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Kleve
Haus Koekkoek blickt auf Anacharsis Cloots

Kleve. Am Dienstag, dem 1. Dezember um 19.30, hält der Xantener Historiker Dr. Bernd Schminnes einen Vortrag über Anacharsis Cloots und seine Leistungen vor über 200 Jahren.

Nur wenigen ist bewusst, dass der erste vorbehaltlose Verfechter der universell gültigen Menschenrechte - ein brandaktuelles Thema unserer Zeit - am Niederrhein geboren wurde, auch wenn man ihn kaum als Niederrheiner wird bezeichnen können: Anacharsis Cloots (Haus Gnadenthal bei Kleve 1755-1794 hingerichtet in Paris). An ihn und seine Leistungen will der Vortrag in Kleve erinnern ("Anacharsis Cloots und die universelle Gültigkeit der Menschenrechte"). Denn Cloots ist zu Unrecht am Niederrhein vergessen oder aufgrund seiner kirchenfeindlichen Haltung verfemt.

Der Vortrag wird die französische Menschenrechtserklärung vor dem Hintergrund der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und des französischen Absolutismus historisch-politisch einordnen und Cloots Biographie verfolgen, um seinen Weg vom Niederrhein in die Weltstadt Paris, vom christlich erzogenen Adeligen zum antiklerikalen Weltbürger anschaulich werden zu lassen. Hochmodern ist nicht nur sein Eintreten für die universelle Gültigkeit der Menschenrechte noch vor dem Anbrechen des Jahrhunderts der Nationalstaaten, sondern auch sein Eintreten für die strikte Trennung von Kirche und Staat. Seine moralische Begründung von (Welt-)Gesellschaft ist gerade heute in einer Zeit der Globalisierung aktuell, wie der Vortrag weiter zeigen wird, da seine Überlegungen nach wie vor eine Grundlage für die kritische Einordnung politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen bilden können.

Eintritt für Mitglieder des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte frei, für Nichtmitglieder 3,- Euro.

Quelle: RP
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