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Kleve
Herr Schmitz vom Auswärtigen Amt

Kleve: Herr Schmitz vom Auswärtigen Amt
Der Klever Kulturmanager Bruno Schmitz gehört zum Gründungsensemble der Stunksitzung und hat eine große Solonummer in der Kölner Sitzung. FOTO: van Treek /Stunksitzung
Kleve. Der Klever Bruno Schmitz hat eine große Solonummer auf der Kölner Stunksitzung. Der "Aussichtsturm" lädt Altweiber zum Sitzungs-Rudel-Gucken ein. Von Matthias Grass

Bruno Schmitz gehört seit 32 Jahren zum festen Ensemble der Stunksitzung - in der Regel ist der Klever Kulturmanager mit einer Solo-Nummer bei der Kult-Sitzung dabei. Vom Bauer überm Kardinal bis zum SPD-Wahlkämpfer stellte er auf die Kölner Bühne im E-Werk. Nicht selten wurden diese Nummern ausgekoppelt und gehören lange Jahre zum Repertoire des ab und an auch außerhalb des alternativen Karnevals noch auf der Bühne stehenden Kabarettisten.

In diesem Jahr ist Schmitz der Herr vom Auswärtigen Amt. Im seriösen Anzug reist er nach Syrien, den Flüchtlingen vom schlechten Zustand Deutschlands zu erzählen, den Menschen beizubringen, dass sie besser nicht die Flucht ergreifen. Jedenfalls nicht nach Deutschland. Denn Deutschland sei ein dunkles Land, regiert von Stammesfürsten, in dem die Menschen ihre leeren Schüsseln vor die Tür stellen müssen oder gar in Blechhütten an den Rändern der Stadt leben müssen.

Der Herr vom Auswärtigen Amt unterstützt die schlechten Meldungen vom Land in der Mitte Europas mit Fotos - der Stau in der Stadt wird zur Wellblechhütte, in dem die Menschen ihren Tag verbringen müssen, die Satellitenschüssel zum Hungernapf (ein Gag aus einer Nummer, die er vor Jahren mit Gernot Voltz hatte) und das Oktoberfest zum großen Zeltlager, in dem die Deutschen auch nicht besser untergebracht seien, als in den Zelten in Syrien die Flüchtlinge. Es ist eine Nummer, die von der riesigen Schere zwischen Text und Bild lebt, zwischen der Erwartung wirklich schlechter Zustände, die mit Bildern vom Überfluss belegt werden. Der Saal tobt während der Sitzungen, wenn ein versunkener Bus nach einem Kanaleinbruch gezeigt wird oder wenn Schmitz lamentiert: "Viele haben nur wenig zu essen" und ein sündhaft teurer Drei-Sterne-Minimal-Teller erscheint.

Wer keine Karten für die Busse des Kleinkunstvereins Cinque nach Köln, die gleich zu Beginn der Session in die Domstadt fuhren, ergattern konnte, der kann die besten Ausschnitte aus der Sitzung Altweiber im Fernsehen, vielleicht auch bei der Altweiberfete im "Aussichtsturm" sehen. "Je nach Stimmung gucken wir dann zusammen das ,Best-of' aus der Sitzung", sagt Schmitz. Übertragen wird die Kultursitzung des Kölner Karnevals mit Schmitz' Nummer im WDR-Fernsehen: Donnerstag, 4. Februar, 22.10 Uhr bis 23.40 Uhr, Samstag, 6. Februar, (in der Nacht zu Sonntag) die ganze Sitzung von 0.15 Uhr bis 3.15 Uhr oder unter www.stunksitzung.de.

Schmitz selbst lädt ab Altweiber in den Aussichtsturm ein: Weiberfastnacht, den 4. Februar, "bei uns am Turm" (so der Kabarettist) um 18 Uhr mit "Helau! Alaaf! Helaaf!" Man wolle Reinschunkeln, Reinsingen, Reintanzen in die "fünf tollen Tage mit kölschen und anderen fetzigen Liedern". 5 Euro Eintritt kostet der Abend, Kostüme erwünscht. Weiter geht's dann am Karnevalssamstag, den 6. Februar, ab 18 Uhr. Es soll eine "Große Party mit DJ" geben, Eintritt 15 Euro incl. kleinem Snack.

Karten gibt's im Kulturbüro-Niederrhein: 02821-24161.

Quelle: RP
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