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Kleve
Handwerk zeigt sich auf der Kavariner Straße

Kleve: Handwerk zeigt sich auf der Kavariner Straße
So stellen sich selbst kleine Jungs das Handwerk vor: Feuer, Glut und Hitze beim Schmieden vor Kotters. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Es gibt Samstage in der Innenstadt, die fühlen sich anders an als andere. Vielleicht eher wie ein verkaufsoffener Sonntag mit Stadtfest, wenn die Straßen belebt sind und die Geschäfte mit Sonderaktionen locken. Von Ludwig Krause

An diesem Samstag kamen in der Klever Fußgängerzone dafür gleich mehrere Dinge zusammen. Insgesamt acht freie Bühnen zeigten beim Theaterspaziergang in der Innenstadt ihr Können, die Parteien verschossen 24 Stunden vor der Wahl auf der Großen Straße noch einmal alle Luftballons, Blumen und Kugelschreiber. Und auf der Kavariner Straße nutzten die Händler die besondere Atmosphäre, um mit einem Markt auf das Handwerk aufmerksam zu machen.

Monika Paes zog in Höhe der Straßenmitte die Aufmerksamkeit auf sich - obwohl, vielleicht doch eher der Original Schnellstricker Typ 14 von 1905, den sie bediente. "Früher hat er 240 Reichsmark gekostet", sagt Paes. "Das wären heute etwa 1500 Euro." Im stillen Kämmerlein braucht sie mit der Maschine, die ursprünglich von Gustav Nissen entwickelt worden ist, zwei Stunden für ein paar Socken. In der Fußgängerzone brauchte sie freilich länger, zu viele Fragen prasselten während der Arbeit auf sie ein. Von Menschen, die ihre eigenen Erfahrungen mit dem Stricken haben, oder jenen, die einfach nur vermeintlich fachmännische Kommentare zur Technik der Maschine loswerden wollten.

Deutlich süßer zu ging es vor der Konditorei Wanders. Dort konnte man zwei Auszubildenden beim Modellieren von Marzipan über die Schulter schauen. "Die Marzipan-Saison hat vor kurzem begonnen, seit zwei Wochen modellieren unsere Auszubildenden. In der kurzen Zeit haben sie schon sehr schnell gelernt", sagt Inhaberin Margreth Wanders. Kaum ein Café in Kleve verbindet dermaßen viel Lokalkolorit mit seinen Produkten wie die Chocolaterie Wanders - guten Nachwuchs zu finden sei aber auch zwischen Trüffel, Pralinen und Torten schwer. "Bei aller Begeisterung darf man nicht vergessen, dass es ein körperlicher Beruf ist. Da schmeißt manch einer die Brocken hin", sagt Margreth Wanders. Gudula Klötter sorgte unterdessen für den Klang des Handwerks auf der Kavariner Straße. Vor dem Geschäft Schmidthausen schmiedete sie Silber- und Bronzeringe mit Hammer und Amboss, über 30 Jahre Erfahrung bringt sie dabei mit. "Die handgefertigten Schmuckstücke haben einen ganz anderen Charakter als die maschinell gefertigten Stücke aus Edelstahl", sagt Klötter. Das grundlegende Schmuckschmiedehandwerk von Hand hat sich in den vergangenen Jahrhunderten kaum verändert - gerade das macht den Reiz aus. Klötter: "Wir wollen den Wert und die Wertigkeit zeigen, die wir mit unseren Produkten und dem Handwerk verbinden.

Quelle: RP
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