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Kreis Kleve
Hochschule plant Projekt in Bangladesh

Kreis Kleve: Hochschule plant Projekt in Bangladesh
Prof. Matthias Kleinke, Dekan der an der Hochschule Rhein-Waal, war in Bangladesh, um Hilfestellung bei einem Landwirtschaftsprojekt zu geben. FOTO: Gottfried Evers
Kreis Kleve. Der Dekan der Fakultät Life Science, Prof. Matthias Kleinke, wird mit seinen Studenten an einem Projekt arbeiten, bei dem auf Sandbänken Kürbisse gezogen werden - der Sand sozusagen in "Gold" verwandelt wird. Von Matthias Grass

Die internationalen Kooperationen der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) tragen Früchte: Nachdem von der Bangladesh Agricultural University Mymensingh Prof. Dr. Sattar Mandal als Gastprofessor in Kleve war, stehen jetzt für die HSRW erste Forschungsprojekte für Studenten und Wissenschaftler in dem Staat am Golf von Bengalen an. Mandal war Vize-Präsident seiner Hochschule von 2008 bis 2011 und beriet den Staat Bangladesh als Agrarfachmann. In Kleve berichtete der Agrarwissenschaftler von einem Projekt im Norden seiner Heimat, wo die Flüsse Brahmaputra und Ganges im Sommer weite Teile des Landes unter Wasser setzen und im Winter trocken fallen. Zurück bleiben große Sandbänke. Land, das im Sommer dem Fluss gehört und im Winter irgendwie frei ist. Hier können die ärmsten Schichten für sich das Land urbar machen.

"Dabei wollen wir helfen", sagt Prof. Matthias Kleinke, Dekan der Fakultät Life Science an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW). Die Wissenschaftler und Studenten der Agrarstudiengänge der Fakultät Life Science der Hochschule Rhein-Waal werden sich diesem von einer nichtstaatlichen Hilfsorganisation unterstützen Projekt auseinandersetzen. Kleinke war jüngst in Bangladesh. Auf den Sandbänken, die der Fluss im Winter freigibt, bauen die Menschen Kürbisse an, die sie nicht nur selbst verbrauchen, sondern teils auch schon auf den Märkten verkaufen. In den Sand werden Löcher gegraben, die dann mit zuvor angesetzten Kompost gefüllt werden, in den so wie in einem großen "Blumentopf" aus Sand die Frucht gezogen wird. "Das Ganze muss dann nur noch ordentlich gewässert werden", erklärt Kleinke. Wasser aus den großen Flüssen auf die Sandbänke zu schaffen, sei zwar arbeitsam, aber ohne Probleme machbar, sagt er. Das Projekt laufe bereits eine Zeit so gut, dass die Menschen, die dort an ihrem Kompostloch "Ackerbau" betreiben, sich nicht mehr als Rikscha-Fahrer in der Stadt verdingen müssen, erfuhr Kleinke in Bangladeshs Hauptstadt Dhaka von der Hilfsorganisation, die das Ganze unterstützt.

"Was können wir also noch machen?", fragt Kleinke rhetorisch und stellt gleich mögliche Einsatzgebiete vor: Da wäre, die Nährstoffproblematik im Kompost zu untersuchen, wie man die Versorgung der Pflanzen mit diesen Nährstoffen verbessern kann. Außerdem könne man untersuchen, ob es andere Kürbissorten gibt, die dort vielleicht besser wachsen. Hier kommen auch Zierkürbisse ins Spiel, die Mandal in Kleve auf den Bauernmärkten begeisterten. "Mandal hat Zierkürbisse mit nach Bangladesh genommen - jetzt ist die Frage zu klären, ob man diese Kürbisse dort oder andernorts vermarkten kann", sagt Kleinke. Weiterhin müsse man untersuchen, ob auf den Löchern auch andere Pflanzen kultiviert werden können. "Ich denke da an Zucchinis oder Gurken, vielleicht sogar an Erdbeeren", sagt der Professor für Umwelttechnik. Zusätzlich könnten die Kürbis-Samen zu Öl verarbeitet werden. "Die Menschen dort haben in den trockenen Monaten ja Zeit - das ist also nicht der Faktor. Sie haben damit ein Produkt, das sie zusätzlich vermarkten können", sagt Kleinke. Bleibt die Frage nach den Schadstoffen und der Produktqualität. "Man müsste untersuchen, ob Schadstoff-Ablagerungen aus den Flüssen in die Früchte kommen. Wobei diese Früchte ja auf den jeweils neu in die Löcher gefüllten Kompostinseln wachsen", sagt Kleinke. In den nächsten Semestern können sich die Studenten und Dozenten der Hochschule in dem Projekt einbringen, plant der Dekan. Sie wollen dann, so verkündet es das Plakat im Haus 12 der Hochschule, "Sand in Gold verwandeln".

Quelle: RP
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