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Kleve
Heli hebt ab - frisch lackiert

So bekommt ein Helikopter eine neue Lackierung
Kleve. Die Firma Tewoort in Kleve hat sich zum Spezialisten für Helikopter-Lackierungen entwickelt. An den ersten Auftrag kam der Chef, weil er online am PC spielte. Von Marc Cattelaens

Einige sagen, Computerspiele seien pure Zeitverschwendung. Thomas Tewoort, Inhaber des gleichnamigen Lackier-Fachbetriebs in Kleve, behauptet das Gegenteil. Und er kann einen Beweis liefern: In einem Online-Spiel lernte er eine junge Frau kennen. Beide kamen ins Gespräch, und so erfuhr Tewoort, dass seine Mitspielerin beim Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven arbeitet. Auf dem Schiff Polarstern erkundet sie mit ihren Kollegen die Polarregionen. Zu dem Forschungsschiff gehört auch ein Helikopter, und der brauchte dringend eine Lackierung. Einige Teammitglieder sprachen ihre Kollegin an: "Frag doch mal deinen Zocker-Kumpel, ob der das übernehmen kann!" So bekam Thomas Teewort zum ersten Mal den außergewöhnlichen Auftrag, einen kompletten Helikopter zu lackieren.

2006 flog der Helikopter Kleve an. "Vorher haben wir natürlich ausprobiert, ob er auch hier vor unserer Werkstatt landen kann", erzählt Tewoort. Nachdem die Rotorblätter eingeklappt wurden, konnte der Heli auf Rollen in die Werkstatt geschoben werden. Ein Techniker gab Thomas Tewoort und seiner Frau Simone eine genaue Einweisung, was zu machen ist. Dann zerlegte er den Hubschrauber so, dass er lackiert werden konnte. "Einen ganzen Tag hat das gedauert und der Zusammenbau wieder einen Tag. Der Techniker hat jede Schraube gezählt, das ist enorm wichtig bei einem solch hoch komplexen Fluggerät", erläutert Simone Tewoort.

Simone Tewoort in der Werkstatt des gleichnamigen Lackier-Fachbetriebs an der Wiesenstraße 25 in Kleve. FOTO: Tewoort/Marc Cattelaens

Die Aufgabe, einen kompletten Hubschrauber zu lackieren, sei nicht nur ungewöhnlich, sondern auch höchst anspruchsvoll, betont Lackierermeister Thomas Tewoort. "Das ist wirklich nicht vergleichbar mit anderen Lackierarbeiten. Die sphärischen Wölbungen sind eine echte Herausforderung. Das Ganze darf nicht schief werden", ergänzt seine Frau Simone. Meist werden Helikopter in mehreren Farben lackiert: "Die Fluggeräte müssen schließlich auffallen", sagt Thomas Tewoort. Er führt den 1907 in Kleve gegründeten Betrieb in vierter Generation.

Dem ersten Helikopter im Jahr 2006 folgten noch viele weitere Aufträge. Innerhalb von sechs Wochen hat Tewoort sogar mal drei Helikopter lackiert. "Insgesamt haben wir elf Ganzlackierungen durchgeführt, 13 Mal hatten wir Helikopter in unserer Werkstatt", berichtet der Lackierermeister. Meist kamen die Aufträge von großen Firmen. Aber auch Privatpersonen, die ihre Hubschrauber mit dem Lkw anlieferten, waren unter den Auftraggebern. "Wir haben jeden einzelnen Heli liebgewonnen", sagt Simone Tewoort. Einmal durften sie und ihr Mann in einem ehemaligen Polizeihubschrauber mitfliegen, bis zum Airport Weeze. Ein weiterer Höhepunkt: Ein Helikopter sollte farblich passend zum Porsche des Auftraggebers lackiert werden.

Zurzeit ist bei Tewoort wieder Alltag eingekehrt - und der besteht meist aus Autos und Motorrädern, die lackiert werden sollen. Aber der nächst Heli kommt bestimmt.

Quelle: RP
 
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