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Kleve
Halbzeit an der Sternbusch-Baustelle

Kleve: Halbzeit an der Sternbusch-Baustelle
Heinz Waskowiak (links) und Rolf Hoffmann. FOTO: Evers Gottfried
Kleve. Der Keller für die Technik steht, die Schwimmer und Kinderbecken sind in Beton gegossen und die Sockel für die Umkleide-Spinde sind fertig. Aufträge für zehn Millionen Euro wurden bis jetzt verbaut oder vergeben. Von Matthias Grass

Heinz Waskowiak dreht sich einmal um die eigene Achse und weist über den Beton: "Wir stehen jetzt hier in der Eingangshalle, dort sind die Umkleiden, da hinten die Schwimmerbecken", erklärt er das, was im Frühjahr 2018 bezogen werden soll: Das neue Kombibad der Stadtwerke Kleve.

Waskowiak ist Ingenieur, er leitet als Projektmanager für die Stadtwerke Kleve die 19-Millionen-Euro teure Baustelle des neuen Bades im Sternbusch. Dort, wo später die Wände der Eingangshalle stehen, greifen derzeit Moniereisen ins Leere, dort, wo der Ausgang ins Freiluftbecken sein wird, hängen ebenfalls lange Bewährungsstähle über die Kelleraußenwand hinaus und dort, wo die Spinde für die Umkleidekabinen stehen werden, liegen dicke breite Betonsockel. Unter der Betondecke, auf der Waskowiak steht, ist der Bauch des Bades, in dem die Technik werkeln wird, die Lüftungsanlage, das Kraftwerk. Für die großen Technik-Teile klafft ein großes, rechteckiges Loch mitten in der Decke. Durch dieses Loch können die Maschinen herabgelassen werden, danach wird es verschlossen.

Blick ins "Familienbecken", dahinter liegen das Schwimmerbecken (links) und das Becken mit dem Hubboden (rechts). FOTO: Gottfried Evers

Es ist Halbzeit im Kombibad: Von den 19 Millionen Euro, die das Bad kosten soll, sind zehn verbaut oder vergeben. Derzeit wird das Schwimmerbecken gegossen. Das Lehrschwimmbecken mit dem Hubboden für Kurse ist vorbereitet, das Familienbad ebenso, die Treppe, die irgendwann ins Nass führen soll, ist bereits geschalt.

"Jedes Becken wird eine Treppe bekommen", sagt Stadtwerkegeschäftsführer Rolf Hoffmann. Er ist zufrieden: Bis jetzt ist man nicht nur im Zeitrahmen, auch die Kosten stimmen. Man hat sich bei den Stadtwerken nämlich entschieden, ganz klassisch mit einem Architekten zu bauen, die Gewerke einzeln zu vergeben und sich nicht an einen Generalunternehmer zu verdingen. "Bald werden wir die Angebote der Kreditgeber auswählen", erklärt Hoffmann. Für den Kredit, den der städtische Betrieb aufnehmen wird, hat der Rat eine Bürgschaft gegeben, die vielleicht ein paar Punkte hinterm Komma Vorteil bringt. "Einen Vorteil, den wir an die Stadt weitergeben", erklärt Hoffmann. Bis jetzt sind bauseits noch keine Mehrkosten in Sicht, sagt Hoffmann. "Wir wollen die kalkulierten 19 Millionen Euro ja nicht überschreiten", sagt der Mann der Zahlen. Man habe mit Keinemann ein erfahrenes Architektenteam, mit dem Gewerke abgesprochen werden. Und das Management vor Ort, das in den Händen von Heinz Waskowiak liegt. Der sorgt sich nicht nur um die Kosten und die Zeitabläufe, er hat als Ingenieur auch ein Faible für die Details: So liegen die künftigen Wasserbecken freischwimmend wie eine Brücke auf Betonstützen. Waskowiak möchte die Betonarbeiten noch Ende des Jahres abschließen, im Februar soll Richtfest sein. Im Frühjahr wird dann parallel auch mit den Arbeiten an den Becken des Freibades begonnen. Die bekommen Stahleinsätze, die vor Ort geschweißt werden, und teils eine andere Form. Wenn es fertig ist, wird das neue Bad 1,2 Millionen Euro Betriebskosten-Zuschuss im Jahr nach Abzug der Steuervorteile kosten.

Quelle: RP
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