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Kleve
Hinaus in die weite Welt per Jugendaustausch

Kleve: Hinaus in die weite Welt per Jugendaustausch
Völkerverständigung am Niederrhein: Immo Danckwart, Jugendbeauftragter des Rotary-Clubs Geldern, Anna Kühl, Fiona Huth, Lena Danckwart und Hans Dieter Kahrl (v. l.), Präsident des Rotary-Clubs Geldern, freuen sich über den Besuch von Alejandro Terán aus Venezuela. FOTO: Gerhard Seybert
Kleve. Das Rotary-Austauschprogramm ermöglicht vielen Jugendlichen, neue Erfahrungen in fremden Ländern zu sammeln. Ein Jahr lang halten sich die Schüler im Ausland auf. Alejandro Terán aus Venezuela gastiert derzeit in Kevelaer. Von Christian Cadel

Jugendliche, die ein Jahr im Ausland verbringen, um neue Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln, haben oft Heimweh. Alejandro Terán nicht. Seit vier Monaten gastiert der Venezuelaner als Austauschschüler in Kevelaer. "An Heimweh ist gar nicht zu denken, es gibt hier schließlich so viel zu tun und zu erleben", sagt er.

Alejandro nimmt derzeit Teil am weltweiten Rotary-Austauschprogramm, an dem sich auch der Rotary-Club Geldern beteiligt. "Oberstes Ziel ist die Völkerverständigung. Im Vergleich zu anderen Austauschprogrammen handelt es sich dabei aber nicht um eine reine Sprachreise. Die Rotary-Austauschschüler erlernen die jeweiligen Landessprachen quasi nach der Devise 'learning by doing'", erklärt Hans Dieter Kahrl, Präsident des Rotary-Clubs Geldern. Das sei ein positiver Nebeneffekt, nicht die Hauptsache. In erster Linie soll der Austausch dazu dienen, eine Kultur kennenzulernen, in den Alltag der Gastfamilien integriert zu werden und die eigene Selbstständigkeit auszubauen.

Wie die Ziele erfolgreich umgesetzt werden können, zeigt das Beispiel Alejandro. "Als ich vor vier Monaten nach Deutschland kam, konnte ich kein Wort Deutsch. Mittlerweile verstehe ich schon sehr viel und kann mich auch auf Deutsch äußern", sagt er und lacht. Die Lebensfreude hat Alejandro aus Venezuela mitgebracht. Die behält er auch in der Schule. "Momentan besucht Alejandro das Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Kevelaer. Jeder Schüler muss eine Schule besuchen, auch wenn er, so wie Alejandro, schon einen Abschluss hat", sagt Immo Danckwart, Jugendbeauftragter des Rotary-Clubs Geldern. "Alejandro hat einen speziellen Stundenplan. Beispielsweise besucht er momentan den Deutschunterricht der sechsten und siebten Klasse." Danckwart kennt Alejandro mittlerweile schon sehr gut und fungierte in den ersten drei Monaten als sein Gastvater. So ist es auch kein Wunder, dass Alejandro Danckwart mit "Papa" anspricht.

Teil des Austauschjahres ist zudem ein vielfältiges Programm. "Ich war schon in Berlin, München und Hamburg. Außerdem gibt es regelmäßige Treffen mit anderen Austauschschülern", erklärt der Venezuelaner.

Wie es ist, ein Jahr in einem völlig fremden Land zu verbringen, wissen auch Lena Danckwart und Fiona Huth.

"Ich war in Brasilien und habe dort viele Reisen unternommen. Unter anderem war auch eine Tour an den Amazonas dabei. In den ersten Tagen war ich aber schon ein bisschen überwältigt, weil ich überhaupt kein Portugiesisch verstanden habe. Ich habe mich erstmal auf englisch verständigt. Mittlerweile habe ich aber ganz gute Sprachkenntnisse und kann mich auf portugiesisch ausdrücken", erklärt die 17-jährige Fiona.

Lena hatte es nach Ecuador verschlagen. "Ich habe viel vom Land gesehen und war unter anderem auch auf den Galapagos-Inseln. Bei einer anderen Tour bin ich sogar mit Piranhas und Krokodilen geschwommen. Außerdem hatte ich Glück, dass ich in einer sehr freundlichen Gastfamilie untergekommen bin", sagt Lena. Beide Schülerinnen sind sich einig: Der Austausch hat ihnen eine Menge gebracht. "Man bekommt irgendwie einen ganz anderen Blick auf die Welt und wird selbstständiger", sagt Fiona.

Das erhofft sich auch Anna Kühl aus Kerken. Die 15-jährige wird im kommenden Sommer nach Brasilien reisen, wohin genau steht allerdings noch nicht fest. "Ich habe mich mit dem Ziel Südamerika beworben. Ich freue mich nach Brasilien reisen zu dürfen. Meine anderen Wunschländer waren Peru und Argentinien", sagt sie. Und für den Fall, dass Anna das große Heimweh plagt, hat sie vor Ort immer einen Ansprechpartner. "Jeder Austauschschüler wird von den jeweiligen Rotary-Clubs vor Ort mit betreut", sagt Immo Danckwart.

Wenn Anna erst einmal in Brasilien angekommen ist, wird sie, wie alle anderen Rotary-Austauschschüler auch, viele bunte Buttons sammeln, die sie an ihr Rotary-Jacket heften kann. "Das ist wie eine Art Währung. Die Buttons erinnern die Schüler an ihre Reise. Viele tauschen die Buttons auch", erklärt Immo Danckwart. Wie schnell das Jacket vollgepinnt ist, haben Lena, Fiona und auch Alejandro schon eindrucksvoll bewiesen.

Quelle: RP
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