| 23.01 Uhr

Kleve
Helmut gewann sportlich den Schlüssel

Die Jecken stürmen das Rathaus
Die Jecken stürmen das Rathaus FOTO: Stade, Klaus-Dieter
Kleve. Beim Rathaussturm in Kleve musste sich Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing dem Klever Prinzen Helmut der Sportliche geschlagen geben. Die Narren zogen mit dem Tau Bürgermeisterin und Ratsmitglieder von der Bühne. Von Matthias Grass

Sonja die Bürgermeisterin hatte keine Chance gegen Helmut den Sportlichen. Zu schwer wog die Garde des Klever Klever Prinzen, zu leicht waren Rat und Bürgermeisterin, als dass sie ernsthaft Widerstand hätten leisten können beim ultimativen Tauziehen im Klever Festzelt: Die gewichtigen Karnevalisten zogen am dicken Tau die Rathaus-Mannschaft einfach "übern Tisch" und von der Bühne. Sonja rückte den Schlüssel für den Prinzen 'raus. "Da nimm ihn - aber nur ein paar Tage, dann hol' ich mir den zurück", sagte Sonja die Bürgermeisterin (Northing) und hüpfte ausgelassen über die Bühne.

Nein, den gerade erst mit knapper Zweidrittel Mehrheit eroberten Schlüssel, den gibt sie so schnell nicht 'raus. Höchstens an ganz charmante und sportliche Prinzen wie Helmut und höchsten für die tollen Tage. Und gleich, gleich müsse sie weg: Zaubern. Nämlich dass das Wetter am Rosenmontag nicht den Zug verweht und alle gut feiern können. Aber vorher bekam der Prinz noch ein paar Bützchen. Denn "bützen kann sie", hatte Helmut gelobt. Und Sonja machte ihn postwendend zu ihrem ersten Prinzen.

Dabei hatten sich Bürgermeisterin und Rat gegen die Narren sportlich gewappnet. Schwarz-Rot-Gold war die Devise - und so stand die Bürgermeisterin im schwarzen Trainingsanzug mit einem blassroten Shirt darunter und bunten Girlanden um den Hals auf der Bühne, das Ansinnen der Narren, ins Rathaus einziehen zu können, abzuwehren. Während SPD, FDP und Offenen Klever im weiß-schwarzen-Trikot der Nationalmannschaft aufgelaufen waren und Grüne im grünen Auswärtstrikot zu sehen waren, hatte die CDU andere Seiten aufgezogen: Sie stand im schwarzen Schiedsrichter-Dress auf der Bühne und wie aus einer Hand reckten sich gelbe und rote Karten in die Höh' als der Prinz einmarschierte.

Pünktlich um 11.11 Uhr war nämlich der große Narrenzug am Fischmarkt gestartet und gefühlt noch mehr Narren als im vergangenen Jahr säumten die Große Straße, als die Karnevalsvereine des KRK und Prinz Helmut der Sportliche die Große Straße unter Führung des Musikzuges der Feuerwehr in Richtung Festzelt zogen. Im Zelt wurden sie mit donnerndem Helau begrüßt. Nicht zuletzt die wunderbaren Musikkapellen sorgten für lebendigen Straßenkarneval. Auf der Bühne gab's zunächst einen Rückblick, Jan und Lea zeigten Helmut und Sonja mit zwölf Jahren bei der gespielten Schlüsselübergabe: "Gev den Schlötel!" - "Nöö!" - "Gev den Schlötel" - "Nöö!". Doch, nein, doch - ein witziges Hin- und Her und eine wunderbare Persiflage auf den Rathaussturm. Aber nein - so einfach wollte der Prinz es der Sonja nicht machen. Es ging sportlich zu - und die Bürgermeisterin schlug sich prächtig. Vor allem beim Basketball. Wobei der Prinz einfach 30 Zentimeter größer war und es mit einem gezielten Fehlwurf ganz charmant bei einem ersten Unentschieden ließ, bevor beim Tauziehen alles klar gemacht wurde. "Du warst eine harte Gegnerin. Aber jetzt hast Du drei, vier Tage Urlaub", sagte der Prinz. Danach feierte das Zelt zum Prinzenlied ausgelassen die tollen Tage.

Quelle: RP
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