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Kalkar
Halbherziges "Ja" zur Kohlekraft bei Pfeifer & Langen

Kalkar. Mit einem klaren "Nein" zum Antrag der Appeldorner Zucklerfabrik blieb Willibald Kunisch als Grüner bei der Abstimmung im Kalkarer Planungsausschuss der einzige. Aber einen Minimalerfolg kann er immerhin verbuchen: Vier Ausschussmitglieder hätten es gerne gesehen, wenn die grundsätzliche Zustimmung zur Erweiterung des Werkes ergänzt worden wäre um den Satz, man sähe es gerne, wenn nach einer Alternative zur Befeuerung des neuen Kessels mit Steinkohle gesucht würde. Die Mehrheit der Kommunalpolitiker wollte den für Kalkar so wichtigen Arbeitgeber jedoch nicht verärgern und beschloss, ihre Stellungnahme ohne die Wunsch-Ergänzung des Grünen auf den Weg zu schicken. Zu entscheiden hat die Kalkarer Politik ohnehin nichts: Das ist Sache der Bezirksregierung.

Wie berichtet, beantragt die Firma Pfeifer & Langen zur Standortsicherung eine "wesentliche Änderung der Anlage zur Herstellung von Zucker". Weil vor dem Hintergrund künftig sinkender Zuckerpreise durch den Wegfall der Quote mehr produziert werden soll, soll ein zweites Kesselhaus erreicht werden. Mit Schweröl wird dann nicht mehr geheizt, dafür aber mit Kohle. Was Kunisch zum Missfallen der übrigen Fraktionen "den Teufel mit dem Beelzebub austreiben" nannte. Das neue Kraftwerk wird 60 Megawatt leisten und soll einen (sehr hohen) Wirkungsgrad von 75 Prozent haben, wie Norbert van den Berg (Freie Bürger Kalkar) anmerkte. Er erinnerte zudem daran, wie wichtig die Zuckerfabrik für die Landwirtschaft sei. "Wir haben den Schlachthof und zwei Molkereien verloren - so etwas möchte ich nicht noch einmal erleben." Vorsitzender Carsten Naß (CDU) und Stadtbaurat Frank Sundermann betonten, dass nach dem Immissionsgutachten alle Grenzwerte unterschritten würden und mit nennenswerter Umweltverschmutzung also nicht zu rechnen sei. Kunisch blieb bei seinem Wettern gegen die "Steinzeit-Technologie" und sprach von der "üblichen Erpressung der Industrie", womit er den Verweis auf die Sicherung der Arbeitsplätze meinte. Erhalten möchte der Grüne die Zuckerfabrik übrigens auch, bloß ohne Kohlekraft. Die wird günstig aus dem Ausland bezogen.

(nik)
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