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Kreis Kleve
Haus Riswick präsentiert sich dem Verbraucherminister zukunftsfähig

Kreis Kleve. "Vom Halm zur Milchkuh" ist die landwirtschaftliche Fachausstellung in Haus Riswick genannt, die noch heute bis 16 Uhr besucht werden kann. Von Anja Settnik

Wenn der zuständige Minister ein Grüner ist, weiß er, dass er sich im mehrheitlich "schwarzen" Kreis Kleve schon mal ein paar deutliche Worte sagen lassen muss. Zum Beispiel von Kreislandwirt Josef Peters. Der Klever ließ den einführenden Worten von Kammerpräsident Johannes Frizen und dem Grußwort des NRW-Ministers für Umwelt und Naturschutz, Johannes Remmel, einige strenge Anmerkungen folgen. So riet er dem Gast, seine Informationen nicht von "selbst ernannten Weltverbesserern" zu beziehen, sondern sich an der Praxis zu orientieren. Dazu hatte Remmel gestern bei der landwirtschaftlichen Fachausstellung "Vom Halm zur Milchkuh" auf dem Gelände von Haus Riswick reichlich Gelegenheit. Und konnte feststellen, dass nicht nur die Öko-Landwirtschaft sich den Herausforderungen der Zukunft stellt, sondern auch die konventionell arbeitenden Betriebe dazugelernt haben.

Präsident Frizen wies in seiner Ansprache darauf hin, dass aus der Melkerschule von einst ein modernes Bildungszentrum geworden ist, das sich neben der Ausbildung des landwirtschaftlichen Nachwuchses auch der Forschung widme und zudem die Verbraucher informiere. Der Bauernmarkt mit Beschickern aus der Region, der gestern parallel zur Fachmesse stattfand, war dafür ein gutes Beispiel. Nicht wenige der Kunden sahen sich vor dem Einkauf noch auf dem Gelände um oder stärkten sich bei Kaffee und Kuchen der Landfrauen.

Die wenige Zeit, die Remmel zur Verfügung stand, widmete er zum Teil den Schülern der Fachschule, die dem Gast zeigten, an welchen Versuchen sie gerade arbeiteten. Nicht jeder der jungen Männer und Frauen wird später den eigenen Hof bewirtschaften. Dadurch, dass die Betriebe immer größer werden (müssen), benötigen viele Landwirte angestellte Fachkräfte oder Lohnunternehmer. Denn die riesigen Maschinen, die auf den Feldern heute verwendet werden, können sich die meisten Bauern nicht leisten, deshalb kaufen sie die Dienstleistungen ein.

Welche Fahrzeuge auf niederrheinischen Flächen unterwegs sind, war von der Präsentation neuster Maschinen und Geräte abzulesen, die Kostproben ihres Leistungsspektrums zeigten. Gleich am Morgen ging es um die Grasernte mit ihrem Ablauf Mähen, Wenden, Schwaden (Zusammenrechen, Ablegen) und Abtransportieren. Später am Tag war Melkzeit im hochmodernen Riswicker Milchviehversuchsstall, im Öko-Betrieb ging es unter anderem um Akupunktur oder den Einsatz von Blutegeln. Immer ein Riesenthema: das richtige Futter. Insgesamt 77 Aussteller widmeten sich diesem und vielen anderen Aspekten des Berufsfeldes. Auffallend viele Firmen zeigten digitale Möglichkeiten, die Arbeit effizienter zu gestalten. Die Aussage dazu: Der Bauernhof der Zukunft ist modern, familien- und tiergerecht.

Quelle: RP
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