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Kleve
Hier soll die Sporthalle hin - erste Verhandlung ohne Merkur

Kleve: Hier soll die Sporthalle hin - erste Verhandlung ohne Merkur
Seit Jahren ist die Tribüne des 1. FC Kleve ein Rohbau: CDU fordert, dass diese jetzt fertiggestellt wird. Es gab ein Gespräch zwischen Verein und Verwaltung. FOTO: mvo
Kleve. Seit Jahren wird über die Entwicklung des Sportzentrums auf dem Bresserberg diskutiert. Mitglieder des Rats bestätigen, dass es Gespräche zwischen 1. FC Kleve und Verwaltung gab. Erste Pläne sind in einer Erklärung festgehalten. Dem 1. FC liegt die Ausarbeitung vor - Merkur Kleve nicht. Von Peter Janssen

Für den Klever Sport ist es eine gute Nachricht: Wie unsere Redaktion erfuhr, gibt es wieder konkrete Verhandlungen zwischen der Stadt Kleve und dem 1. FC Kleve, wie die Anlage auf dem Bresserberg weiterentwickelt werden soll. Die Politik bestätigte, dass es dazu eine Erklärung gibt, die offenbar von Verwaltung und Verein gemeinsam ausgearbeitet wurde.

Während Verwaltung, 1. FC Kleve und Politik das Papier haben, ist ein beteiligter Verein völlig ahnungslos: der VfL Merkur Kleve. Für den Klub sind neue Halle und weitere Planungen von noch größerer Bedeutung als für den Fußballverein. "Ich kenne dieses Schreiben leider nicht und kann somit auch nichts dazu sagen", erklärte Merkur-Vorsitzender Dietmar Eisel. Dabei war offenbar auch die neue Turnhalle auf dem Bresserberg, die für den VfL von existenzieller Bedeutung ist, Gegenstand der Gespräche. Denn diese Halle und die Verlagerung des VfL von der Unter- in die Oberstand, sind bereits seit 2008 ein Thema. Der damalige Merkur-Vorsitzende Wolfgang Graß hatte bei der Stadt einen Antrag gestellt. Der Verein bat um einen Zuschuss. Mit dem sollte die Turnhalle energetisch saniert werden. Aufgrund der schlechten Dämmung verschlingen die Heizkosten jährlich 12.000 Euro. Bei einem Mitgliedsbeitrag von fünf Euro pro Monat für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ein enormer Kostenfaktor. Die Verwaltung hatte vor neun Jahren argumentiert, dass eine Sanierung sich nicht mehr lohne, da der VfL ohnehin bald in die Oberstadt umziehe. Seitdem zahlt der Verein die horrenden Heizkosten. Es war die Stadt, die auf den VfL zukam und das Thema Verlagerung ansprach. Seitdem gibt es keine konkreten Pläne. Jetzt, wo es erstmals wieder ernste Verhandlungen gibt, sitzt Merkur nicht mit am Tisch und wird nicht einmal informiert. Das hat bei Dietmar Eisel und dem Vorstand für mehr als nur Irritationen gesorgt und sicherlich auch bei vielen der mehr als 1000 Mitglieder.

Gestern hatte die CDU in einem Antrag klar Stellung bezogen, dass sich in der Sportentwicklung etwas bewegen müsse (die RP berichtete). Bereits 2012 hatte CDU-Ratsmitglied Edmund Ricken im Sportausschuss gefordert, dass der Umzug des VfL Merkur, dem größten Verein der Stadt, vordringlich zu behandeln sei.

Was den Inhalt der Verhandlungsergebnisse zwischen Verwaltung und 1. FC Kleve betrifft, so haben Teile der Politik noch Beratungsbedarf. Fabian Merges (Offene Klever) erklärte: "Nach einer ersten Durchsicht scheint mir das alles wenig konkret zu sein. Was etwa die Planungen für die neue Turnhalle betrifft, so gibt es hier doch mehrere Standorte, die diskutiert werden. Positiv ist sicherlich, dass an einer Lösung gearbeitet wird."

Doch da scheint Merges nicht genau gelesen zu haben. Wie unsere Redaktion erfuhr, soll die Halle auf dem Parkplatz hinter der Tribüne des 1. FC Kleve an der Welbershöhe gebaut werden. Ob eine Zweifach-, Zweieinhalbfach- oder Dreifach-Halle scheint noch nicht geklärt. Die Tribüne des 1. FC, die seit 2008 Jahren ein Rohbau ist, wird demnach ausgebaut. Umkleiden sind unterhalb der Tribüne geplant. Eben genau so, wie es die CDU forderte (die RP berichtete). Über einen Gang sollen diese dann zur Sporthalle führen.

Michael Bay (Bündnis 90/Die Grünen) erklärt, dass es sich hier zunächst um eine unverbindliche Absichtserklärung handele, die bestätigt, dass die Parteien in Verhandlungen über einen Vertragsabschluss stehen. "Ich habe darauf bestanden, dass die Politik diese Absichtserklärung schriftlich erhält. Für mich ist es immer ein vernünftiger Ansatz, wenn Leute miteinander reden." Zu dem Inhalt des Papiers wollte Edmund Ricken (CDU) keine Stellung beziehen: "Wir haben das Schreiben erst in der vergangenen Woche erhalten. Ich weiß überhaupt nicht, wo in der Fraktion die Tendenz hingeht." Positiv wertet Daniel Rütter (FDP), dass endlich etwas ins Rollen kommt. Auch er will sich zunächst mit seiner Fraktion abstimmen. "Es ist erst einmal ein Vorschlag. Die Idee, hier gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, ist sicherlich sinnvoll", so der Liberale. Michael Kumbrink (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses, äußerte sich zu dem Thema noch nicht.

Ebenso zurückhaltend kommentierte der FC-Vorsitzende Christoph Thyssen die Ergebnisse der Gespräche: "Es ist ein erster Schritt, aber wir haben noch etliche offene Fragen." Der VfL Merkur Kleve dürfte noch mehr haben.

Quelle: RP
 
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