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Kleve/Emmerich
Hochschule und Oleon simulieren Chemiefabrik

Kleve/Emmerich. Die Teams diskutieren angestrengt vor den Computerbildschirmen, auf denen das Modell eines Chemiewerks angezeigt wird. Tanks laufen voll und leer. Es wird gerechnet, gestikuliert und gelacht. Von Matthias Grass

Mit Keksen und Kaffee wird der Kreislauf auf Trab gebracht. Und es herrscht sportlicher Ehrgeiz beim Kampf um die höchste Punktzahl: Zwölf Mitarbeiter der Firma Oleon spielen in drei Teams mit ihrer Fabrik an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) ein Simulationsspiel, das an der Fakultät Technologie und Bionik speziell für die Mitarbeiter der Chemiefabrik entwickelt wurde. "In einem vereinfachten, digitalen Modell werden dabei die Abläufe im Werk simuliert. Gewonnen hat das Team, das die zahlreichen Parameter des Fabrikbetriebs in vier Spielrunden am besten eingestellt und somit die höchste Punktzahl erreicht hat", erklärt Alexander Klein, Professor für Integriertes Produktionsmanagement an der Fakultät Technologie und Bionik. Die Mitarbeiter "spielen" in Teams gegeneinander mit einem digitalen Modell ihres Werks, und wer die besten Kennzahlen in vier Spielrunden erhält, gewinnt. So ist das Spiel gleichzeitig eine Einführung in die Fabriksimulation und ein Mitarbeiter-Incentivierungsprogramm - auf einen Nenner gebracht: Es soll auch Spaß machen.

"Wir müssen unsere Prozesse kontinuierlich verbessern und auf den Prüfstand stellen. Das geht am besten und ohne Gefahren mit der Fabriksimulationssoftware", sagt Steffen Basmer, Werksleiter bei Oleon. "Für die Mitarbeiter ist es eine gute Gelegenheit, ihr Wissen zu erweitern. Verschiedene Verfahrensweisen können getestet, neue Produktionsmöglichkeiten, aber auch Grenzen erkannt werden", so Basmer. "Der spielerische Ansatz, in Teams gegeneinander um den Titel zu spielen, erzeugt Begeisterung und Offenheit für das Thema Fabriksimulation bei den Mitarbeitern. Wer so das Potential der Simulation erlebt, möchte wahrscheinlich die Simulation auch ernsthaft zur Effizienzsteigerung einsetzen. Und obwohl Planspiele im Bereich der ,Lean Production' weit verbreitet sind, ist das, was wir nun gemacht haben, neu und beispielhaft. Es war auch mutig von Oleon, dieses Experiment mit den Mitarbeitern zu wagen. Aber es ist ja geglückt", sagt Klein, Leiter der Modellfabrik und zusammen mit Christian Berendonk Veranstalter des Workshops. Aber auch die HSRW profitiert: Die Zusammenarbeit mit Oleon erhöht die Praxisnähe von Studium und Lehre. Der erfolgreiche Wissenstransfer und die Kooperation zwischen Oleon und der HSRW führt so zu einem Mehrwert für alle Beteiligten und stärkt den Standort, resümiert der Professor.

Inzwischen war Oleon schon zum dritten Mal innerhalb von 15 Monaten bei den Planspielen in Gebäude 6 der Hochschule Rhein-Waal auf dem Klever Campus dabei. "Das ist eine funktionierende wie schöne Kooperation", sagt Klein.

Quelle: RP
 
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