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Friedhof in Kleve
Hundehaufen auf dem Grab der Eltern

Friedhof in Kleve: Hundehaufen auf dem Grab der Eltern
Helene Leibold auf dem Grab ihrer Eltern und Großeltern. FOTO: mvo
Kleve-Kellen. Helene Leibold ärgert sich über tierische Hinterlassenschaften auf dem Kellener Friedhof in Kleve. Sie sagt: Das Problem ist bekannt, aber niemand unternimmt etwas. Von Marc Cattelaens

Helene Leibold ist verzweifelt. Die Reichswalderin pflegt auf dem Kellener Friedhof das Grab ihrer Eltern und Großeltern. Seit zwei Jahren findet sie regelmäßig Kothaufen auf dem Grab vor, die, so vermutet sie, von einem kleinen Hund stammen. Die 76-Jährige hat nicht mehr die Kraft und nicht mehr den Willen, die Haufen ständig zu entfernen und zu entsorgen

"Das Problem ist bekannt. Der Friedhofsgärtner ist informiert. Aber keiner unternimmt etwas", sagt Leibold. Auf dem Kellener Friedhof ist es nicht verboten, Hunde auszuführen. Auf einem Schild am Eingang ist zu lesen: "Hunde sind an kurzer Leine zu führen". Plastikbeutel für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner finden sich in einem ebenfalls vor dem Friedhof angebrachten Behältnis.

Helene Leibold hatte selbst Hunde und Katzen, bezeichnet sich als sehr tierlieb. Sie findet jedoch, dass die Stadt die Eingangstore zum Kellener Friedhof an der Peiterstraße nachts verschließen sollte. "In Goch wird das auch so gehandhabt. In Kervenheim sind gar keine Hunde auf dem Friedhof erlaubt", sagte sie.

Helene Leibold hat ein Schild auf dem Grab ihrer Eltern und Großeltern aufgestellt. "Hier ist kein Hundeklo! Anzeige erfolgt" steht darauf geschrieben.

Es ist wohl eher eine Verzweiflungsmaßnahme, denn bislang hat die ältere Dame noch keinen Besitzer ausfindig machen können, dessen Hund für die Hinterlassenschaften auf dem Grab verantwortlich wäre.

Nun hat Helene Leibold beschlossen, die Hundehaufen auf dem Grab liegen zu lassen. Als sichtbaren und müffelnden Protest. Zwei dieser Hinterlassenschaften liegen jetzt schon dort - auch wenn ihr das in der Seele weh tut. "Ich bin meinen Eltern und Großeltern doch schuldig, ihr Grab in Ehren zu halten und es zu pflegen", sagt die 76-Jährige.

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Quelle: RP
 
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