, nutzen die Powerpoint-Technik - und das alles vor einer großen Gruppe aus Eltern, Lehrern, Mitschülern. "Sie entwickeln durch ,Lupe' viel Selbstbewusstsein", erklärt Yvonne Kamer. Nicht zuletzt am Tag der offenen Tür am 28. November und am Info-Tag für die Eltern der künftigen Fünfer (13. Januar) dürfte auch das "Lupe"-Projekt Thema sein.

Quelle: RP
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