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Kreis Kleve
Hunde können im Pkw zu Geschossen werden

Kreis Kleve: Hunde können im Pkw zu Geschossen werden
In solchen Boxen können große Hunde recht sicher mit einem Auto von ihren Haltern transportiert werden. FOTO: dpa
Kreis Kleve. Immer wieder zieht die Polizei Autos aus dem Verkehr, in denen ungesicherte Haustiere transportiert werden. Dafür gibt es ein höheres Bußgeld als für unangeschnalltes Fahren. Von Ludwig Krause

Drei Jahre alt ist die Dogge geworden. Bei einem Verkehrsunfall Anfang August dieses Jahres auf dem Klever Ring (B 9) befand sich das 60 Kilogramm schwere Tier in einem 5er-BMW, dessen Fahrerin beim Abbiegen einen herannahenden Porsche Panamera übersah. Zwar konnte die Dogge durch eine zerborstene Scheibe nach dem Unfall aus dem Auto gelangen und in ein nahe gelegenes Waldstück flüchten. Dort war sie beim Eintreffen der Tierärztin jedoch schon verendet. Beim Zusammenstoß der Pkw dürfte der Hund nach Meinung einer Tierärztin erhebliche innere Verletzungen erlitten haben.

"Ein Hund, der 60 Kilogramm schwer ist, entwickelt bei einem Zusammenstoß von 50 km/h Kräfte von bis zu 3300 Kilogramm", sagt Johannes Look von der Kreis Klever Polizei. Das kann nicht nur für ihn, sondern für alle Autoinsassen zum Risiko werden. Da werden selbst kleinste Hunde zur Gefahr. "Ein Smartphone wiegt unter den gleichen Bedingungen mehr als fünf Kilogramm", meint Look. Sich einen Backstein an den Kopf schmeißen zu lassen - auf die Idee kommt man freiwillig eher nicht.

Ganz unabhängig vom dem Unfall auf der B 9 zieht die Polizei immer wieder Autos aus dem Verkehr, in denen Hunde ungesichert transportiert werden. Sie toben zu zweit auf der Rückbank, sitzen auf dem Platz des Beifahrers und halten ihre Schnauze aus dem Fenster. Manche Tiere der Kategorie Schoßhündchen dürfen sogar zwischen Fahrer und Lenkrad Platz nehmen. "Wenn es einen Platz im Auto gibt, an dem ein Hund nicht hingehört, dann hinter das Steuer", sagt Johannes Look. Was passiert, wenn sich bei einem Unfall der Airbag öffnet - darüber haben die Halter nicht nachgedacht. "Das Problem ist, dass sich immer noch zu viele Hundehalter einreden, dass es schon gut gehen werde. Das ist grob fahrlässig", sagt der Polizist. Zumal Unfälle passieren können, an denen man selbst am wenigsten Schuld hat.

Dabei kostet ein Hund auf dem Beifahrersitz im Zweifel mehr Bußgeld, als wenn der Fahrer selbst unangeschnallt unterwegs ist. "Es gibt keine Gurtpflicht für Hunde. Sie zählen laut Straßenverkehrsordnung aber zur Ladung, die zu sichern ist. Wird man mit ungesicherter Ladung erwischt, kostet das 35 Euro", erklärt Johannes Look. Bei Fahrten ohne angelegten Sicherheitsgurt kommt man mit 30 Euro davon. Egal also, ob Regalbrett vom Baumarkt oder Fiffi auf dem Weg zum Tierarzt: Ladung hat gut verstaut zu sein. Dafür gibt es bei den Haustieren mehrere Möglichkeiten.

Katzen oder kleinere Hunde lassen sich in einer Box transportieren, die hinter der Rücksitzlehne oder im Fußraum des Beifahrersitzes transportiert werden kann. Auch Boxen für großere Tiere sind erhältlich, die gehören zwangsläufig in den Kofferraum und sollten quer zur Fahrtrichtung fest an der Rückwand der Sitzreihen angebracht werden. Hier geht die Polizei mit gutem Vorbild voran: Die Einsatzhunde, meist belgische Schäferhunde, werden in speziell umgebauten Hundeführerwagen transportiert, die zwei fest im Wagen verbaute Boxen beherbergen. Auch ohne Boxen lassen sich Hunde im Auto transportieren. "Die Tiere können im Kofferraum mitgeführt werden, wenn ein Schutzgitter eingebaut ist", sagt Look. Das muss - gerade bei größeren Tieren - auch gewisse Standards erfüllen. So sollte es zum Beispiel nicht einfach eingehängt, sondern fest mit dem Karosserie-Rahmen verbunden sein.

Achtet man auf die Sicherheitsvorkehrungen, steht dem Hundetransport von Seiten der Polizei generell nichts im Weg - auch nicht bei etwas längeren Fahrten in den Urlaub. Dabei sollten die Tiere jedoch bereits ans Autofahren gewöhnt sein, die Halter auf ausreichend Pausen achten. Johannes Look: "Im Grunde genommen also genau so, als ob man mit Kindern unterwegs wäre."

Quelle: RP
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